Vorschläge von Von der Leyen und Habeck

Energieexperte hält Grundreform des Strommarktes für unrealistisch

Für die Reform der europäischen Strommärkte gibt es nach Angaben eines Energie-Experten der Brüsseler Denkfabrik Bruegel keine einfache Lösung.

Für die Reform der europäischen Strommärkte gibt es nach Angaben eines Energie-Experten der Brüsseler Denkfabrik Bruegel keine einfache Lösung.

Brüssel. Für die Reform der europäischen Strommärkte gibt es nach Angaben eines Energie-Experten der Brüsseler Denkfabrik Bruegel keine einfache Lösung. „Politiker hoffen zwar, dass man mit einem Federstrich dafür sorgen kann, dass die Preise günstiger werden“, sagte der Ökonom Georg Zachmann der Deutschen Presse-Agentur. „Die Schwierigkeit ist allerdings, dass sich daran viele versucht haben und es keine guten Vorschläge gibt.“

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der hohen Preise eine strukturelle Reform des europäischen Strommarktes sowie Notfallmaßnahmen in den kommenden Wochen angekündigt, um Verbraucher zu entlasten. Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat in Deutschland Maßnahmen angekündigt.

Zachmann: Grundreform unrealistisch

Auf dem europäischen Strommarkt werden die Preise zurzeit vor allem von Gaskraftwerken vorgegeben. Da der Gaspreis vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine stark gestiegen ist, ist daher auch Strom teurer geworden. Das liegt daran, dass der Strompreis durch das teuerste eingeschaltete Kraftwerk bestimmt wird, das zur Produktion benötigt wird. Ist die Nachfrage niedrig, reicht günstiger Strom etwa aus Windkraft. Derzeit müssen aber teure Gaskraftwerke genutzt werden, um die Nachfrage zu decken – und der Preis richtet sich nach ihnen.

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Nach Angaben von Zachmann wäre eine Reform des Preismechanismus auf dem europäischen Strommarkt nicht einfach umzusetzen. Eine Entkopplung von Strom- und Gaspreis bekomme man nur, wenn der Staat quasi in alle Vertragsbeziehungen eingreifen könne. Solch eine komplette Reform des Marktes scheint dem Experten jedoch langwierig und politisch unrealistisch, auch wegen der unterschiedlichen Interessen der Länder und der Energiefirmen.

RND/dpa

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