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Schützenfest Gifhorn 2022

Zwei Jahre Ausnahmezustand

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Der Lockdown stellte die Schützen von USK und BSK vor große Herausforderungen. Fotos: Archiv/privat

Skype-Treffen, Trost-Beutel und Schulden beglichen

Nicht nur die Schützenfeste mussten während der vergangenen zwei Jahre wegen der Pandemie abgesagt werden. Auch die Königsketten blieben im Schrank, da es keine Anlässe gab, sie zu tragen. Schießbetrieb, Treffen untereinander und geplante Generalversammlungen waren im Lockdown nicht möglich. Für die Zugführer in allen Zügen von BSK und USK war es schwierig, den Kontakt zu den jeweiligen Schützen aufrechtzuerhalten.

„Seit dem letzten Ausmarsch im März 2020 hat es im BSK keine Veranstaltungen gegeben“, erzählt BSK-Major Carsten Gries. Wohl habe man sich innerhalb der Kommandos am Telefon ausgetauscht, aber ansonsten habe man sich strikt an die Corona-Regeln gehalten. „Schließlich waren mit dem Lockdown alle Veranstaltungen untersagt.“

Trotz aller Widrigkeiten hätten die Vereinsmitglieder dem Verein die Treue gehalten. Sogar einige Beförderungen innerhalb einzelner Züge habe es laut dem BSK-Major gegeben: Ingo Campe (neuer Zugführer 5. Zug), Christian Schnur (Pressewart und stellvertretenden Schriftführer), Olaf Klosevic (2. Hausmeister BSK-Saal) und Albert Wittneben (2. Schießoffizier) dürfen sich nun mit dem Dienstgrad Leutnant schmücken. Solche Beförderungen werden nur jenen Schützen zuteil, die sich durch besondere Leistungen oder überdurchschnittliches Engagement hervorgetan haben, wie Gries betont.

Um etwas gegen die Trauer zu tun, hatten sowohl das USK als auch BSK Trost-Taschen gepackt und diese an ihre Mitglieder verteilt, prall gefüllt mit ein paar Utensilien, die wenigstens für ein wenig Schützenfest-Feeling sorgen sollen.

„Zwei Jahre kein richtiges Schützenfest zu feiern, ist für einen Schützen die Höchststrafe“, sagt USK-Major Karsten Ziebart. Deshalb hätte der USK im Lockdown neue Wege beschritten, um die Kontakte nicht abreißen zu lassen: regelmäßige Skype-Treffen unter den Kommandeuren seien an der Tagesordnung gewesen.

Die Corona-Einschränkungen und den langen Winter habe die USK-Führung sinnvoll genutzt, um erste Vorbereitungen für das 200-jährige Jubiläum im Jahr 2023 zu treffen. „Unter normalen Umständen hätten wir dazu gar keine Zeit gehabt und wären noch nicht so weit mit den Vorbereitungen“, zeigt sich Ziebart versöhnlich. Außerdem verwies er auch darauf, dass das USK seit Ende 2020 schuldenfrei sei. „Zahlmeister Peter Kostrewa und ich hatten uns die Finanzen des Vereins angesehen und beschlossen, einen Kredit abzulösen.“ Gifhorns Apelsinenball wurde mit viermonatiger Verspätung als „Maiball“ in der Stadthalle gefeiert. (nip)