Kolumne „Der Haushälter“

Die normale Krankenversicherung reicht auf Reisen nicht

Auch einen Rücktransport sollte die Reisekrankenversicherung unbedingt abdecken.

Auch einen Rücktransport sollte die Reisekrankenversicherung unbedingt abdecken.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist es auch in der gesamten Europäischen Union. Man muss seine Krankenkassenkarte nur umdrehen, dann wird sie zur europäischen Krankenversicherungskarte. Das ist praktisch für den Urlaub – sollte man eigentlich meinen. Tatsächlich aber wiegt diese Kartenrückseite uns in falscher Sicherheit.

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300 Euro Erstattung für 16.000 Euro Kosten

Es gibt gleich mehrere Probleme: Erstens wird nur das erstattet, was im jeweiligen Urlaubsland üblich ist. Zweitens landet man fern der Metropolen oft in Privatkliniken – und dafür zahlt die Kasse grundsätzlich nicht. Drittens sind die Bergung und der Rücktransport in die Heimat nicht versichert. Der medizinische Rücktransport von Mallorca etwa kann schon mal 12.000 Euro kosten.

Ein Leser berichtete von einem Türkei-Urlaub. Obwohl das kein EU-Staat ist, übernehmen die Krankenkassen auch dort (wie in weiteren europäischen Ländern) grundsätzlich Kosten. Der Leser erlitt einen Herzinfarkt, die Klinik stellte ihm 16.000 Euro in Rechnung. Seine deutsche Kasse habe aber nur 300 Euro übernommen. Ein Albtraum.

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Dabei ist die Lösung einfach: Schließen Sie eine Auslandsreisekrankenversicherung ab. Es gibt exzellente Tarife ab 8 Euro pro Person, Familientarife für knapp 20 Euro. Nicht bloß pro Reise, sondern pro Jahr. Und für praktisch alle Länder der Welt. Auch privat Versicherte sollten prüfen, ob sie eine brauchen. Wichtig: Verlassen Sie sich nicht auf Versicherungen, die im Paket mit der Kreditkarte oder der Reisebuchung angeboten werden. Die taugen meist nichts. Die guten Tarife vom Versicherer lassen sich auch bequem online abschließen – noch direkt vor der Reise.

Unbedingt Notrufnummer und Daten mitnehmen

Ein guter Tarif sollte Rücktransporte nicht nur übernehmen, wenn sie zwingend nötig, sondern auch, wenn sie sinnvoll sind. Und er sollte auch bei Covid-19 greifen. Meine Kollegen von „Finanztip“ haben vier Tarife ausgesucht, die hervorragende Leistungen zum guten Preis bieten. Mein Tipp für die Reise: Nehmen Sie unbedingt die Notrufnummer der Versicherung und Ihre Versicherungsdaten im Handy oder Portemonnaie mit. Rufen Sie an, oder lassen Sie Ihre Mitreisenden anrufen, bevor Sie in Behandlung gehen. So vermeiden Sie Extrakosten.

Matthias Urbach ist Vizechefredakteur des Geldratgebers „Finanztip“, der zur gleichnamigen Stiftung gehört. Er erklärt an dieser Stelle regelmäßig, wie man Gelddinge selbst regelt. Weitere Tipps gibt Urbach im wöchentlichen Verbrauchernewsletter (Finanztip.de/newsletter).

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