Doppelte Verstärkung aus Stuttgart

Ära nach Reus und Hummels: So werkelt der BVB am Angriff auf die Bundesliga-Spitze

Geht in seine erste Saison als Cheftrainer von Borussia Dortmund: Nuri Sahin.

Den Abschied von Mats Hummels (35 Jahre alt) bezeichnete BVB-Geschäftsführer Lars Ricken als den Verlust eines „bestimmenden Taktgebers“ der vergangenen 15 Jahre, das Aus des langjährigen Kapitäns Marco Reus (35) als Weggang einer, „wenn nicht sogar der, Ikone des Vereins“. Und dann wäre da noch Edin Terzic: Ein nicht immer unumstrittener Cheftrainer, der zur neuen Saison den Weg freimachte für seinen bisherigen Co-Trainer und BVB-Eigengewächs Nuri Sahin.

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Mit dem 35-Jährigen, der seine einzige Erfahrung als Chefcoach mit seiner Station beim türkischen Erstligisten Antalyaspor (2021 bis 2023) vorzuweisen hat, forciert Borussia Dortmund nun den personellen Umbruch – angefangen mit dem Trainerteam. Die bisherigen Assistenztrainer Sven Bender und Sebastian Geppert wurden ersetzt. Joao Tralhao, Ertugrul Arslan und Ex-Profi Lukasz Piszczek übernahmen zum 1. Juli – „drei Fachmänner, die ich menschlich und inhaltlich enorm schätze“, schwärmte Sahin über seinen Staff, mit dem er einen großen Plan verfolgt.

Sahins Spielidee mit dem BVB

„Borussia Dortmund und die Stadt Dortmund stehen für etwas. Und ich will, dass man das jedes Wochenende erkennt, wenn wir in unserem Stadion sind, dass Borussia Dortmund Fußball spielt“, so Sahin zu seiner Vision mit der Borussia, die in der Vorsaison zwar das Finale der Champions League (0:2 gegen Real Madrid) erreichte, in der Bundesliga als Fünfter aber bisweilen hinter den eigenen Möglichkeiten zurückblieb. Luft nach oben sieht Sahin besonders in der Spielanlage seines Teams. „Wir wollen aktiv sein, wir wollen den Ball haben, wir wollen entscheiden, in welche Richtung das Spiel läuft“, sagte der deutsche Meister von 2011.

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Um diese Idee umzusetzen, benötigt der gebürtige Lüdenscheider geeignete Akteure. Die gute Nachricht für den Klub: Adäquater Ersatz für Hummels, der bis zuletzt in der Innenverteidigung eine feste Größe war, aber auch für Reus, der zum Ende seiner zwölf Jahre währenden BVB-Ära vermehrt als Bezugsperson und Erfahrungsquelle auftrat, steht zumindest vom Namen her bereits in den Startlöchern.

Besonders beim VfB Stuttgart, Überraschungs-Vizemeister der Vorsaison, bedient sich der BVB fleißig. So kommt Abwehrchef Waldemar Anton, den Innenverteidiger-Kollege Nico Schlotterbeck bereits aus der Nationalmannschaft kennt und der als Kapitän der Schwaben Führungskompetenzen mitbringt. Zudem soll 30-Tore-Stürmer Serhou Guirassy, dessen Verpflichtung der Revierklub am Donnerstag verkündete, den Konkurrenzkampf im BVB-Angriff weiter anheizen und die offensive Variabilität erhöhen. Dass der 28-Jährige genau das kann, stellte er beim VfB unter Beweis.

Stürmt künftig für Borussia Dortmund: Angreifer Serhou Guirassy.

Spekuliert wird seit Wochen auch über eine Verpflichtung von Pascal Groß. Bei Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion in der besten Liga der Welt spät zum Nationalspieler gereift, könnte der 33 Jahre alte deutsche EM-Fahrer das Mittelfeldzentrum des BVB stabilisieren und zudem als Anker für die jüngeren Spieler um sich herum fungieren. Ein solcher könnte Rayan Cherki sein. Der Offensivmann, gerade einmal 20 Jahre alt, durchlief die Jugendmannschaften des französischen Erstligisten Olympique Lyon und ist schon jetzt unangefochtener Stammspieler bei den Profis. Der BVB soll sich im Werben um den jungen Franzosen Medienberichten zufolge auf der Zielgeraden befinden. Eine Planstelle wäre dann noch die linke defensive Außenbahn, nachdem sich eine feste Verpflichtung von Ian Maatsen zerschlagen hat. Der Leih-Spieler vom FC Chelsea wechselte zu Aston Villa.

Ein schwerer Stand wird beim BVB indes Youssoufa Moukoko prognostiziert. Schon in der vergangenen Saison war der 19-Jährige vermehrt außen vor (zwei Bundesliga-Spiele über 90 Minuten), hat mit Sébastien Haller, Niclas Füllkrug und nun auch noch Guirassy prominente Konkurrenz im Sturmzentrum. Das noch bis 2026 an den Klub gebundene Angreifer-Talent gilt als Verkaufskandidat. Auch die Zukunft von Jadon Sancho (Leihgabe von Manchester United) ist ungewiss, der BVB müsste wohl eine hohe Ablösesumme auf die Insel überweisen, um den nicht immer überzeugenden Außenspieler (Marktwert 30 Millionen Euro) zurückzuholen.

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Und: Die Marschroute bei den bisherigen BVB-Transfers scheint klar. Die Leistung zählt unter Sahin, der bereits in der kommenden Spielzeit wohl wieder in Richtung der ersten drei Plätze schielen wird – trotz eines Umbruchs auf vielen Ebenen und ohne altbekannte Stützen wie Hummels und Reus. Dafür aber mit einigen neuen Gesichtern, frischem Wind - und einer gehörigen Prise VfB.

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