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FREUDE AN DER TECHNIK UND AM LEBEN

OTTO TROPPMANN UND WINFRIED RULOFFS TÜFTELN MIT LEIDENSCHAFT

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Ihre E-Bike-Draisine für jede Spurbreite haben Otto Troppmann und Winfried Ruloffs schon auf einem Gleisstück ausprobiert. Foto: AZ/Archiv

Ihre gemeinsame Leidenschaft: Tüfteln. Seit 60 Jahren verbinden Otto Troppmann aus Weyhausen und Winfried Ruloffs eine tiefe Freundschaft- und die Liebe zum Basteln. „Wir schätzen den ehrlichen Umgang miteinander", betont Otto Troppmann. Seite an Seite entwickeln sie technische Raritäten in der Scheune von Winfried Ruloffs in Neudorf-Platendorf, haben unter anderem das kleinste Fahrrad und das kleinste Tandem der Welt aus der Taufe gehoben. „Beide  sind fahrtüchtig. Damit haben wir es sogar ins Guinness Buch der Rekorde geschafft", ist Otto Troppmann stolz auf die öffentlichkeitswirksamen Titel.


,,FREUDE AN DER TECHNIK UND AM LEBEN. WIR MACHEN WEITER - DENN UNS FÄLLT IMMER ETWAS NEUES EIN."

OTTO TROPPMANN


Ihre neueste Errungenschaft: eine E-Bike-Draisine für jede Spurbreite, fachmännisch Hand in Hand gebaut. „Mit diesem Projekt haben wir zusammen die Corona-Zeit gut überbrückt", sagt Otto Troppmann. „Wir haben sie schon auf einem Gleisstück des Vereins Steinhuder Meer-Bahn ausprobiert."  Ob Roheischleuder oder Torschusskanone: „Man muss schon ein wenig verrückt sein, sonst klappt das nicht", räumt Winfried Ruloffs einen kreativen Freigeist ein. Wie viele ihrer Erfindungen es bereits in Guinness-Buch geschafft haben, wissen die beiden Bastler nicht mehr genau - zehn seien es mindestens gewesen. „Manche haben wir gar nicht mehr eingereicht“, sagt Otto Troppmann. „Für uns bedeutet das zu viel Aufwand, der uns nur vom Weiterbauen abhält."

Ein Rädchen greift ins andere: Gemeinsam entwickeln sie Ideen, entwerfen Skizzen, schrauben, probieren aus. „Uns kommt zugute, dass wir früher im Versuchsbau bei Volkswagen gearbeitet haben“, hebt Winfried Ruloffs berufliche Fähigkeiten und Fertigkeiten als Basis ihrer Schaffenskraft hervor. Am Arbeitsplatz haben sich die beiden auch damals kennengelernt. Fast jeden Tag widmen sie sich ihrem Hobby, das sie eng zusammengeschweißt hat. Zum Glück sind unsere Ehefrauen tolerant“, schmunzelt Winfried Ruloffs.

Besonders stolz sind Otto Troppmann und Winfried Ruloffs auf ihr Zapfwellenorchester: Instrumente wie Dudelsack, Drehorgel, Ziehharmonika, Becken, Teufelsgeige, Tonleiter und Pauke haben sie an einen Trecker gebaut. Von vorn bis hinten kann er trommeln, blasen, pfeifen, rasseln. Die Zapfwelle des Treckers treibt jedes Instrument einzeln an. Dabei hat das ganze Projekt ganz unmusikalisch angefangen. „Wir haben keine Ahnung von Musik und können auch keine Noten lesen", gibt Otto Troppmann zu. 2014 brachte das Tüftlerdua den Trecker, Baujahr 1952, in Schuss. Doch kaum lief das Gefährt, reichte ihnen das nicht mehr. „Nur Tuckern war uns nicht genug", sagt Winfried Ruloffs.

Mittlerweile hat der Traktor 300 Lieder im Repertoire. Stolz präsentierten sie ihre Erfindung bei Dorffesten sowie Trecker- und Oldtimertreffen. „Wenn wir ankamen, gab es sofort eine Rudelbildung", erinnert sich Otto Troppmann an den enormen Zuspruch. Einige Erfindungen hat er auf YouTube gestellt - und verrät das Erfolgsgeheimnis der jung gebliebenen Rentner-Rekordjäger: „Freude an der Technik und am Leben. Wir machen weiter - denn uns fällt immer etwas Neues ein." (kb)