Mission erfolgreich: Nasa-Sonde absolviert Asteroiden-Manöver und entnimmt Probe von „Bennu“

Die Sonde «Osiris Rex» hat sich bei einem komplizierten Manöver erfolgreich dem Asteroiden Bennu genähert und eine Probe entnommen.

Die Sonde «Osiris Rex» hat sich bei einem komplizierten Manöver erfolgreich dem Asteroiden Bennu genähert und eine Probe entnommen.

Washington. Jubel und Applaus im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver hat die Sonde „Osiris Rex“ in der Nacht zum Mittwoch als erster US-Flugkörper eine Probe von einem Asteroiden entnommen. Sie soll in rund drei Jahren zurück zur Erde geschickt werden. „Der Flugkörper hat all das gemacht, was er machen sollte“, sagte Dante Lauretta, Chef-Wissenschaftler der Mission. „Ich kann nicht glauben, dass wir das hinbekommen haben. Das ist historisch, das ist wunderbar.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ob die entnommene Probe verwertbar sei und ausreiche, werde sich jedoch erst in den kommenden Tagen herausstellen, nachdem „Osiris Rex“ weitere Daten zur Erde gesandt habe, sagte Lauretta. Die Nasa-Wissenschaftler hoffen auf etwa 60 bis 2000 Gramm Staub, Geröll und Gestein.

Roboter-Arm berührt Oberfläche von Asteroiden, um Probenmaterial zu gewinnen

Die Sonde hatte ihren Platz in der Umlaufbahn des Asteroiden Bennu vorübergehend verlassen und sich ihm bis auf wenige Meter genähert. Mit einer Art Roboter-Arm namens „Tagsam“ (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) berührte sie die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang und stieß dabei unter Druck gesetzten Stickstoff aus, um Probenmaterial aufzuwirbeln. Nach dem Aufsaugen der Probe entfernte sich die Sonde wieder von Bennu und machte sich auf den Weg zurück in ihre Umlaufbahn. Die Nasa hatte das Manöver zuvor zweimal erfolgreich geprobt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nasa-Wissenschaftler überwältigt von Asteroiden-Manöver

Als der erfolgreiche Abschluss des Manövers im Nasa-Kontrollzentrum im US-Bundesstaat Maryland bekanntgegeben wurde, sprangen viele der Wissenschaftler – alle in blauen T-Shirts und mit Schutzmasken – in die Höhe, klatschten und jubelten. Einige hatten Tränen in den Augen. „Die Emotionen sind riesig“, sagte Chef-Wissenschaftler Lauretta. „Alle sind sehr stolz.“ Auch Nasa-Chef Jim Bridenstine gratulierte: „Diese wunderbare Premiere für die Nasa zeigt, wie ein unglaubliches Team aus dem ganzen Land zusammengekommen ist und unwahrscheinliche Hürden überwunden hat, um die Grenzen unseres Wissens zu erweitern.“

„Osiris Rex“ war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre später bei Bennu angekommen. Seitdem umkreist die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde (ihre Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) den Asteroiden und untersucht ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras.

Nasa: Bennu einer der gefährlichsten Asteroiden

Der tiefschwarze Bennu, benannt nach einer antiken ägyptischen Gottheit, hat einen Durchmesser von rund 550 Metern und könnte der Erde in gut 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden – und will ihn deshalb ganz genau erforschen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zudem erhoffen sich die Wissenschaftler von der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren, denn Asteroiden sind Überbleibsel davon.

2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf einem Asteroiden gelandet. Sie brachte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines solchen Himmelskörpers zur Erde. Es gab noch weitere Flüge zu Asteroiden, doch keine weitere Sonde hat bislang Material zur Erde zurückgebracht.

RND/dpa

Mehr aus Wissen regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken