Stammt es von einem Saurier? Fossiles Riesen-Ei aus der Antarktis gibt Rätsel auf

Ein Mosasaurierbaby, das nur wenige Augenblicke nach der Eiablage aus einem Ei schlüpft - die Szene spielt in den seichten Gewässern der Antarktis in der späten Kreidezeit. 




ACHTUNG: Frei nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Studie bei Nennung des Credits. Foto: John Maisano/The University of Texas at Austin Jackson School of Geosciences

Ein Mosasaurierbaby, das nur wenige Augenblicke nach der Eiablage aus einem Ei schlüpft - die Szene spielt in den seichten Gewässern der Antarktis in der späten Kreidezeit. ACHTUNG: Frei nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Studie bei Nennung des Credits. Foto: John Maisano/The University of Texas at Austin Jackson School of Geosciences

Die Entdeckung eines fossilen Riesen-Eis in der Antarktis stellt Forscher vor ein Rätsel - und die Lehrmeinung zur Fortpflanzung von Dinosauriern und Meeresreptilien infrage: Der 68 Millionen Jahre alte Fund mit den Maßen 29 auf 20 Zentimeter ähnelt einem platten Fußball und ist das zweitgrößte bekannte Ei - nach dem nur wenig größeren des ausgestorbenen Elefantenvogels Aepyornis maximus auf Madagaskar. Auffällig ist, dass das Ei - im Gegensatz etwa zu Eiern von Vögeln und Krokodilen - keine harte Schale hatte, sondern nur eine weiche Hülle, wie sie für heutige Schlangen und Eidechsen typisch ist.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Fossil wurde im Jahr 2011 von chilenischen Forschern auf der Insel Seymour Island vor der Antarktischen Halbinsel geborgen. Weil die Hülle leer war, ließ sich der Fund nicht einordnen und lag jahrelang in einer Sammlung des Nationalen Naturkundemuseums in Santiago. Erst 2018 wurde die Paläontologin Julia Clarke von der University of Texas in Austin darauf aufmerksam.

Ei stammt von sieben Meter langem Reptil

Das Team um Clarke tauft die völlig unbekannte Art im Fachblatt “Nature” auf den Namen Antarcticoolithus bradyi. Die Autoren vermuten aufgrund anderer Fossilien in der Fundschicht, dass das Ei von einem mindestens sieben Meter langen Meeresreptil wie etwa einem Mosasaurier stammt. Allerdings ging man bisher davon aus, dass Mosasaurier wie auch andere große Meeresreptilien jener Zeit ihre Nachkommen lebend zur Welt brachten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Forscher betrachten das Ei als einzigartig: Die Hülle war nur etwa 700 Mikrometer (Millionstel Meter) dünn und bestand aus etwa 15 Membranen, eine davon kalkhaltig. “Die kalkreiche Schicht ist extrem dünn, weniger als ein Zehntel von Eiern ähnlicher Größe mit harter Schale”, schreiben die Forscher.

In einem “Nature”-Kommentar erläutern Johan Lindgren und Benjamin Kear von den schwedischen Universitäten Lund und Uppsala, bisher sei man davon ausgegangen, dass Dinosaurier Eier mit harter Schale legen. Diese Annahme beruhe möglicherweise jedoch darauf, dass das in Eischalen enthaltene Calciumcarbonat die Zeit besser überdauere, während weichschalige Eier schneller zerfielen.

Hinweise, dass das Ei von Dinosaurier stammt

Die schwedischen Experten verweisen auf eine ebenfalls in “Nature” publizierte Studie, in der ein Team um Mark Norell vom American Museum of Natural History in New York nach Ei-Analysen davon ausgeht, dass frühe Dinosaurier wie Mussaurus, der vor mehr als 200 Millionen Jahren lebte, Eier mit einer weichen Hülle legten. Hartschalige Eier entstanden demnach erst in der späteren Entwicklung mancher Dinosaurier-Gruppen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dies könne darauf hindeuten, so Lindgren und Kear, dass das rätselhafte Ei aus der Antarktis nicht von Meeresreptilien wie Mosasauriern stamme, sondern von Dinosauriern - wofür auch die enorme Größe spreche. “Eine Dinosaurier-Elternschaft scheint für Antarcticoolithus zumindest plausibel”, schreiben sie. Die Eihülle sei möglicherweise nach dem Schlüpfen des Tiers ins Meer geraten, auf dem Meeresgrund unter Sedimenten begraben worden und so versteinert worden. “Wir wollen hoffen, dass künftige Entdeckungen ähnlich spektakulärer Ei-Fossilien mit intakten Embryos dieses Rätsel lösen werden.”

RND/dpa

Mehr aus Wissen regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen