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Gifhorner Wirtschaftsspiegel

RECHT: AUF DER AUTOBAHN RICHTUNG URLAUB GIBT ES EINIGES ZU BEACHTEN

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Beim Urlaubsantritt über die Autobahn ist Vorsicht geboten. Foto: ERGO Group

Schon bei der Auffahrt auf die Autobahn gibt es einiges zu beachten: Es gilt, zügig auf den Beschleunigungsstreifen zu fahren und seine gesamte Länge zum Einfädeln zu nutzen. „Dort dürfen Autofahrer auch schneller fahren als die Fahrzeuge auf der Hauptfahrbahn – das heißt, sie dürfen rechts überholen“, informiert Michaela Rassat, Juristin der Ergo Rechtsschutz Leistungs GmbH. Endet der Beschleunigungsstreifen, ohne dass sich eine Möglichkeit zum Einfädeln ergeben hat, müssen Urlauber anhalten und auf eine Lücke warten.

RECHTSFAHRGEBOT BEACHTEN

Grundsätzlich schreibt die Straßenverkehrsordnung (StVO) vor, dass Autofahrer möglichst weit rechts fahren müssen. „Die linke Spur dürfen sie nur zum Überholen nutzen“, erläutert Rassat. Es gibt jedoch eine Sonderregel für dreispurige Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Dort dürfen Autofahrer auf der Mittelspur bleiben, auch wenn rechts nur hin und wieder ein Fahrzeug unterwegs ist, damit riskante Spurwechsel vermieden werden. Bei den Gerichten hat sich aber folgende Faustregel herausgestellt: „Sobald die Spur rechts deutlich länger als 20 Sekunden frei ist, müssen Fahrer wieder nach rechts wechseln“, sagt die Juristin. Sonst verstoßen sie gegen das Rechtsfahrgebot auf der Autobahn und das kann ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt in Flensburg zur Folge haben.

ÜBERHOLEN ERLAUBT

Beim Überholen sollten Autofahrer besonders aufmerksam sein. „Außerdem gilt laut § 5 StVO: Überholen ist nur links erlaubt. Ausnahmen sind nach § 7 Abs. 2a StVO stockender Verkehr und Stau“, so die Rechtsexpertin. „Hier gilt die Faustregel: Stehen die Fahrzeuge links oder fahren sie höchstens 60 km/h, dürfen Fahrer auf der rechten Spur sie mit einer maximalen Differenzgeschwindigkeit von 20 km/h vorsichtig überholen.“ Ein Überholverbot gilt bei unklarer Verkehrslage.

SEITENSTREIFEN IST TABU

Vor allem bei Stau ist es verlockend, den Seiten- beziehungsweise Standstreifen zu befahren, um schneller zur nächsten Ausfahrt zu gelangen. „Doch das ist strikt verboten“, betont die Juristin. Nur wer eine Panne oder einen Unfall hat, darf sein Fahrzeug auf dem Standstreifen abstellen. Autofahrer, die sich nicht daran halten, riskieren ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

Wer auf ein Stauende zufährt, sollte ausreichend Abstand halten und den Warnblinker anschalten. Die wichtigste Regel: Rettungsgasse bilden! Außerdem sollte das Auto nicht verlassen werden, wenn keine Notsituation vorliegt, und auch die Handynutzung ist bei laufendem Motor tabu. Darüber hinaus ist es verboten, zu wenden oder rückwärts zu fahren – das wird mit einem Bußgeld von bis zu 290 Euro bestraft.