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HELFER IN SCHWEREN STUNDEN

Trauer braucht Vertrauen

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Wer den Tod im eigenen Lebensumfeld erfährt, braucht einfühlsame Wegbegleiter, aber auch die Kompetenz und Qualifikation eines vertrauenswürdigen Bestatters. Foto: BDB

Tipps für die Bestatter-Suche: Womit Anbieter vor Ort punkten

Der Tod eines nahen Menschen ist zunächst einmal ein Schock. Statistisch hat man nur alle 17 Jahre überhaupt einmal mit dem Tod eines Angehörigen oder nahen Freundes zu tun. Verständlich, dass dann schnell vertrauensvolle Unterstützung benötigt wird. Und genau jetzt ist Vorsicht geboten: Denn Bestatter ist nicht gleich Bestatter! Es gibt Meisterbetriebe, Fachbetriebe, aber auch Quereinsteiger mit und ohne Qualifikation und reine Online-Vermittler auf Provisionsbasis. Was kaum jemand weiß: Als Bestatter tätig zu sein, setzt nicht zwingend eine Ausbildung voraus, ein Gewerbeschein reicht.

Elke Herrnberger, Pressesprecherin für den Bundesverband Deutscher Bestatter e.V., rät, genau hinzusehen: Welche Qualifikationen hat das Bestattungshaus? Ist es ein Fachbetrieb? Werde ich umfänglich und seriös beraten und werden die Bestattungskosten transparent dargestellt?

Bei einer Internetsuche erhält der Hilfesuchende eine nahezu undurchschaubare Auswahl an Webseiten und Anbietern, die in allen Preiskategorien und Ausprägungen Bestattungsdienstleistungen anbieten. Herrnberger nennt dazu eine sicherere Alternative: „Halten Sie kurz inne und erinnern Sie sich an die letzten Sterbefälle im Bekanntenkreis. Haben Sie die Möglichkeit, auf persönliche Erfahrungen zurückzugreifen? Können Sie jemanden fragen? Reputation und Empfehlung sind immer noch die besten Auswahlkriterien, wird hier doch von Mensch zu Mensch empfohlen."

Viele Online-Anbieter von Bestattungsleistungen sind lediglich Vermittlungsportale, die Aufträge an einen für den Auftraggeber zunächst unbekannten Bestatter weiterleiten. Dieser zahlt dann an den Vermittler eine Provision.

Ganz anders ein direkter und persönlicher Ansprechpartner in einem Bestattungshaus vor Ort: Hier können Trauernde alle Fragen stellen, die sie bewegen, sie erfahren individuelle Beratung, persönlichen Beistand und Trauerbegleitung, auch die Kosten und der Leistungsumfang einer Bestattung werden genau erklärt. Bestattungshäuser, die sich nicht in der Lage sehen, einen transparenten Kostenvoranschlag auszustellen, sollten eher zurückhaltend betrachtet werden.

Ist die Entscheidung für ein Bestattungshaus gefallen, werden im Rahmen eines Telefonats oder bestenfalls bei einem persönlichen Gespräch in aller Ruhe die Bedürfnisse und Wünsche mit der trauernden Familie besprechen. Ein Beratungsgespräch kann entweder in den Räumen des Instituts oder auf Wunsch bei Ihnen zu Hause stattfinden. „Vertrauen Sie auf Ihr persönliches Bauchgefühl", rät Elke Herrnberger. „Eine Nacht darüber zu schlafen oder Rücksprache mit anderen Familienangehörigen zu halten, ist in der Regel möglich, wenn auch häufig im Hinblick auf gesetzliche Bestattungsfristen in einem festgelegten Zeitrahmen entschieden werden muss." Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.


Gedenkorte in warmen Farben

An den Totengedenktagen sind Friedhöfe besonders stimmungsvoll

Es beginnt die kalte Jahreszeit, die Zeit der Besinnung und des Gedenkens - aber was sind überhaupt die Totengedenktage? Allerheiligen, Allerseelen, der Totensonntag und der konfessionsübergreifende Volkstrauertag: Viele Menschen nutzen diese Tage, um die Gräber ihrer Liebsten besonders festlich zu schmücken. Variantenreicher Grabschmuck, Schnittblumen und auch Gedenkartikel zeugen von einer lebendigen Erinnerungskultur.

So wie die Natur in den Gärten und Parkanlagen noch einmal zur Höchstform aufläuft, so erstrahlt auch der Friedhof im Herbst in leuchtenden Farben und macht einen Besuch zum besonderen Erlebnis. Zu dieser Jahreszeit zeigen die Friedhofsgärtner nochmal die ganze Bandbreite ihrer Kreativität.

In der Auswahl der Pflanzen nimmt man meist Bezug auf die Vorlieben des Verstorbenen und berücksichtigt die Symbolik der Pflanzen. Neben den Herbstklassikern, wie Callunen oder Minicyclamen, sind Herbstzauber-Stauden ganz im Trend. Heuchera, das Purpurglöckchen, mit ihren rötlichen, pinken, silber oder auch grün bis gelben Blättern ist die Pflanze der Saison. „Das Farbspiel der Heuchera ist gerade im Herbst besonders farbenfroh", sagt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Friedhofsgärtnerin aus Langenhagen und Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner. Zu ihr passen wunderbar Chrysanthemen in orangen, gelben, braunen oder roten Tönen, Bergenien oder aber auch Sedum. In Kombination dazu machen Gräser wie Carex albula, Freilandfarne wie Dryoperis atrata das herbstliche Bild perfekt. Daneben werden auch gestalterische Elemente, wie große Wurzeln, Steine oder Keramikkugeln, verwendet.

Im November, wenn viele Blumen auf den Gräbern verblüht sind, sorgen Gestecke und Kränze auf dem Friedhof für Beständigkeit. Für die kunstvollen Gestecke setzen Friedhofsgärtner neben Tannenzweigen, Moos und Zapfen auch Wacholder und Trockenfrüchte ein.

Mit farbenfroher Bepflanzung - immer an die entsprechenden Monate im Jahr angepasst, sind die gärtnerisch gestalteten Gräber der Blickpunkt auf dem Friedhof. Das heute besondere Pflanzen für Menschen selbstverständlich als Trauerschmuck angesehen werden und überhaupt sich eine Friedhofskultur rund um ein bepflanztes Grab gebildet hat, ist nicht zuletzt auch auf die Arbeit und Mühen der Friedhofsgärtner in Deutschland zurückzuführen.