Öl und Gas aus Russland

Hohe Energiepreise: Wenn Kriegstreiberei zum Geschäftsmodell wird

Blick auf die Baustelle der Übernahmestation der Ferngasleitung Eugal. Durch die Übernahmestation soll zum Jahresende das erste russische Erdgas aus der Ostseepipeline Nord Stream 2 ins europäische Gasnetz gespeist werden. (Symbolfoto)

Blick auf die Baustelle der Übernahmestation der Ferngasleitung Eugal. Durch die Übernahmestation soll zum Jahresende das erste russische Erdgas aus der Ostseepipeline Nord Stream 2 ins europäische Gasnetz gespeist werden. (Symbolfoto)

Frankfurt. Mutmaßlich reibt sich Wladimir Putin gerade die Hände. Er hätte allen Grund dazu. Der Kremlherrscher musste „nur“ 100.000 Soldaten an die russisch-ukrainische Grenze schicken, um seine Einflusssphäre in Osteuropa zu wahren, sämtlichen Gedankenspielen für eine Erweiterung der Nato die Grundlage zu entziehen und der Welt zu demonstrieren, dass sich Russland keineswegs mit dem Status einer Regionalmacht zufriedengibt. Und ganz nebenbei hat Putin auch noch ein gutes Geschäft gemacht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Seit Beginn der Krise sind die Preise für russisches Öl und Gas massiv gestiegen. Rohöl hat sich seit Dezember um mehr als ein Drittel verteuert. Beim Erdgas gab es ähnliche Ausschläge, auch wenn sich der Markt zuletzt ein wenig entspannt hat. Putin hat Europa an den Rande eines Krieges geführt, und die bittere Wahrheit ist, er hat eine Menge Geld damit verdient.

Schon in normalen Jahren überweisen westliche Staaten – auch die USA – Milliardenbeträge an Russland, um ihren immensen Durst nach sibirischem Öl und Gas zu stillen. In diesem Jahr dürften es einige Milliarden mehr sein.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Kurz- und mittelfristig hat Putin vieles richtig gemacht. Auf lange Sicht dürfte seine Rechnung jedoch kaum aufgehen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Westen Schluss machen muss mit seiner Abhängigkeit von fossiler (russischer) Energie, wurde dieser nun erbracht.

Preissignale haben in der Wirtschaft den gleichen Effekt wie Erpressungsversuche in der Politik: Man begibt sich auf die Suche nach Alternativen. Für Russland ist das auf Dauer keine gute Nachricht. Dem 69-jährigen Putin wird das egal sein.

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen