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VW Financial Services hängt Porsche ab

Teure Gebrauchtwagen pumpen VWs Gewinn auf

Ein VW-Mitarbeiter arbeitet an der Produktion eines Autos (Archivbild).

Hannover. Im VW-Konzern gilt eigentlich Porsche als die Ertragsperle, doch im vergangenen Jahr hat eine unauffälligere Konzernschwester die Sportwagenmarke noch um ein paar Hundert Millionen Euro abgehängt: Die VW Financial Services AG, die vor allem Kredit‑, Leasing‑ und Versicherungsverträge für die Konzernmarken verkauft, verdoppelte ihren Vorsteuergewinn auf gut 5,7 Milliarden Euro.

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Das „spektakuläre Jahr“, von dem der neue Vorstandschef Christian Dahlheim spricht, verdankt die Finanzsparte nicht zuletzt den Problemen der Autobauer. Denn weil denen Teile fehlen, sind Neuwagen knapp, und Gebrauchte steigen im Wert – auch die Leasingautos, die nach meist drei Jahren zurückkommen und vom Unternehmen dann weitervermarktet werden.

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„Wir haben beim Gebrauchtwagenverkauf ganz andere Restwerte erzielt als kalkuliert“, sagte Finanzvorstand Frank Fiedler bei der Vorstellung der Bilanz in Frankfurt. Ist ein Auto nach drei Jahren normalerweise noch rund die Hälfte des Neupreises wert, seien es jetzt 1000 bis 4000 Euro mehr – je nach Modell und Region.

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Das wird sich nach Dahlheims Einschätzung vorerst auch nicht grundlegend ändern. Zwar bessere sich die Versorgung mit Halbleitern langsam, aber erledigt sei das Thema nicht. Und wegen des Kriegs gegen die Ukraine gibt es neue Schwierigkeiten bei der Zulieferung von Kabelbäumen. Nachdem jahrelang Überkapazitäten die Autopreise drückten, werde es vorerst beim „strukturellen Mangel“ bleiben.

Die befürchtete Pleitewelle blieb aus

Der zweite Gewinntreiber 2021 war die große Corona-Erleichterung: Die Wirtschaft habe sich im vergangenen Jahr schneller erholt als erwartet, die befürchtete Pleitewelle sei ausgeblieben, sagte Fiedler. „Auf diese Risiken haben wir uns vorbereitet, aber es ist nichts passiert – weltweit.“ Es gebe „extrem geringe Kreditausfälle“.

Das gilt sogar aktuell für Russland, wo das Neugeschäft nach dem Angriff auf die Ukraine eingestellt wurde. Die Kunden dort zahlen, wenn irgend möglich, ihre Raten, denn neue Autos können sie wegen der Sanktionen kaum bekommen. Die rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort werden weiterbeschäftigt.

So spürte VW Financial insgesamt zwar das schrumpfende Autogeschäft. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge ging leicht auf 7,8 Millionen zurück, insgesamt sind 22 Millionen Verträge im Bestand. Aber in der Kasse blieben rund 2,5 Milliarden Euro mehr Gewinn als sonst.

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Das ist ein Rekordergebnis, das sich so schnell nicht wiederholen wird.

Christian Dahlheim,

Vorstandschef VW Financial Services

Üblich waren in den vergangenen, auch schon guten Jahren rund 3 Milliarden Euro Vorsteuergewinn, im Ausnahmejahr 2021 sind es 5,7 Milliarden. „Das ist ein Rekordergebnis, das sich so schnell nicht wiederholen wird“, sagte Dahlheim. Rund 4 Milliarden Euro will er aber nachhaltig erreichen.

Das boomende Kerngeschäft ist die Basis für neue Sparten. So kauft VW gerade die Autovermietung Europcar und will sie nach den Worten von Konzernchef Herbert Diess bei den Financial Services andocken. Dahlheim hält sich dazu wegen der noch ausstehenden Kartellprüfung bedeckt, gilt aber als Treiber dieses Deals, der wohl im Sommer abgeschlossen sein wird.

Neue Plattform für Mobilität

„Nutzen statt besitzen“ sei der Trend, sagt Vertriebsvorstand Anthony Bandmann. Das Geschäft verlagere sich von der Kreditfinanzierung zum Leasing, die Miete für verschiedene Zeiträume wird wichtiger, und auch Auto-Abos hat VW gestartet. „Bisher ein kleines Pflänzchen, aber es wächst“, sagt Bandmann.

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In Arbeit ist deshalb auch der Aufbau einer Mobilitätsplattform, die alle Services von Shuttlebussen über Carsharing bis zur Fahrzeugmiete verbinden soll – jede Form von Mobilität sollen Konzernkunden in einer gemeinsamen App buchen können. Es ist ein Schlüsselprojekt in Diess‘ Strategie, VW zum Mobilitäts‑ und Softwarekonzern zu machen. Auch bei dieser Plattform sollen die Financial Services der Dreh‑ und Angelpunkt sein.

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