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WAZukunft

Volkswagen Tiguan 

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© BRITTA SCHULZE 

Der neue Tiguan soll effizienter, vernetzter und digitaler daherkommen als der Vorgänger. Vor allem aber wird das SUV durch eine Plug-in-Hybrid-Version in das Zeitalter der Elektromobilität überführt. Mit Erfolg, wie der Fahrtest des Tiguan eHybrid deutlich macht. Bereits von außen sind die Unterschiede zum Vorgänger durch die komplett neu designte Frontpartie klar zu erkennen. Die neu konzipierten LED-Scheinwerfer lassen das Auto moderner wirken, durch den markanteren Kühlergrill wird optisch eine Brücke zu den großen SUV-Geschwistern Touareg und Atlas geschlagen. Hinten macht der zentrierte Schriftzug „Tiguan“ sofort deutlich, dass es sich um die neue Generation des Bestsellers handelt.

Mit der Hybridversion des Tiguan unterwegs

Mit 911000 verkauften Modellen im vergangenen Jahr ist der Tiguan Mittlerweile zum Volkswagen-Primus aufgestiegen. Mit dem Facelift verpasst VW dem erfolgreichsten SUV Europas nun ein umfangreiches Update.

Entscheidende Neuerungen unter der Haube

Entscheidender ist jedoch, was sich unter der Haube getan hat. Zum einen verpasst VW dem Tiguan die neueste Motorengeneration. Besonders der Diesel ist durch die Twindosing-Technologie deutlich effizienter und sauberer geworden. Mit dem Tiguan R schickt VW zudem eine extrem sportliche Variante ins Rennen. Das Allradmodell verfügt über satte 320 PS und ein Drehmoment von 420 Newtonmetern. Ergebnis ist eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Angesichts der boomenden Elektromobilität dürfte der eHybrid allerdings von noch größerer Bedeutung für das Unternehmen sein. Der Plug-in-Hybrid besitzt eine System-Leistung von 180 kW (245 PS). Im Modus „Hybrid“ arbeiten der Turbobenziner (110 kW/150 PS) und die E-Maschine (85 kW/115 PS) zusammen. Ist die Batterie ausreichend geladen, startet der Hybrid stets im E-Modus. Bis zu 50 Kilometer soll der Tiguan laut VW rein elektrisch zurücklegen können. Geladen werden kann der Tiguan extern über eine Schnittstelle am linken Kotflügel mit 2, 3 oder 3,6 kW Wechselstrom.

Aber auch während der Fahrt kann die Batterie aufgeladen werden – die gelungene Rekuperation macht es möglich. Manuelles Bremsen wird zudem gerade im Stadtverkehr kaum noch nötig, das regelt die Rekuperation von ganz allein.

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© BRITTA SCHULZE 

Intelligentes Batteriemanagement

Weiterhin punktet der Tiguan eHybrid mit intelligentem Energiemanagement. Nicht nur kann der Fahrer über ein entsprechendes Menü im Touchdisplay einstellen, wie viel Akkuleistung reserviert werden soll, die intelligente Soft- und Hardware trägt zusätzlich dazu bei, die elektrische Reichweite zu vergrößern und den Verbrauch zu senken. „Prädikative Hybridstrategie“ nennt Volkswagen das. Das SUV erkennt bei aktivierter Navigation automatisch Strecken, die sich besonders zur Rekuperation eignen, und bindet die Topografie in die Streckenplanung ein, um die für den Hybrid-Betrieb effizienteste Route zu wählen. Liegt das Ziel zudem in einem städtischen Gebiet, kann entsprechend Fahrstrom angespart oder per forciertem Laden über den Verbrenner erzeugt und in der Traktionsbatterie vorgehalten werden.

Auf der Testfahrt zeigt sich: Die Beschleunigung im E-Modus reicht völlig aus, um mal eben schnell und lautlos, wie man es vom E-Motor gewohnt ist, zum Überholmanöver anzusetzen. Bei Tempo 130 ist allerdings Schluss mit emissionsfrei: Dann schaltet das Fahrzeug automatisch auf den Hybrid-Modus um, der E-Motor unterstützt dann den TSI-Motor als zusätzlicher Booster.

Per Knopfdruck in den E-Modus und zurück

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© BRITTA SCHULZE 

Per Knopfdruck kann der Fahrer zwischen den verschiedenen Modi bequem hin- und herwechseln. Eine besondere Dynamik bietet der „GTE“-Modus. In ihm fusionieren die E-Maschine und der TSI auf Knopfdruck, um die maximale Systemleistung bereitzustellen. Das Mehr an Power ist dann deutlich spürbar. Kleiner Nachteil: Der eHybrid verfügt lediglich über einen Frontantrieb, dieser wirkt von der maximalen Leistung doch leicht überfordert. Drückt man das Pedal ganz durch, sind Einflüsse auf die Lenkung spürbar. Ansonsten aber liegt der Tiguan gut auf der Straße. Das Fahrwerk ist – wie von VW gewöhnt – bestens abgestimmt.

Intelligente Technik trägt dazu bei, die elektrische Reichweite zu vergrößern und den Verbrauch zu senken.

Ein deutliches Upgrade haben auch Innenraum und Fahrassistenzsystem bekommen. Etwa durch den Travel-Assist oder das neuste Infotainmentsystem MIB 3. Nettes Detail: Kabelsalat hat im Tiguan ein Ende. Zahlreiche Dienste und auch das Laden sind nun möglich, ohne das Smartphone per Kabel mit dem Fahrzeug zu verbinden. Das Cockpit ist zudem deutlich digitaler geworden. Komplett auf Knöpfe und Regler verzichtet hat VW beim Tiguan allerdings nicht. Dennoch werden die meisten Einstellungen über Touchregler und -schieber vorgenommen. Etwas Zeit zum Kennenlernen sollte man also einplanen. Von Steffen Schmidt