Kolumne

Ein neues Handelsabkommen mit den USA – wann, wenn nicht jetzt?

Joe Biden, Präsident der USA, beim EU-Gipfel in Brüssel: Europa sollte angesichts der aktuellen Weltlage enger mit den USA zusammenarbeiten und einen neuen Anlauf für ein Freihandelsabkommen starten, meint RND-Kolumnistin Sarna Röser.

Joe Biden, Präsident der USA, beim EU-Gipfel in Brüssel: Europa sollte angesichts der aktuellen Weltlage enger mit den USA zusammenarbeiten und einen neuen Anlauf für ein Freihandelsabkommen starten, meint RND-Kolumnistin Sarna Röser.

Berlin. Große Veränderungen können eine zweite Chance sein. So setzte US-Präsident Joe Biden vergangene Woche ein starkes Zeichen. Seine Teilnahme an den Gipfeln von EU, Nato und G7 ist ein Symbol des Zusammenhalts in schwierigen Zeiten. Die USA sind für Europa und Deutschland ein zentraler Verbündeter im Streben nach freiheitlichen Werten. Der grausame Krieg Putins gegen die Ukraine hat uns vor Augen geführt, wie hilflos wir ohne verlässliche Partner sind. Wann, wenn nicht jetzt, sollten Deutschland und Europa enger mit den Ländern zusammenarbeiten, mit denen wir ohne Zweifel ein gemeinsames Wertefundament haben?

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+++ Alle Entwicklungen im Liveblog +++

Die Forderung von Finanzminister Christian Lindner nach einem transatlantischen Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU war deshalb ein absolut richtiger Impuls aus der Bundesregierung.

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Seit dem Abbruch der TTIP-Verhandlungen vor sechs Jahren ist die Welt eine andere geworden. Wie kaum ein anderes Land hat sich Deutschland weiter in eine verhängnisvolle Abhängigkeit von autokratischen Staaten manövriert. Deshalb ist es angesichts brüchiger Lieferketten und toxischer Energie­abhängigkeit das Gebot der Stunde, künstliche Hemmnisse im Warenaustausch mit Verbündeten abzuschaffen. Während die Kosten für Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher überall explodieren, kann durch ein schnell verhandeltes Abkommen unmittelbar Entlastung geschaffen werden.

Mittelständische Unternehmen würden profitieren

Gerade für Mittelständler wäre der unbürokratische Zugang zum riesigen US-Markt eine große Chance. Selbst Technologieführer können sich keine großen Abteilungen für komplizierte und teure Zertifizierungsverfahren leisten. Das muss einfacher gehen.

Die Diskussionen über TTIP und Ceta haben dazu geführt, dass man in einem modernen Freihandelsabkommen der Angst vor vermeintlich niedrigeren Standards effektiv begegnen kann. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht alte Vorurteile aufwärmen, sondern dass wir schnell und umfassend die Chance für ein transatlantisches Abkommen ergreifen. Jetzt!

Sarna Röser ist Vorsitzende des Verbands Die jungen Unternehmer und designierte Nachfolgerin für das 1923 gegründete Familienunternehmen Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH in Baden-Württemberg. Sie schreibt immer mittwochs im wöchentlichen Wechsel über Transformation, Digitalisierung und den weiblichen Blick auf die Wirtschaft.

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