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Flughafen Hannover

Finanzinvestor hat gute Chancen

Wegen Hitzeschäden an der Landebahn musste der Flughafen Hannover am Dienstagabend gesperrt werden. Die Passagiere mussten lange warten.

Wegen Hitzeschäden an der Landebahn musste der Flughafen Hannover am Dienstagabend gesperrt werden. Die Passagiere mussten lange warten.

Hannover. Der mögliche Einstieg eines Finanzinvestors beim Flughafen Hannover stößt im niedersächsischen Landtag und im Rat der Stadt Hannover auf ein unterschiedliches Echo. In den Fraktionen gehen die Meinungen auseinander, ob Land und Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen sollen, wenn sich der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport wie geplant von seinem Anteil am hiesigen Airport trennt. „Ich glaube nicht, dass es dazu kommt“, sagte ein führender Ratspolitiker am Donnerstag. „Das Land hat dazu keine Lust – und die Stadt hat kein Geld.“

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Fraport sucht für seinen 30-prozentigen Anteil am Flughafen einen Käufer – als Favorit für die Übernahme gilt der britische Pensionsfonds Icon Infrastracture. Nach HAZ-Informationen bietet der Investor um die 100 Millionen Euro. Land und Stadt halten jeweils 35 Prozent am Airport und können innerhalb eines Monats erklären, dass sie zum ausgehandelten Preis die Anteile des Frankfurter Konzerns übernehmen.

In der CDU Ratsfraktion zeigt man sich für diese Option offen. „Wenn das Land mitzieht, müssen wir prüfen, ob wir uns das leisten können“, sagte die stellvertretende Vorsitzende, Kerstin Seitz. Angesichts der sprudelnden Einnahmen aus der Gewerbesteuer sei ein Kaufpreisanteil von um die 50 Millionen Euro für die Stadt nicht von vornherein abwegig. Das sei aber ihre persönliche Meinung, sagte Seitz. Die CDU im Landtag ist zurückhaltender – man werde die Option eingehend prüfen, erklärte Fraktionschef Dirk Toepffer.

Die Sozialdemokraten in Rat und Landtag halten sich bedeckt – die Tendenz geht eher in Richtung Verzicht. Der bisherige Mix aus öffentlichen und privaten Gesellschaftern habe sich bewährt, erklärten der wirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Stefan Kleine und der stellvertretende Fraktionschef im Rat, Jens Menge: „Wir haben keine prinzipiellen Vorbehalte gegen einen privaten Partner.“

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Diese Einschätzung teilt man bei der FDP. „Dieser Investor ist keine Heuschrecke, die nur Geld abziehen will“, sagte Rats-Fraktionschef Wilfried Engelke. Zudem sei es sinnvoll, „beim Flughafen einen Gesellschafter mit Know-how dabei zu haben“, ergänzte der Vize-Fraktionschef im Landtag, Jörg Bode.

Die AfD im Landtag ist dafür, dass Niedersachsen sein Vorkaufsrecht ausübt. Der Flughafen verzeichne steigende Zahlen bei Passagieren und Frachtgut, sagte Vize-Fraktionschef Stefan Henze. „Die Landesregierung sollte hier grundsätzlich eine Erweiterung des Investments prüfen.“

Von Jens Heitmann

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