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Gifhorner Wirtschaftsspiegel

MITARBEITERBINDUNG: ES GIBT STEUERLICH VIELE MÖGLICHKEITEN

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Bietet der Arbeitgeber kostenlose Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge, kann er dies steuerlich geltend machen. Foto: andreas160578/Pixabay

Steigende Kosten an der Supermarktkasse, an der Zapfsäule und auch beim Energieversorger: Die Arbeitgeber spüren es nicht nur im eigenen Unternehmen und im persönlichen Geldbeutel, sondern hören es tagtäglich auch von den Mitarbeitern, dass die Kosten immer weiter an dem Einkommen nagen. Daher gilt das sogenannte Jobticket derzeit beispielsweise als besonders beliebte Arbeitgeberleistung, die zusätzlich zum Arbeitslohn für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und Tätigkeitsstrecke steuerfrei gewährt werden kann. Bei den Arbeitnehmern muss dann allerdings die Entfernungspauschale in der Einkommensteuererklärung entsprechend gekürzt werden, die Arbeitgeberleistung ist in der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen. Neu ist dabei die Möglichkeit, diese Zuschüsse des Arbeitgebers pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. In diesem Fall ist kein Ausweis in der Lohnsteuerbescheinigung erforderlich und es entfällt die Kürzung der Werbungskosten.

„Ob Betriebliche Altersvorsorge, Arbeitgeberdarlehen oder auch Job-Rad, Kindergartenzuschuss, kostenfreies Aufladen des E-Fahrzeugs und vieles mehr: Der Gesetzgeber bietet Unternehmen eine Fülle an steuerlichen Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung und -bindung. „Denn dieser Aspekt wird angesichts des immer größer werdenden Fachkräftemangels von immer größerer Bedeutung für die Betriebe", wie auch Steuer-Experten wissen.”

E-FAHRZEUGE LADEN

Immer attraktiver wird in den Unternehmen - egal, welcher Größe und Branche - auch das Thema Elektrofahrzeuge: Schon seit 2018 ist der geldwerte Vorteil steuerfrei, wenn ein Arbeitnehmer sein Elektro- oder Hybridfahrzeug in der Firma kostenlos oder verbilligt auflädt. Das gilt sowohl für Firmenwagen als auch Privatfahrzeuge sowie für Elektrofahrräder, die schneller als 25 Stundenkilometer fahren.

Darüber hinaus kann der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter steuerfreie Pauschalen für das Aufladen seines Dienstwagens im Privathaushalt zahlen. Bietet er dem Mitarbeiter eine zusätzliche Auflademöglichkeit am Firmengebäude, ist eine Pauschale von 30 Euro für Elektrofahrzeuge und 15 Euro für Hybridfahrzeuge steuerfrei. Ohne zusätzliche Lademöglichkeit auf dem Firmengelände gilt: 70 Euro für Elektro- und 35 Euro für Hybridfahrzeuge.

Übersteigen die vom Mitarbeiter in einem Kalendermonat getragenen Kosten für Ladestrom die Pauschale, kann der Arbeitgeber anstelle des Pauschalbetrags auch die anhand von Belegen nachgewiesenen tatsächlichen Kosten als steuerfreien Auslagenersatz erstatten.

GESUNDHEIT UND FITNESS

Arbeitgeber, die hingegen in Gesundheit und Fitness ihrer Mitarbeiter investieren möchten, haben zum Beispiel mit der Überlassung von betrieblichen Fahrrädern zur privaten Nutzung eine Möglichkeit.

Benötigen Beschäftigte eine spezielle Bildschirmbrille, kann der Arbeitgeber finanzielle Unterstützung leisten. Foto: StartupStockPhotos/Pixabay
Benötigen Beschäftigte eine spezielle Bildschirmbrille, kann der Arbeitgeber finanzielle Unterstützung leisten. Foto: StartupStockPhotos/Pixabay

Dies gilt auch für E-Bikes, sofern sie nicht als Kraftfahrzeug gelten, also die Motorunterstützung auf maximal 25 Stundenkilometer begrenzt ist. Doch Achtung: „Die Steuerfreiheit gilt nicht bei Gehaltsumwandlungen, sondern lediglich bei Überlassung eines Fahrrades zusätzlich zum Arbeitslohn", geben Steuer-Experten zu bedenken.

Apropos: Eine weitere Benefit-Möglichkeit ist das Dienstrad, wenn es per Gehaltsumwandlung gewährt wird, denn dort wird es seit Januar 2020 nur noch mit 0,25 Prozent versteuert. 

Dafür schließt der Arbeitgeber, nachdem sich sein Mitarbeiter sein gewünschtes Fahrrad oder E-Bike beim Fachhändler seines Vertrauens ausgesucht hat, zunächst einen Leasingvertrag mit dem jeweiligen Dienstfahrrad-Anbieter und danach mit dem Arbeitnehmer einen internen Überlassungsvertrag. Darin ist geregelt, wie das Job-Fahrrad bei dem Arbeitnehmer abgerechnet wird und was im Speziellen, beispielsweise zur vorzeitigen Rückgabe oder Übernahme per Kaufoption, geregelt ist.

Beachtenswert: „Da der geldwerte Vorteil nur noch mit 0,25 Prozent besteuert wird, sind dienstlich genutzte Fahrräder und E-Bikes steuerlich bessergestellt als Autos", lautet der Rat.

Für die Abrechnung des Dienstrads gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: zum einen über die Gehaltsumwandlung, eine Mischform aus Gehaltsumwandlung und Arbeitgeberzuschuss, und zum anderen als für den Mitarbeiter komplett kostenfreien Mitarbeiter-Benefit. Zu beachten dabei: Der Arbeitgeber kann die Leasingraten in der Regel als Betriebsausgaben geltend machen.

ZUSCHUSS FÜR BILDSCHIRMBRILLE

Geht es dem Arbeitgeber um konkrete Gesundheitsvorsorge, also Leistungen, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, kann er sie seinem Mitarbeiter bis zu einem Betrag von 600 Euro jährlich gewähren. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass die Leistungen zertifiziert sind.

Nicht zu vergessen sei in diesem Zusammenhang außerdem ein möglicher Zuschuss für eine Bildschirmbrille bei Mitarbeitern mit einem Bildschirmarbeitsplatz. Wobei die Kosten für die Brille angemessen sein müssen und eine ärztliche Verordnung dafür vorliegen muss.