Verborgene Stadt in Peru entdeckt: Was Besucher in Peñico erwartet
Es ist eine Art archäologisches Wunder: Im Norden Perus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine jahrtausendealte Stätte freigelegt, die neue Erkenntnisse über das frühe Leben in Südamerika liefert. Die Überreste von Peñico lassen vermuten, dass die Stadt einst ein wichtiges Handelszentrum war. Nach jahrelanger Ausgrabungs- und Forschungsarbeit wird die historische Stätte nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wer Perus uralte Hochkultur erleben will, bevor alle davon erfahren, sollte Peñico bald auf seine Reiseliste setzen. Wir verraten, was dich dort erwartet.
Peñico: Ehemaliges Handelszentrum
Im Supe-Tal, rund viereinhalb Autostunden nördlich von Lima, hat das Team aus Forschenden 18 Gebäudestrukturen im sandigen Boden freigelegt: Reste von Wohnanlagen, öffentliche Gebäude und ein runder Platz, der auf ein einstiges Stadtzentrum hindeutet. Viele der Grundrisse sind ungewöhnlich gut erhalten.
Peñico wurde vermutlich zwischen 1800 und 1500 vor Christus auf einer geologischen Terrasse oberhalb des Supe-Flusses errichtet. Die Wahl des Standorts war nicht zufällig: geschützt vor Überschwemmungen und zugleich gut sichtbar im weiten Gelände. Damit soll Peñico ein Knotenpunkt sozialer und wirtschaftlicher Netzwerke in Südamerika gewesen sein.
Funde erzählen vom sozialen Leben in Peñico
„Dieses städtische Zentrum entwickelte sich gemäß der kulturellen Tradition der Caral“, erklärt die leitende Archäologin und Direktorin der Caral Archaeological Zone, Ruth Shady, in einer Mitteilung. Die Forschenden gehen davon aus, dass hier Güter aus der Küstenregion, dem Hochland und dem Amazonas gehandelt wurden. Eine besondere Rolle nahm der Handel mit Hämatit ein, einem roten Farbpigment, das in der Andenkultur eine hohe symbolische Bedeutung hatte.
Neben den Gebäuden wurden auch zahlreiche Gegenstände gefunden, die Hinweise auf das Leben der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner geben: Skulpturen aus Ton, Halsketten aus Muscheln und exotischen Halbedelsteinen sowie rituelle Objekte wie Muscheltrompeten. Diese Instrumente, die Pututus genannt werden, wurden genutzt, um Versammlungen einzuberufen oder Rituale zu begleiten. Auf einem Wandrelief in einem der freigelegten Verwaltungsgebäude sind die Pututus sogar dargestellt.
Alle Infos für den Besuch in Peñico
Peñico liegt in der Provinz Huaura, etwa viereinhalb Stunden von Lima entfernt. Die Ausgrabungsstätte soll das bestehende Angebot der „Zone Caral“ ergänzen: Neben der heiligen Stadt Caral sowie den Stätten Áspero und Vichama können Besucherinnen und Besucher künftig auch die Ruinen von Peñico besichtigen.
Die Anfahrt erfolgt über die Panamericana Norte bis Kilometer 184, von dort führt eine rund 34 Kilometer lange Strecke ins Supe-Tal. Wer nicht mit dem eigenen Fahrzeug anreist, kann die öffentlichen Buslinien nehmen oder eine Tagestour von Lima aus buchen. Die Stätte samt Informationszentrum ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
Mehr Inspiration gesucht? Tipps für alle Top-Reiseziele findest du beim reisereporter, die besten Reiseangebote auf unserer Deal-Seite.