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Kommentar

Die Pflege hat ihren Preis

Die Pflege kostet viel Geld – doch im Vergleich zu skandinavischen Ländern ist das deutsche System unterfinanziert.

Die Pflege kostet viel Geld – doch im Vergleich zu skandinavischen Ländern ist das deutsche System unterfinanziert.

Hannover.Nach den Debatten im jüngsten Bundestagswahlkampf über den traurigen Zustand des Pflegesystems kann es niemanden überraschen, dass die Heime teurer geworden sind. Wichtigster Grund dafür sind die gestiegenen Löhne. Das kann aber nur der Anfang sein. Wer pflegebedürftige Angehörige hat, weiß: Die Angestellten der Heime sind meist immer noch überlastet und unterbezahlt.

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Gesundheitsminister Jens Spahn legt deshalb nach. Im kommenden Jahr steigen die Beiträge für die Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Einkommens. Doch wenn man genauer hinsieht, wird klar: Das reicht nur für eine Atempause. Der größere Teil des Zuschlags soll Löcher stopfen, die ältere Reformen gerissen haben. Weniger als die Hälfte wird für mehr Stellen bereitstehen.

Ein großer Wurf sieht also anders aus. Allein die demografische Entwicklung wird zu weiteren Erhöhungen zwingen. Und der internationale Vergleich zeigt: In Deutschland sind die Gesamtkosten des Systems immer noch relativ niedrig, gleichzeitig zahlen die Pflegebedürftigen relativ viel aus eigener Tasche. Skandinavische Länder lassen sich die Pflege deutlich mehr Geld kosten. Eine Betreuung, die den Menschen wirklich gerecht wird, gibt es eben nicht zum Dumpingtarif. Gerade erst ergab eine Umfrage der Krankenkasse DAK: Fast 70 Prozent der Deutschen wünschen sich eine stärkere Absicherung der Pflegekosten, auch wenn dadurch die Beiträge weiter steigen.

Kurz: Die Pflege wird teurer, doch das ist gut so.

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Von Christian Wölbert

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