Fünf Ausflugsziele außerhalb Roms, die du ohne Auto erreichst
Keine Frage: Rom ist eine faszinierende Stadt, von der die meisten so schnell nicht genug bekommen. Im Gedränge um Petersdom und Kolosseum lassen Urlauberinnen und Urlauber das Auto besser zu Hause. Innerhalb des historischen Zentrums erreichst du sowieso alles zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dieser See in Italien ist noch ein Geheimtipp
Wenn dir Gardasee und Comer See zu voll sind, solltest du mal Italiens erfrischenden Geheimtipp ausprobieren: den Lago d’Iseo. Der See in Norditalien zieht weniger Touristinnen und Touristen an und hat sich das italienische Idyll bewahrt.
Doch was, wenn die Touristenmassen schlicht nerven und du Abstand brauchst? Ein Wochenende zu zweit? Ein erholsamer Spaziergang im Grünen? Im Zentrum Italiens Ewiger Stadt ist das kaum möglich – außerhalb aber durchaus. Der reisereporter stellt dir fünf Ausflugsziele vor den Toren Roms vor, die du auch ohne Pkw erreichst.
1. Frascati
Rund 20 bis 50 Kilometer südöstlich vom Gedränge der Metropole liegen die Castelli Romani, zu Deutsch: Römische Schlösser, eine Ansammlung von 16 Gemeinden. Dort, am Fuße des Monte Tuscolo, ließen sich die römische Aristokratie und Mitglieder des päpstlichen Hofes ihre Sommerresidenzen bauen.
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Der Regionalzug fährt von Rom bis zur Gemeinde Frascati mit rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Der Ort hat eine reiche Weinkultur, die du bei zahlreichen Weinproben erkunden kannst: Der Frascati DOC zählt zum Beispiel zu den bekanntesten Weißweinen der Welt. Besonders sehenswert sind in Frascati aber auch die tuskolanischen Villen aus Barock und Renaissance mit prächtigen Gärten und Panoramaausblick. Die bekanntesten Villen sind Villa Aldobrandini, Villa Falconieri und Villa Mondragone.
Wenn du mit dem Regionalzug anreisen willst, kannst du ihn von Roma Termini aus wochentags und samstags einmal pro Stunde nehmen. Die Fahrt dauert nur eine halbe Stunde. Am Sonntag fährt die Bahn alle zwei Stunden.
2. Viterbo
Viterbo liegt etwas weiter weg nördlich von Rom, die Fahrzeit dorthin beträgt rund zweieinhalb Stunden. Die Stadt mit ihren rund 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern trägt den Namen „Stadt der Päpste“, weil sie im 13. Jahrhundert jahrzehntelang ebendiesen als Residenz gedient hat.
Zu ihren Wahrzeichen gehören unter anderem die Kathedrale San Lorenzo aus romanischer Epoche und der Papst-Palast. Viterbo gilt außerdem als Hauptstadt der historischen Landschaft Etrurien. Das Gebiet der Etrusker, jenes antiken Volks, das vor den Römern im heutigen Mittelitalien bis zur zweiten Hälfte des ersten Jahrhundert vor Christus lebte. Etruskische Ausgrabungsschätze findest du im Museo Archeologico. Aber auch die historische Altstadt Viterbos ist spannend, sie gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Mittelitaliens.
Wer zwischendurch entspannen will, kann die „Therme der Päpste“ besuchen, die Papst Niccolò V. im späten Mittelalter auf den heißen Quellen im Gebiet bauen ließ. Wochentags fährt der Zug nach Viterbo vom Bahnhof Roma San Pietro einmal stündlich, am Sonntag alle zwei Stunden.
3. Tivoli
Wer romantische Abwechslung sucht (und sie in Rom nicht bereits findet), sollte sich Tivoli nicht entgehen lassen. Die prächtigen Villen des Ortes zwischen Wasserfällen und exotischen Gärten am Hang bieten einen Anblick, der jedes Herz schmelzen lässt. 30 Kilometer nördlich von Rom liegt die Stadt mit 55.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit Blick auf den Fluss Aniene, einen Seitenarm des Tibers.
Kaiser Hadrian ließ sich dort die Villa Adriana bauen, eine riesige Palastanlage mit künstlichen Seen, Wasserspielen und Tempeln. Tickets für einen Besuch lassen sich online kaufen. Erwachsene zahlen 12 Euro Eintritt, die Öffnungszeiten sind 8.15 bis 18 Uhr. Am besten besichtigst du die Villa Adriana am Anfang oder am Ende des Tages, weil die Anlage rund fünf Kilometer außerhalb des Zentrums liegt.
Einen weiteren berühmten Prunkbau findest du mit der im Mittelalter von Kardinal Ippolito d’Este errichteten Villa d’Este. In dem Renaissance-Garten des heutigen Unesco-Weltkulturerbes reihen sich antike Figuren neben Wasserspielen, Grotten und Fontänen. Der Eintritt kostet 15 Euro und die Villa hat von 8.45 bis 19.45 Uhr geöffnet. Achtung: Montags hat die Villa d’Este erst ab 14 Uhr geöffnet, samstags bis 23.45 Uhr.
Nach einem Besuch der Villen lohnt sich in jedem Fall ein Bummel durch die wunderschöne historische Altstadt von Tivoli. Unter der Woche fährt fast stündlich eine Regionalbahn von Roma Tiburtina nach Tivoli. Roma Tiburtina liegt auf der U‑Bahn-Strecke der Linie B. Die Fahrt dauert insgesamt circa anderthalb Stunden.
Am Sonntag musst du zunächst von Roma Tiburtina aus einen Bus nach Guidonia–Montecelio–Sant’Angelo nehmen, dann geht es weiter mit der Regionalbahn nach Tivoli. Die Verbindung wird nur alle zwei Stunden bedient. Möglich ist aber auch, einen der Cotral-Busse von Ponte Mammolo, ebenfalls Haltestelle der Linie B, zu nehmen. Die Fahrtzeiten findest du auf: www.cotralspa.it.
4. Bracciano
Bracciano mit seinen rund 18.500 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt ebenfalls am Wasser: am Braccianosee rund 40 Kilometer nordwestlich von Rom. In dem See fanden Archäologinnen und Archäologen die Urform eines Bootes, das unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit zum Jagen im Wasser verwendeten.
Bracciano ist außerdem von einer monumentalen Burg umgeben, dem Castello Orsini-Odescalchi aus dem 15. Jahrhundert. Katie Holmes und Tom Cruise gaben sich in dem beeindruckenden Bauwerk 2006 das Jawort. Von der Festung des Kastells aus hast du einen wundervollen Blick auf das mittelalterliche Städtchen mit seiner Renaissance-Architektur. Auch den See kannst du von hier aus betrachten, Römerinnen und Römer nutzen ihn bis heute gern als Badeziel.
Eine kulinarische Spezialität in Bracciano ist der Aal aus ebendiesem See. Manchmal wird er mit Lorbeer und Essig gekocht, manchmal mit einer Soße aus Sardellen, Peperoni, Gewürzen und Essig angerichtet.
Nach Bracciano fährt wochentags und sonntags ein Zug ungefähr einmal stündlich von Roma San Pietro aus. Nach Roma San Pietro gelangt ihr jede halbe Stunde ab Roma Termini. Die Fahrt dauert insgesamt knapp eine Stunde.
5. Sperlonga
Sperlonga liegt rund 130 Kilometer südöstlich von Rom. Ein Besuch in der Gemeinde mit etwa 3080 Einwohnerinnen und Einwohnern lohnt sich definitiv: Die kleinen, verwinkelten Gassen der Altstadt und die weiß gekalkten Häuser und Plätze in Hanglage der Monti Aurunci wirken wie direkt aus einem Bilderbuch entsprungen.
So verwundert es nicht, dass Sperlonga ganz offiziell unter die „schönsten Orte Italiens“ gewählt wurde. Unterhalb der Stadt liegt Sperlonga Mare: ein kilometerlanger weißer Sandstrand am azurblauen Meer, der den schmuddeligen Strand von Roma-Ostia schnell vergessen lässt. In Sperlonga gibt es außerdem einige Grotten zu besichtigen, von denen die Tiberius-Höhle wohl die bekannteste ist. Der römische Kaiser Tiberius ließ sich um die Grotte herum eine seiner Villen errichten.
Um nach Sperlonga zu kommen, fährst du wochentags wie sonntags stündlich von Roma Termini bis nach Sperlonga-Fondi. Von dort aus fährt einmal stündlich ein Bus der Linie Piazzoli. Die Fahrt dauert insgesamt ungefähr anderthalb Stunden.
Die Verbindungen für alle genannten Ausflugszielen könnt ihr auf trenitalia.com nachschauen.
Mehr Inspiration gesucht? Tipps für alle Top-Reiseziele findest du beim reisereporter.