Eine Bridgerton mehr
Colin Bridgerton, das ist eine gute Partie für die unauffällige, gar unsichtbare Penelope Featherington, da sind sich alle in der Londoner Gesellschaft einig. Aber ist es nicht eigentlich andersherum? Ist nicht Penelope, im Geheimen die geliebte wie auch gefürchtete Autorin Lady Whistledown, die mit ihrem Klatsch die High Society der Regency-Ära auf Trab hält, der Hauptgewinn für einen Mann wie Colin?
Nur wissen bislang weder Colin (Luke Newton) noch die feine Gesellschaft von Pens (Nicola Coughlan) geheimen Machenschaften. Das ändert sich nun, da Netflix endlich die letzten vier Folgen der dritten Staffel „Bridgerton“ veröffentlicht hat. Die gestaffelte Publikation mit einem Monat Abstand hatte bei so manchem Fan für Ärger gesorgt.
„Bridgerton“-Star Nicola Coughlan: „Ich hatte im Vorfeld wirklich Angst vor den Sexszenen“
Wenn die dritte „Bridgerton“-Staffel startet, wollen alle wissen: Finden Penelope und Colin endlich zusammen? Und wie pikant werden die Sexszenen diesmal? Was ihnen vor diesen intimen Momenten durch den Kopf ging und wie sie den Dreh erlebten, erzählen Nicola Coughlan und Luke Newton im RND-Interview. Und Coughlan verrät: Eine Sexklausel gibt es in ihrem Vertrag doch nicht.
„Dearest gentle readers …“
Dass irgendwann ans Licht kommen muss, dass Pen hinter der scharfzüngigen Lady Whistledown steckt, war Ihnen aber sicherlich auch klar, „dearest gentle readers“ – um mal bei Whistledowns Worten zu bleiben. Doch wie es dazu kommt und was das für Auswirkungen hat, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Natürlich wird es dramatisch, tränenreich, romantisch und leidenschaftlich. Ganz unverkennbar im Shondaland-Stil.
Bei Shondaland handelt es sich um die Produktionsfirma von Serienschöpferin Shonda Rhimes, die vor „Bridgerton“ etwa auch schon „Grey’s Anatomy“ produziert hat und bekannt ist für ihre besondere Machart: detailreich, divers und immer wieder mit Plottwists. Auch in dieser Staffel ist jedes Kostüm und jede Kulisse bis ins letzte Detail ausgetüftelt und die Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie leicht Diversität in Serien umgesetzt werden kann. Die Queen etwa, die weiter von Lady Whistledown an der Nase herumgeführt wird, ist schwarz. Kate Sharma (Simone Ashley), die in der vergangenen Staffel das Herz von Anthony Bridgerton gewann und weiter eine Rolle spielt, ist indisch. Und in der neuen Staffel wird in ein paar Szenen in Gebärdensprache kommuniziert. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.
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Zur vollständigen AnsichtÜberraschende Plottwists bei den Bridgertons
Auch überraschende Plottwists gibt es weiterhin – etwa was die Rolle der bislang eher unsympathischen Cressida angeht oder wenn Pens berechnende Mutter sich plötzlich von ihrer warmen Seite zeigt. Ganz zu schweigen von den Enthüllungen rund um Whistledown. Doch ein bisschen nutzt sich der Zauber ab, mit dem „Bridgerton“ Ende 2020 mit der ersten Staffel die Zuschauerinnen und Zuschauer in seinen Bann zog und für Netflix Rekorde brach. Auch die dritte Staffel nach der Buchvorlage von Julia Quinn – jedes Buch stellt die Geschichte eines Bridgerton-Kindes in den Vordergrund – überzeugt mit der romantischen Geschichte von Colin und Penelope, die sich schon in den ersten zwei Staffeln angebahnt hatte und laut literarischer Vorlage noch gar nicht dran gewesen wäre. Demnach wäre eigentlich Colins Bruder Benedict (Luke Thompson) an der Reihe gewesen, der aber auch seine Momente hat in dieser Staffel.
„Es fühlt sich einfach so an, als wäre es Colins und Penelopes Zeit. Wir verfolgen die beiden Charaktere seit der ersten Staffel. Anstatt die Situation abzukühlen, haben wir uns entschieden, das Ganze jetzt richtig aufzukochen“, erklärte „Bridgerton“-Macherin Jess Brownell die Entscheidung im Interview mit „Variety“. Erstmals handelt die Staffel damit auch von zwei Charakteren, die dem Publikum bereits bestens bekannt sind. Auch wenn sie jetzt neue Seiten von sich zeigen. Besonders Penelope lernen wir dabei selbstbewusster kennen. Sie zeigt nicht nur der Londoner High Society, dass der Satz ihrer Mutter – „Träume hat eine Dame nicht zu haben“ – fürwahr nicht stimmt.
Bridgerton statt Featherington
Und dass auch Penelope sich nach dieser Staffel eine Bridgerton nennen kann, so viel darf verraten werden. Denn in der Hinsicht ist die Serie dann doch vorhersehbar: So steinig der Weg zur Liebe auch ist, am Ende steht das Paar doch immer glücklich verheiratet da. Wie romantisch.
Die dritte Staffel „Bridgerton“ ist bei Netflix streambar.