„Wohllebens Mahagoni“: Neue Baumart in Ruanda entdeckt

Die Koblenzer Botaniker Eberhard Fischer und Dorothea Killmann stehen im Gewächshaus der Universität Koblenz-Landau vor einem Baum aus dem Bergregenwald von Ruanda. Die neue Art wurde wissenschaftlich als Wohllebens Mahagoni (Carapa wohllebenii) beschrieben.

Die Koblenzer Botaniker Eberhard Fischer und Dorothea Killmann stehen im Gewächshaus der Universität Koblenz-Landau vor einem Baum aus dem Bergregenwald von Ruanda. Die neue Art wurde wissenschaftlich als Wohllebens Mahagoni (Carapa wohllebenii) beschrieben.

Koblenz. Koblenzer Botaniker haben im Bergregenwald von Ruanda eine neue Baumart entdeckt. Dabei handelt es sich um einen bis zu 30 Meter hohen Mahagoni-Baum, der bislang irrtümlich mit einer ähnlichen Art verwechselt wurde. Eberhard Fischer, Dorothee Killmann und Burkhard Leh von der Universität Koblenz-Landau und ihr belgischer Kollege Steven Janssens benannten den Urwaldriesen nach dem Förster und Autor Peter Wohlleben, der sich mit seiner Waldakademie in der Eifel für die Erhaltung der Wälder einsetzt. Das Forschungsprojekt entstand im Ruanda-Zentrum der Universität. Das ostafrikanische Land ist das Partnerland von Rheinland-Pfalz.

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Fund ist „echte Sensation“

„Während Entdeckungen von Flechten, Moosen, Farnen und krautigen Blütenpflanzen in den Tropen nicht so selten vorkommen, ist der Fund einer neuen Baumart eine echte Sensation“, erklärten die Forscher vor der Vorstellung der neuen Art am Freitag in Koblenz. Wohllebens Mahagoni oder wissenschaftlich „Carapa wohllebenii“ wächst auch im Kongo und in Burundi. Die Gattung Carapa gehört zu der vor allem in den Tropen verbreiteten Familie der Mahagonigewächse und umfasst je nach Abgrenzung etwa 27 Arten, zumeist in Afrika.

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Fischer und Killmann erforschen bereits seit Jahrzehnten die Flora in Ruanda. Bei Feldforschungen im Nyungwe-Regenwald sei klar geworden, dass es in Zentralafrika zwei ähnliche, aber äußerlich unterschiedliche Arten von Carapa gebe, erklären die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Phytotaxa“. So sind die gefiederten Blätter bei Carapa wohllebenii sehr viel länglicher als bei Carapa grandiflora. Auch hat die neue Art größere Früchte, die ähnlich wie bei der europäischen Kastanie als Kapselfrüchte ausgebildet sind.

Nach den Erkundungen vor Ort studierten die Botaniker Herbarbelege, also getrocknete Pflanzenteile, vor allem in Herbarsammlungen in Belgien und England. Diese zeigen zumeist Carapa grandiflora. Genetische Untersuchungen, die von Janssens geleitet wurden, belegten die Eigenständigkeit der neuen Mahagoni-Baumart.

Zur Namensgebung erklärten die Wissenschaftler, damit solle Peter Wohlleben geehrt werden, „in Anerkennung seiner Leidenschaft und seines Einsatzes für Bäume, Wälder und Naturschutz“.

RNd/dpa

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