Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Anzeige
HELFER IN SCHWEREN STUNDEN

Bestattungen sind Vertrauenssache

Experten räumen mit fünf verbreiteten Irrtümern auf

Bestattungen sind Vertrauenssache Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Trauer erfordert vor allem Vertrauen.

Es zeigt sich immer wieder, dass Menschen bei der Beauftragung einer Bestattung ein wesentlich geringeres Preisgefühl haben als bei Produkten und Waren des täglichen Bedarfes. Das wundert nicht weiter, werden Menschen in der Regel doch nur alle 17 Jahre mit einem Todesfall im nahen Familien- oder Freundeskreis konfrontiert. Umso wichtiger, weit verbreitete Irrtümer zu benennen und kritisch zu hinterfragen.

Grundsätzlich müssen sich Trauernde oder auch Bestattungsvorsorgende persönlich angenommen und umfänglich auch hinsichtlich der Kosten informiert wissen", betont Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Denn Bestattungen sind Vertrauenssache.

Umso erfreulicher sei, dass nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts DIMAP beeindruckende 95 Prozent aller Menschen mit der Arbeit, der Begleitung und der Leistung ihres Bestatters im Trauerfall zufrieden bis sehr zufrieden waren. Dennoch gelte es, mit Irrtümern aufzuräumen.

Erster Irrtum: "Eine Erdbestattung ist teurer als eine Feuerbestattung"

Welche der beiden Bestattungsformen infrage kommt, sollte nach persönlicher Überzeugung und nicht nur aufgrund des Preises entschieden werden. Zwar sei die Feuerbestattung besonders bei den nachgelagerten Kosten wie beispielsweise der Grabpflege oft etwas günstiger, doch die Erdbestattung müsse nicht zwangsläufig teurer sein, denn Kosten wie etwa für die hygienische Versorgung des Verstorbenen und weitere Dienstleistungen des Bestatters seien in beiden Fällen gleich.

Zweiter Irrtum: Im Internet kann man Preise gut vergleichen"

Preisvergleiche sind wichtig, sagt Stephan Neuser, doch man muss sich darüber im Klaren sein, dass es immer auch starke regionale Unterschiede gibt - besonders was die Friedhöfe, Friedhofsgebühren, die Grabpflege und andere Leistungen angeht. Diese regionalen Gegebenheiten kennen Bestatter vor Ort einfach besser. Pauschalangebote ,all inclusive" seien in jedem Fall mit Vorsicht zu genießen. Empfeh lenswert sei vielmehr, sich schon zu Lebzeiten von ortsansässigen Bestattern beraten zu lassen.

Dritter Irrtum: "Ich lasse mich anonym bestatten und möchte meinen Kindern nicht zur Last fallen"

Foto: Kzen on/123RF

Es berührt zu hören, dass ältere Menschen aus einer falsch verstandenen Rücksicht auf ihre erwachsenen Kinder meinen, sie würden ihnen mit einer anonymen Bestattung einen Gefallen tun. Das Gegenteil aber ist der Fall: Menschen brauchen gerade wenn sie weit entfernt wohnen, Orte, die an die Kindheit, die Verwandten und die Vorfahren erinnern. 

Viele wissen nicht, dass es inzwischen auf vielen Friedhöfen pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen gibt, die eine individuelle Grabpflege entbehrlich machen. Auch die viel zitierte Bestattung von Urnen in Wäldern sollte gründlich überlegt werden, denn das Grab ist im Wald nur schwer zu erreichen.

Vierter Irrtum: Eine Trauerfeier ist nicht nötig"

Auch wenn es den Angehörigen oft nicht ganz klar ist: Jeder Mensch hat ganz unterschiedliche Bezugsfelder hat und durch den Verzicht auf eine Trauerfeie wird Fernstehenden ein Abschied verwehrt. Und auf eine Trauer feier zu verzichten, um vielleich alte Rechnungen zu begleichen erweist sich auf lange Sicht al: Bumerang. Denn für eine ehrli che und würdige Bestattung gib es keine zweite Chance.

Fünfter Irrtum: Beerdigungskosten sind Bestatter-Kosten"

Der Bestatter ist verpflichtet, ei nen transparenten Kostenvoran schlag zu erstellen. Das Angebo eines Bestattungsunternehmen: setzt sich aus drei Kostenblö cken zusammen: die eigener Dienstleistungen und Lieferun gen, Fremdleistungen wie Trau erdruck, Trauerredner, musikali sche Begleitung, Blumenschmucl usw. sowie Friedhofsgebührer und sonstige Gebühren/Entgelte (sogenannte durchlaufende Pos ten). Da es sich bei der Bestat tung um eine sehr individuelle und hochkomplexe Dienstleis tung handelt, für die eine seri öse und eingehende Beratung nötig ist, rät der Bundesverband Deutscher Bestatter, rechtzeitic einen Kostenvoranschlag unc gegebenenfalls auch Vergleich sangebote einzuholen.