Sänger macht Diagnose öffentlich

„Popcornmaschine im Kopf“: „DSDS“-Star Mike Leon Grosch hat ADHS

Mike Leon Grosch und seine Ehefrau Daniela bei einem Auftritt in der ARD-Show „Immer wieder sonntags“.

Im Jahr 2006 machte die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ Mike Leon Grosch berühmt, demnächst erscheint sein neues Album „Tief“. Vorher geht der Schlager- und Popsänger aber noch mit einer Diagnose an die Öffentlichkeit: Der „Bild“-Zeitung erzählte Grosch, dass er an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, leidet.

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Die Krankheit wurde laut Grosch im Frühjahr dieses Jahres diagnostiziert, nachdem er einige Tests bei einer Psychiaterin durchlaufen hatte. Er selbst sagte der „Bild“-Zeitung: „Es war für mich völlig neu, dass man ADHS auch im Erwachsenenalter haben kann.“

Seine Symptome habe er selbst nie bewusst wahrgenommen. Es war seine Frau Daniela, die ihn darauf gebracht habe, dass er ADHS haben könnte, nachdem sie einen Podcast gehört hatte, in dem Betroffene von ihren Erfahrungen mit der Erkrankung berichteten. Daraufhin hätten Daniela und er ihre Gedankenabläufe verglichen und festgestellt, dass er viel schneller und sprunghafter denke.

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Das Zappeln hat sich vom Körper in den Kopf verlegt

„Ich war als Kind hyperaktiv und ein ziemlicher Zappelphilipp, der nicht stillsitzen konnte“, sagte der Sänger. Damals sei er aber nie auf ADHS getestet worden. Und jetzt, im Erwachsenenalter, habe sich das Zappeln in den Kopf verlegt, wie ihm seine Ärztin erklärt habe. „Deshalb fahren meine Gedanken auch ständig mit mir Achterbahn. Ich sage immer, ich habe eine Popcornmaschine im Kopf.“

In seinem Alltag führe das dazu, dass ihn neue Projekte ebenso schnell begeistern wie langweilen könnten. Außerdem falle es ihm schwer, Impulse zu kontrollieren. „Ich will dann alles sofort machen. Ich habe zum Beispiel das feste Vorhaben, meine Schuhe zu putzen und habe eine Minute später stattdessen eine Bohrmaschine in der Hand. Dann weiß ich nicht mehr, was ich damit will und denke schon daran, die Waschmaschine zu reinigen.“ Er hinterlasse deshalb „eine regelrechte Verwüstung von nicht zu Ende gebrachten Vorhaben. Ich habe dann einen richtigen Kabelsalat im Gehirn.“

ADHS macht ihn kreativ

Das Ritalin, das ihm seine Ärztin zunächst verschrieb, nehme er nicht mehr ein, da er das Gefühl hatte, nicht mehr er selbst zu sein. Seine Symptome seien trotzdem besser geworden, weil er sie nun zuordnen und umleiten könne. Grosch: „Die Popcornmaschine im Kopf ist jetzt nicht mehr pausenlos in Betrieb.“ Er könne dem Ganzen sogar Vorteile für seinen Beruf abgewinnen. „Ich bin beim Songschreiben dadurch grenzenlos kreativ, und mir fallen wunderbare Texte ein. So kann ich das Chaos im Kopf in kreative Bahnen lenken.“

RND/hw

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