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Handwerk SPEZIAL

Mobilität der Zukunft: Die Mischung macht´s so Stefan Pingel und Michael Neuburger von der Gifhorner Kfz-Innung

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Obermeister Stefan Pingel (li.) und sein Stellvertreter Michael Neuburger. FOTO: SASKIA BOLLMANN

KFZ-INNUNG WÜNSCHT SICH DISKUSSIONEN UM TECHNOLOGIEOFFENE ANTRIEBSKONZEPTE

Volle Fahrt in Richtung Elektromobilität, ohne dabei Alternativen aus dem Blick zu verlieren: Die Automobilbranche befindet sich unverkennbar im Wandel. Das ist auch gut so und ein unverzichtbarer Aspekt unter anderem für die klimaneutrale Zukunft, sind Stefan Pingel, Obermeister der Gifhorner Kfz-Innung, und sein Stellvertreter Michael Neuburger überzeugt. „Aber, und dies ist für uns ein großes Aber, die Elektromobilität darf nicht alles sein", betont Neuburger.

Vor vielen Jahren bereits in der Diskussion, dann als Nischenprodukt vereinzelt auf dem Markt und nun auf Erfolgskurs: Das Elektroauto ist inzwischen auf den deutschen Straßen angekommen, immer mehr Menschen setzen auf Steckdose statt Zapfsäule. „Das hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf unsere 69 Innungsbetriebe im Landkreis Gifhorn", sagt Neuburger. Vor allem in den Werkstätten, aber auch im Vertrieb bringe der ungebrochene Stromer-Trend große Veränderungen mit sich. „So darf zum Beispiel nur speziell ausgebildetes Fachpersonal Wartungen, Reparaturen und andere Service-Leistungen an Elektrofahrzeugen durchführen. Ohne die entsprechende Qualifizierung darf ein Kfz-Techniker bei einem elektrifizierten Pkw nicht einmal die Reifen wechseln", fügt Pingel an. Neuburger weiß: „Im Landkreis Gifhorn hat jeder markengebundene Innungsbetrieb die entsprechend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team, sowohl in der Werkstatt als auch im Verkauf und in der Beratung." Er ermuntert Neugierige, sich bei Fragen und für Auskünfte aktiv an den Autohändler des Vertrauens zu wenden: „Die Betriebe stehen bereit und freuen sich, das Thema Elektromobilität für alle Interessierten ,erfahrbar' zu machen!"

So wichtig und zukunftsweisend die Elektromobilität auch ist, könne man nicht ausschließlich auf Strom als Energielieferant setzen, sind sich Pingel und Neuburger einig, dass eine Zukunft ohne Verbrennungsmotor zumindest in absehbarer Zeit nicht realisierbar ist: „Wir brauchen einen Technologiemix, der unsere Mobilität zu jeder Zeit und auch in Ausnahme- und Katastrophenfällen gewährleistet", betont Neuburger. Nur auf eine Energiequelle zu setzen sei gefährlich - denn was passiert, wenn diese plötzlich nicht mehr verfügbar ist? Statt der Fokussierung nur auf Hochvolt-Batterien sollte also auf technologieoffene Antriebskonzepte gesetzt werden, zum Beispiel auf den Einsatz synthetischer Kraftstoffe.

Die Kfz-Innung Gifhorn hätte, so Neuburger stolz, auch im Bereich Ausbildung schon früh den digitalen Weg beschritten und damit als Vorreiter für viele die digitale Transformation eingeleitet. „Als erste Innung in Deutschland haben wir die Gesellenprüfung online durchgeführt", berichtet er. Mit elektronischen Lernsystemen wie der Plattform „Electude", die sogar das klassische Berichtsheft ersetzt, schaffe man schon für Auszubildende innovative Lernumgebungen und zukunftsweisende Möglichkeiten.

Der Blick über den Tellerrand war für Stefan Pingel und Michael Neuburger ebenso wie für die Kolleginnen und Kollegen der Innungsbetriebe schon immer wichtig - und er ist es nach wie vor: „Nachdem wir im vergangenen Sommer eine Corona-Impfaktion auf die Beine gestellt haben, bieten wir aktuell ukrainischen Geflüchteten in Notlagen an, dringend reparaturbedürftige Fahrzeuge kostenlos wieder in einen betriebs- und verkehrssicheren Zustand zu versetzen",so Pingel. „Auch wir wollen einen sinnvollen Beitrag leisten und etwas tun, um den Geflüchteten gezielt zu helfen", sagt Innungssprecher Neuburger.