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Effiziente Energiewende?

Mailab: „Der Weg in eine grüne Zukunft sollte kein Weg in eine Staatenautarkie sein“

Mai Thi Nguyen-Kim betreibt seit 2016 den Youtube-Kanal Mailab und informiert junge Menschen über Themen der Wissenschaft.

Laut der Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim brauche es zwar eine schnelle Unabhängigkeit von russischem Gas, generell sei es aber durchaus effizient für die Energiewende, global vernetzt zu sein. „Genauso wie man sich auch in Deutschland vernetzen würde, um regionalen Überschuss und Bedarf auszugleichen, wäre es ja verschenkt, wenn man das nicht auch über Deutschlands Grenzen hinaus machen würde“, sagte sie in einem aktuellen Video auf ihrem Youtube-Kanal Mailab.

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Hintergrund dafür sind die sogenannten Wirkungsgrade und der Energieentwertungssatz. Wird Energie umgewandelt, also beispielsweise von Sonne in Strom und von Strom in Leistung, gehe dabei immer etwas „verloren“, beispielsweise kann diese als Wärme entweichen und kann so an eigentlicher Stelle nicht genutzt werden. Mit jedem weiteren Zwischenschritt bleibe am Ende weniger Energie, die auch genutzt werden kann. Wolle Deutschland mit Solar- und Windenergie energieautark werden wollen, brauche es Energiespeicher. Denn nicht immer scheint die Sonne oder weht der Wind, auch als Dunkelflauten bezeichnet. Würden diese erneuerbaren Energien also in großen Energiespeichern zwischengespeichert werden, würde durch das Be- und Entladen wieder Energie ungenutzt entweichen.

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Machtverhältnisse und Abhängigkeiten breiter verteilen

Mit fortgeschrittener Speichertechnologie könne es zwar sogar rein technisch möglich sein, geopolitisch unabhängig und energieautark zu werden, „tatsächlich ist das aber gar nicht das Ziel – zumindest sollte es das nicht sein“, sagt sie. „Der Weg in eine grüne Zukunft sollte kein Weg in eine Staatenautarkie sein.“ Viel effizienter wäre es also überschüssige Energie auch über die Ländergrenzen hinweg zu teilen und andersherum auch bei Bedarf von anderen Ländern zu beziehen. Das lohne sich sowohl für die Wirtschaft als auch für Klima und Umwelt.

Mit Blick auf Russland oder auch Saudi Arabien sei es dann natürlich problematisch, „wenn große Abhängigkeiten von wenigen Staaten mit geopolitischen Machtinteressen zusammenfallen“, sagt sie. Globale Abhängigkeiten blieben aber „selbst in einer Zukunft mit 100 Prozent erneuerbaren Energien“. Im Zuge der Energiewende würden sich diese Machtverhältnisse und Abhängigkeiten dann aber breiter verteilen, sagt sie. Daher sei es jetzt an der Zeit dafür, die „die richtigen, strategischen Weichen zu stellen.“

RND/mr

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