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Kommentar

Auf dem Weg zum Pizza-Monopol

Auch der Lieferdienst Foodora wechselt den Besitzer.

Auch der Lieferdienst Foodora wechselt den Besitzer.

Hannover.Pizza, Sushi, Curry, Burger, Schnitzel oder doch lieber Salat? Egal, worauf man Lust hat: Anbieter wie Foodora oder Lieferando bieten die ganze Palette und bringen das Bestellte zumindest in größeren Städten schnell nach Hause. Bald soll es für die Kunden noch bequemer werden. Mit einem Milliardendeal will die niederländische Firma Takeaway.com die größten Lieferdienste zusammenbringen. Hungrige Kunden müssten dann nicht einmal mehr überlegen, welche Bestell-App die beste ist – es gäbe nur noch eine relevante.

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Die Kehrseite der Medaille: Die neue Riesenplattform würde mächtig werden, vielleicht zu mächtig. Sie könnte dann von Restaurants noch höhere Provisionen verlangen als heute, vielleicht auch höhere Liefergebühren von Kunden. Ernst zu nehmende Wettbewerber sind nicht in Sicht: Deliveroo zum Beispiel hat sich aus Hannover und vielen weiteren Städten zurückgezogen. Es ist ein weiteres Beispiel für die Tendenz der Internet-Ökonomie zur Monopolbildung. Im Plattform-Business gibt es langfristig immer nur einen Sieger. Restaurants wollen möglichst viele Kunden, Kunden möglichst viel Auswahl. Wer an der Schnittstelle sitzt, kassiert ab. Man sieht das in vielen Bereichen: nicht nur bei sozialen Netzwerken und Suchmaschinen, auch im Onlinehandel samt Preissuchmaschinen und Vergleichsportalen.

Die EU-Kommission und das Bundeskartellamt versuchen mittlerweile, den Schaden zu begrenzen. Zum Beispiel nimmt das Kartellamt seit November Amazon unter die Lupe. Bislang haben die Behörden aber noch keinen durchschlagenden Erfolg. Vielleicht können sie wenigstens ein Pizza- und Burger-Monopol verhindern.

Von Christian Wölbert

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