Vor allem entlang des Rheins gesichtet

Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus: Wie gefährlich ist sie?

Eine Nosferatu-Spinne sitzt auf einem Holzblock.

Eine Nosferatu-Spinne sitzt auf einem Holzblock.

Nicht nur ihr Name ist zum Fürchten: Mit ihren bis zu fünf Zentimeter langen, haarigen Beinen und ihrem gelben, robusten Körper ist die Nosferatu-Spinne ein lebender Albtraum für jeden Menschen mit einer Spinnenphobie. Bis vor 20 Jahren lebte Zoropsis spinimana – wie die Spinne im Fachjargon heißt – nur im Mittelmeerraum. Inzwischen hat sie jedoch ihren Weg in den Norden gefunden.

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2005 ist die Spinnenart erstmals in Deutschland nachgewiesen worden, seither hat sie sich stark verbreitet. Gesichtet wurde sie unter anderem schon in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Doch warum zieht es die Spinne in die nördlichen Breitengrade? Und wie gefährlich ist sie? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Woher hat die Nosferatu-Spinne ihren Namen?

Ihren Namen verdankt die Nosferatu-Spinne der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken. Mit ganz viel Fantasie lässt sich darin das Gesicht des Vampirs Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilmklassiker, der ersten Verfilmung des „Dracula“-Romans, erkennen.

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Ist die Nosferatu-Spinne giftig?

Grundsätzlich seien fast alle Spinnen giftig, schreibt der Naturschutzbund (Nabu) Nordrhein-Westfalen auf seiner Internetseite. Ihr Gift nutzt die Nosferatu-Spinne vor allem für die Jagd, um ihre Beute zu betäuben. Zwar kann sie anders als die meisten in Deutschland lebenden Spinnenarten mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen. Aber der Biss ist bei Menschen in der Regel mit einem Bienen- oder Wespenstich zu vergleichen – sofern keine Allergie vorliegt.

Zu einem Biss komme es in der Regel nur, wenn sich die Spinne bedrängt fühle, sagt Frederik Eggers, Teamleiter Natur- und Umweltschutz beim Nabu Niedersachsen. Mit bloßer Hand einfangen sollte man sie daher nicht, sondern ein Glas über sie stülpen, eine dünne Pappe unter das Glas schieben und das Tier ins Freie verfrachten.

Die Nosferatu-Spinne fühlt sich mittlerweile auch bei uns in Deutschland wohl.

Die Nosferatu-Spinne fühlt sich mittlerweile auch bei uns in Deutschland wohl.

Wie verbreitet ist die Nosferatu-Spinne in Deutschland?

Wie viele Exemplare genau in Deutschland leben, ist nicht bekannt. Im Atlas der Spinnentiere Europas zeigt sich, dass sich die Nosferatu-Spinne überwiegend entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse in Deutschland verbreitet. Entdeckt wurde sie bisher vor allem in Gebäuden, schreibt der Nabu Nordrhein-Westfalen. Vermutlich, weil sie es gerne warm hat, oder weil sie dort seltener übersehen wird.

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In Südeuropa und Nordafrika, wo die Spinne eigentlich heimisch ist, lebt sie in lichten Wäldern. Da die Tiere nachaktiv sind, verstecken sie sich tagsüber meist unter Steinen und Rinden. Erst wenn es dunkel ist, gehen sie auf die Jagd nach kleinen Insekten. Dabei bauen sie keine Fangnetze, sondern verfolgen ihre Beute und überwältigen sie im Sprung. Dank spezieller Hafthaare an den Beinen können sie sich sogar an einer senkrechten Glasscheibe fortbewegen.

Warum breitet sich die Spinne überhaupt hierzulande aus?

„Bei den ersten in Deutschland aufgefundenen Nosferatu-Spinnen handelt es sich vermutlich um Urlaubsmitbringsel, die sich dann im Schutz der Häuser vermehrt haben“, sagt Nabu-Experte Eggers. Inzwischen sind jedoch weitere Faktoren hinzugekommen: „Der Klimawandel und damit einhergehende milde Winter begünstigen nun die Ausbreitung der Tiere.“ Die Spinnen finden immer mehr attraktive Lebensräume.

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Gemeinsam mit dem Netzwerk Naturgucker sammelt der Nabu Daten von Sichtungen auf einer Plattform. Das solle eine Dokumentation über das Vorkommen dieser Art und die ihre Verbreitung beeinflussenden Faktoren ermöglichen, erklärt Eggers.

Was bedeutet die Ansiedlung der Nosferatu-Spinne für das Ökosystem?

Da die Nosferatu-Spinne vorwiegend in Innenräumen gesichtet wurde, könnte sie vor allem für die große Hausspinne zum Problem werden. Sie könnte einen Konkurrenten oder sogar einen Räuber darstellen, heißt es auf der Internetseite des Naturkundemuseums Karlsruhe. Die große Hausspinne hat jedoch den Vorteil, dass sie in ihren Netzen gut vor Angriffen geschützt ist. „Über Auswirkungen auf die Spinnengemeinschaft ist bisher nichts bekannt“, heißt es weiter. Und auch, welche Folgen die Ansiedlung der Nosferatu-Spinne für das Ökosystem haben könnte, ist noch nicht klar.

Ist mit weiteren neuen Spinnenarten zu rechnen?

Der Klimawandel sorgt für neue Umweltbedingungen. Nördliche Gebiete werden wärmer und damit attraktiver für wärmeliebende Tiere, wie zum Beispiel die Nosferatu-Spinne. Das gilt aber auch für Mücken und Zecken. „Da muss man sich eben darauf einstellen, dass im Zuge des Klimawandels noch die eine oder andere Tierart vielleicht hier ankommen wird, die man nicht unbedingt haben möchte“, sagte Birgit Königs vom Nabu Nordrhein-Westfalen gegenüber dem ZDF.

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In Deutschland vereinzelt gesichtet wurde etwa schon der Ammen-Dornfinger – eine Spinnenart, die eigentlich in mediterranen Arealen südlich der Alpen vorkommt. Ihr Biss ist noch unangenehmer als der der Nosferatu-Spinne. Denn das Gift des Ammen-Dornfingers ist eine Mischung aus gewebe- und blutschädigenden sowie Nervengiften, schreibt der Nabu Brandenburg auf seiner Internetseite. Die gute Nachricht ist: „Personen mit dauerhaften Schäden oder Todesopfer sind jedoch nicht bekannt.“

RND/lb/dpa

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