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WAZ-Autopilot - Tesla-Jagd und Taktieren

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Liebe Leserinnen und Leser!

Gut gelaunt und optimistisch präsentierte sich Herbert Diess am Dienstag auf der Betriebsversammlung. VW sei für die Zukunft bestens gerüstet -  auch oder sogar gerade wegen des immer wahrscheinlicher werdenden Verbrenner-Aus in der EU ab 2025. „Wir sind am besten vorbereitet“, stellte der Konzern-Chef klar. Er sieht VW bei der Antriebswende Jahre vor anderen traditionellen Herstellern. Und selbst Tesla, den in Sachen E-Mobilität derzeit weltweit größten Konkurrenten, könne man schon 2025 überholen.

In der Tat kommt die E-Offensive Volkswagens immer mehr in Schwung. Mit dem ID.AERO stellte der Autobauer gerade die Studie für den neuen ID.7 vor, der schon bald in China auf den Markt kommen soll. Mit der hochwertigen Limousine hat VW dann beinahe für alle seine Verbrenner-Modelle ein elektrisches Pendant auf den Markt. Nur die Kleinwagen fehlen noch, doch die kündigte Diess auf der Betriebsversammlung gleich für 2025 an.  Selbst der sportliche Ableger Volkswagen R, eigentlich etwas für Fans von großen und lauten Motoren, spielt im Jahr ihres 20. Geburtstages bereits mit dem Gedanken von elektrischen R-Fahrzeugen. Was VW R sonst noch auf der Pfanne hat, schaute sich WAZ-Redakteur Carsten Bischof exklusiv in Warmenau an.

Euphoriebremse ist allerdings die Weltwirtschaftslage. Der unsägliche, grausame Ukraine-Krieg hat die Weltordnung durcheinandergewirbelt und droht, eine handfeste Wirtschaftskrise auszulösen. Es bestehe die Gefahr, dass VW mit dem Schwung randvoller Bestellbücher gegen die Wand einer Rezession fährt, warnte Betriebsratschefin Daniela Cavallo angesichts möglicher Energieknappheit und steigender Preise.

In jedem Fall werden Krieg und Inflation die Tarifverhandlungen im Herbst bestimmen. Die IG Metall hat sich mit der Empfehlung einer saftigen Entgelterhöhung von 7 bis 8 Prozent bereits in Stellung gebracht. Auch Daniela Cavallo betont die Notwendigkeit einer Entlastung der Belegschaft -  und verweist auf die Rekordgewinne Volkswagens trotz Ukraine-Krieg und anhaltendem Halbleiter-Mangels.

Man merkt: Das Taktieren hat begonnen. Auch auf Unternehmensseite. Dem optimistischen Blick Herbert Diess‘ in die Zukunft stellte Finanzvorstand Arno Antlitz jüngst auf einer Betriebsräteversammlung eine nüchternere Darstellung gegenüber. Die Halbleiterversorgung werde sich zwar wieder stabilisieren, aber das verschärfe eben auch den Wettbewerb. Die derzeit hohen Margen seien mit stabilerer Versorgungslage nicht mehr durchzusetzen. VW müsse dann wieder Kostendisziplin walten lassen und die Produktivität steigern. Ein Lied, dass man im Wolfsburger Stammwerk mittlerweile auch ohne Text mitträllern kann.

Die Gräben sind also schon einige Monate vor Verhandlungsbeginn gezogen, eine zähe Tarifrunde ist zu erwarten.

Der Volkswagen-Überblick

... und dann war da noch das:

Gute Fahrt wünscht Ihnen

Steffen Schmidt

Redakteur der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung

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