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Schützenfest Gifhorn 2022

Glückspilz und König mit Taktgefühl

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Die Königsscheibe von Andreas Erhardt zeigt einen Hecht. Schließlich ist seine Leidenschaft das Angeln. Foto: Photowerk

Andreas Erhardt war drei Jahre lang in Amt und Würden

„Das war schon ein einmaliges Erlebnis“, erinnert sich Andreas Erhardt an jenen Abend im Juni 2019 zurück, als er erfuhr, dass er sich mit einem 118er-Teiler zum König geschossen hatte. Wirklich gerechnet hatte er nicht mit solch einem Ergebnis. „Ich schieße seit 20 Jahren auf die Königsscheibe, aber hatte vorher noch nie das Glück, eine Zehn zu treffen“, gibt er offen zu.

Dass er drei Jahre die Königswürde hatte, erfüllt den Gifhorner mit Stolz – vor allem vor dem Hintergrund, dass der 7. Zug des USK, in dem er mitmischt, seit 1973 keinen König mehr gestellt hatte. Wenngleich die Corona-Regierungszeit im Großen und Ganzen „recht ruhig“ verlaufen sei, habe er die Zeit genossen. Was für Erhardt gezählt hat, war die Familie, die die Freude mit ihm geteilt hat. Schließlich sind – von der Ehefrau über die Tochter bis hin zu Schwiegervater und Nichte– allesamt mit Leib und Seele Schützen.

Andreas Erhardt ist dem Schützenverein seit 1990 treu. Was Erhardt am Schützenwesen so mag? „Die Tradition, die Gemeinschaft und das Feiern“, sagt er. Anfangs habe er im USK-Musikzug Pauke gespielt. Er sei da so reingerutscht, weil einer der Musiker ausgefallen sei, und habe in dem Zug dann 20 Jahre lang Pauke gespielt – ganz ohne musikalische Ausbildung. „Manchmal reicht ein gutes Taktgefühl und Spaß an der Sache.“ Seit zehn Jahren marschiert er im 7. Zug mit.

Auf seiner Königsscheibe, die er am Pfingstsamstag vor dem großen Ausmarsch überreicht bekam, ist ein Hecht abgebildet. „Das passt zu mir“, schmunzelt er. Schließlich sei das Angeln seine große Leidenschaft.

Allerdings musste die Scheibe zweimal übergemalt werden. Durch die nicht enden wollende Pandemie wurde die Amtszeit Erhardts erst von 2019 auf 2020 und dann noch einmal auf 2021 verlängert.

Die Zweit-Scheibe, die er sich hat anfertigen lassen, wird er bald an prägnanter Stelle an seinem Wohnhaus anbringen. Schließlich darf jeder sehen, dass er der König war, der drei Jahre amtiert hat. (nip)