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WAZ-Autopilot - Paukenschlag vorm Sommerschlaf

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Liebe Leserinnen und Leser!

In Wolfsburg hat mit dem Werksurlaub jetzt die Saure-Gurken-Zeit begonnen. Doch Volkswagen wäre ja nicht Volkswagen, wenn man kurz vorher nicht noch mit einem echten Knaller um die Ecke kommen würde: VW-Konzernchef Herbert Diess muss seinen Posten zum 1. September räumen. Der als Stratege und Visionär gefeierte Manager hatte Volkswagen zwar konsequent neu ausgerichtet und auf den richtigen Weg geführt, zuletzt haperte es aber mehr an der Umsetzung der Strategie - insbesondere beim Software-Unternehmen Cariad. Hinzu kamen tiefreichende Konflikte mit dem Betriebsrat. Diess, dass wurde in den letzten Jahren immer mal wieder deutlich, wurde mit dem System Volkswagen und der Zentrale nicht so richtig warm - und umgekehrt. Seine Alleingänge und der oftmals schroffe Kommunikationsstil wurden ihm letztlich zum Verhängnis. Ganz auf das strategische Talent des Österreichers verzichten will VW dann scheinbar aber doch nicht. Diess oll bis zum regulären Vertragsende im Jahr 2025 weiter als Berater beschäftig und bezahlt werden.

Als Nachfolger an der Konzernspitze präsentierte der Aufsichtsrat sogleich den bisherigen Porsche-Chef Oliver Blume. Dieser gilt was Kommunikation und Führungsstil angeht als Pendant zu Diess. Ein umgänglicher Teamplayer mit integrativem Stil soll Blume sein. Zudem kommt der Top-Manager als gebürtiger Braunschweiger aus der Region, kennt den Konzern bestens und war auch schon in Wolfsburg tätig. Unter seiner Ägide gelang Porsche mit dem Taycan ein äußerst erfolgreicher Start in die Transformation ohne an Rendite einzubüßen. Mit dieser Vita hat er nicht nur die Porsche-Familie sondern auch den Betriebsrat auf seiner Seite und soll den Tanker VW nun als netterer Kapitän durch die gefährlichen Gewässer der Transformation steuern. Blume startet aber auch mit einer Hypothek: Am Wochenende musste er sich für übertriebene Aussagen über seinen Einfluss auf die FDP in den Koalitionsverhandlungen entschuldigen.

Die To-Do-List für Blume ist zudem fast so prall gefüllt wie die VW-Bestellbücher. Blume muss Cariad in die Spur bringen, das China-Geschäft wiederbeleben, die Atmosphäre verbessern, das Batteriegeschäft weiter vorantreiben und ganz nebenbei in seiner Doppelfunktion als Konzern- und Porsche-Chef den Börsengang des Sportwagenherstellers stemmen. Zumindest beim Batteriegeschäft ist VW bereits auf einem guten Weg. Hinter der eigens gegründeten Unternehmung Power Co. steckt ein äußerst vielversprechender Plan. An der Händlerfront regt sich hingegen Widerstand. Die Handelspartner wehren sich vehement gegen das von VW favorisierte Agenturmodell, mit dem der Autobauer den direkten Kontakt zu den Kunden sucht, um an die wertvollen Daten zu kommen.

Während all dieses Trubels wird es in den Werkshallen ruhig. Traditionell verabschiedete die VW Big-Band die Belegschaft am Freitag an Tor 17 in die Ferien, inklusive eines kleinen Eis als Abkühlung. Den Termin für den Werksurlaub im kommenden Jahr gaben Unternehmen und Betriebsrat auch gleich bekannt. Dann wird aufgrund wichtiger Umbaumaßnahmen und dem mittlerweile riesigen Produktionsrückstands aber wohl einiges anders. Die Ferien 2023 sollen zur Aufholjagd genutzt werden.

Eis hatte auch schon der neuen VW-Markenchef vorher bei seiner Tour zum Ferienbeginn im Werk verteilt. Herbert Diess hingegen hielt die Urlaubsgrüße diesmal einfach. Sein berühmte Action-Show mit dem Hydro-Foil im Kanalbecken aus dem vergangenen Sommer kann man nun aber selbst in der Autostadt nachahmen. Entsprechende Kurse stehen zur Verfügung. So hat der scheidende VW-Chef auch auf dem Wasser des Hafenbeckens seine Fußstapfen hinterlassen.

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Gute Fahrt wünscht Ihnen

Steffen Schmidt

Redakteur der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung

PS: Weil das Werk und Volkswagen in den nächsten drei Wochen so gut wie zur Ruhe kommen, macht auch der Autopilot-Newsletter eine Pause. Wir melden uns pünktlich nach den Werksferien wieder zurück. Verpassen tuen Sie aber nichts! Über alles wichtige rund um Volkswagen auf dem laufenden gehalten, werden Sie wie immer über unser Online-Portal www-waz-online.de.

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