Bonbons und Flummis: Anpfiff von Top-Spiel nach Protesten verzögert
Schiedsrichter Felix Zwayer hat das Top-Spiel der Bundesliga zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern (3:0) am Samstagabend mit rund neunminütiger Unterbrechung angepfiffen. Grund dafür waren erneute Proteste der aktiven Fanszene gegen den geplanten Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL). Wohl anlässlich des Karnevals im Rheinland wurden Bonbons und Fruchtkaramellen anstatt - wie sonst zuletzt gewohnt Tennisbälle - sowie Flummis auf den Rasen geworfen.
Nachdem Aufräumtrupps die Süßigkeiten vom Feld entfernt hatten, startete Zwayer das Spiel. Die Partie des Tabellenführers Leverkusen gegen den Verfolger aus München, der zwei Punkte Rückstand in die BayArena gereist ist, wurde am Samstag in etliche Länder übertragen.
Ähnliche Aktion wie die vor dem Liga-Kracher hatte es mehrfach in den vergangenen Wochen gegeben: Am Samstagnachmittag musste die Erstliga-Partie zwischen Union Berlin und dem VL Wolfsburg wegen anhaltender Fan-Proteste immer wieder unterbrochen werden, stand sogar kurz vor einem Abbruch.
Spiel bei Union und in Hamburg beinahe abgebrochen
Worum geht es bei den Protesten? Für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen soll ein Finanzinvestor der DFL eine Milliarde Euro zahlen. Bei der finalen Abstimmung der 36 Profiklubs für den milliardenschweren Deal im Dezember war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen. Aus den aktiven Fanszenen gibt es seit Monaten Proteste gegen die DFL-Pläne. Zuletzt hatte es angesichts der zunehmenden Eskalation der Fan-Aktionen Forderungen einiger Klubs gegeben, erneut über den Einstieg eines Investors bei der Ligaorganisation abstimmen zu lassen.
Am Freitagabend drohten die Proteste in Hamburg zu eskalieren. Das Zweitligaspiel des HSV gegen Hannover hatte am Freitagabend in der zweiten Hälfte mit einer mehr als 30-minütigen Unterbrechung ebenfalls vor dem Abbruch durch Schiedsrichter Sören Storks gestanden. Im Gästeblock waren drei Banner mit Porträts und jeweils einem Fadenkreuz zu sehen - darunter der Kopf von 96-Geschäftsführer Kind. Anhänger des HSV hatten außerdem schwere Fahrradschlösser an die Pfosten eines Tores angeschlossen. Diese konnten erst unter Einsatz eines Trennschleifers entfernt werden. Überdies wurden Gegenstände auf das Spielfeld geworfen.