Sanktionen nach Angriff auf Ukraine

Flugverbote in Europa: Welche Auswirkungen hat das?

Am Sonntag hob um 12.39 Uhr in Frankfurt noch ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747 der russischen Fluggesellschaft Air Bridge Cargo in Richtung Moskau SVO ab. Nun ist der Luftverkehr deutlich eingeschränkt.

Am Sonntag hob um 12.39 Uhr in Frankfurt noch ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747 der russischen Fluggesellschaft Air Bridge Cargo in Richtung Moskau SVO ab. Nun ist der Luftverkehr deutlich eingeschränkt.

Berlin. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine führt zu großen Auswirkungen im Luftverkehr. Nachdem die Europäische Union den Luftraum für russische Flieger am Sonntag gesperrt hatte, zog Russland am Montag nach und schloss seinen Luftraum für deutsche Flugzeuge und 35 weitere Staaten.

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Die FDP-Bundestagsfraktion erwartet deswegen deutliche Nachteile besonders für den Flugfrachtverkehr. „Ich befürworte die Flugverbote der EU, rechne jedoch mit massiven Auswirkungen auf die Lieferketten und den Flugfrachtverkehr“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Bernd Reuther, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er betonte allerdings, die Auswirkungen der Flugverbote ließen sich an Tag eins noch nicht abschließend einschätzen.

Laut Reuther werden sich einige Routen auf den Seeweg verlagern müssen, „wo die Lage jedoch auch schon angespannt ist“, erklärte der Liberale. „Der Druck auf die Airlines und Airports in der Europäischen Union wird sich erhöhen.“ Das sei problematisch für die Branche, die schon durch die Corona-Pandemie gebeutelt sei.

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Umweg über die Türkei

Auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) geht von deutlichen Konsequenzen für die Branche aus: „Die aktuellen Entwicklungen werden spürbare Auswirkungen auf die deutsche Luftverkehrswirtschaft haben, deren genaues Ausmaß aktuell noch nicht abzuschätzen ist“, teilte ein Sprecher dem RND mit. Passagier- und Frachtflüge nach Fernost, die üblicherweise über Russland fliegen, nähmen Umwege über alternative Routen. Weiter hieß es, Flugpläne würden angepasst.

Zahlreiche Airlines, darunter auch die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, meiden jedoch bereits seit einigen Tagen den russischen Luftraum und stricken ihre Flugpläne um. Die Retourkutsche Moskaus macht also nur das offiziell, was oftmals schon Praxis ist.

Dennoch ist die Blockade wirtschaftlich ein Problem, weil die Route über Russland die mit Abstand kürzeste Verbindung zwischen Mitteleuropa und Fernost ist. Die Folge: Airlines müssen große Umwege fliegen. „Aktuellen Daten zufolge werden Flüge hauptsächlich über die Türkei ausgeführt“, erklärte Michael Trinkwalder, Travel Security Analyst des Sicherheitsanbieters A3M, dem RND. Bei Flügen nach China, Japan und Korea seien erhebliche Umplanungen notwendig, sagt auch Lufthansa.

Verbraucher müssen mit höheren Preisen rechnen

Man rechne auf den neuen Routen mit Flugzeitverlängerungen um ein bis zwei Stunden, sagte eine Sprecherin der Frachttochter Lufthansa Cargo kürzlich. Die Maschinen könnten wegen des höheren Kerosinbedarfs zwischen fünf und 20 Prozent weniger Fracht laden, was zu einem geringeren Platzangebot führe. Das dürfte im ohnehin stark ausgelasteten Frachtverkehr zu weiter steigenden Preisen und möglichen neuen Engpässen in den Lieferketten führen.

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Verbraucherinnen und Verbraucher werden die Folgen der Einschränkungen ebenfalls im Geldbeutel spüren: „Umwege beziehungsweise längere Flugstrecken bedeuten einen höheren Verbrauch von Kerosin, der sich auf die Preise auswirken wird“, sagte Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland dem RND. Bei bereits gebuchten Tickets könnten die Airlines in aller Regel aber nicht einfach aufschlagen. Die dafür notwendigen Preisanpassungsklauseln seien nach ihrer Erfahrung in den Vertragsbedingungen von Flugtickets nicht enthalten.

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