BND-Präsident Kahl: “Legen mehr Wert auf Transparenz”
Berlin. Der Bundesnachrichtendienst (BND) öffnet an diesem Dienstag sein Besucherzentrum in der neuen Zentrale mitten in Berlin. BND-Präsident Bruno Kahl erklärt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa, was der deutsche Auslandsgeheimdienst mit der neuen Offenheit erreichen will. Vier Fragen und vier Antworten:
Der BND ist in Berlin angekommen, jetzt öffnet das Besucherzentrum. Ein ungewöhnlicher Schritt für einen Geheimdienst. Warum lassen Sie sich hinter die Kulissen schauen?
Wir können ja schlecht hier mitten in der Stadt so prominent sitzen in einem sehr auffälligen und großen Haus, ohne auch den Bürgern zu erklären, wer wir sind und was wir machen. Die Öffentlichkeitsarbeit vom Bundesnachrichtendienst hat sich überhaupt schon in den letzten Jahren stark geändert. Wir legen viel mehr Wert auf Transparenz als früher. Bis zu gewissen Grenzen natürlich.
Unter den Besuchern könnten Spione anderer Dienste sein, die dann doch etwas Geheimes herausfinden, das Sie nicht preisgeben wollen. Wie verhindern Sie das? Haben Sie eine gewisse Sorge?
Das hat man natürlich im Blick, wenn man ein solches Besucherzentrum öffentlich macht. Wir haben hier nichts ausgestellt, was irgendwie unsere Arbeit gefährdet. Ganz im Gegenteil: Das, was wir präsentieren, darauf sind wir stolz und das können auch gerne Mitarbeiter anderer Dienste sich ansehen.
Es gibt Ausstellungsstücke aus 60 Jahren BND-Geschichte - was ist Ihr persönliches Lieblingsstück und warum?
Das ist ein uralter Globus, der in den Anfangsjahren dieses Dienstes im Besprechungsraum gestanden hat und Grundlage für die Planungen war. Und es gibt auch ein modernes Ausstellungsstück: Einen interaktiven Tisch, an dem die Bürger selber messen können, wie transparent sie ihren Dienst haben wollen.
Im Moment sind nur angemeldete Besuchergruppen zugelassen. Warum ist das so? Wollen Sie das im Laufe der Zeit ändern und auch "Laufkundschaft" herein lassen?
Wir haben 15.000 Besucher jedes Jahr, dadurch, dass angemeldete Besuchergruppen kommen. Das wird für viele möglich sein. Bundestags-Besuchergruppen, aber auch Vereine, jeder, der sich irgendwie organisiert, kann sich online anmelden.
Bis die Laufkundschaft auch spontan das Besucherzentrum besuchen kann, wird es noch ein bisschen dauern. Denn wir haben noch einige Umbauarbeiten zu erledigen. Wir müssen noch bauliche Vorkehrungen treffen, unter anderem Sicherheitsschleusen wie am Flughafen. Und dazu brauchen wir noch ein bisschen Zeit, bis das realisiert wird.
RND/dpa