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ERÖFFNUNG Hospizhaus Gifhorn

Mitten in der Stadt, mitten im Leben: Hospizhaus Gifhorn öffnet die Türen

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Die Eröffnung steht unmittelbar bevor: Nach zwei Jahren Bauzeit nimmt das Hospizhaus Gifhorn demnächst den Betrieb auf. Foto: Lea Behrens

In der Lindenstraße ist für 7,3 Millionen Euro ein palliatives Zentrum entstanden

Es ist ein eindrucksvolles Neubau-Projekt, das nur dank des unermüdlichen Einsatzes engagierter und ehrenamtlich tätiger Menschen sowie auch dank einer enormen Spendenbereitschaft der Menschen in Gifhorn in dieser Form Realität werden konnte: die Rede ist vom Hospizhaus Gifhorn. Vor etwa neun Jahren begann die Idee zu reifen, jetzt stehen die Eröffnung und schon bald der Einzug der ersten Gäste bevor - und dazwischen ist viel passiert. „Wir sind erleichtert und glücklich, dass es nun endlich losgehen kann und sich das Haus schon bald mit Leben füllen wird", sagt Alexander Michel vom Vorstand der Hospiz Stiftung und von Anfang an dabei.

Einen Menschen in seinen letzten Lebenstagen so zu begleiten, dass es dabei allen Beteiligten gut geht, ist nicht allen Familien möglich. In manchen Fällen ist der Einzug in ein Hospizhaus die bessere Lösung. Dort ist nicht nur eine optimale pflegerische und medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet, es geht hier vor allem auch darum, die letzte Lebenszeit eines Menschen so angenehm und schön wie möglich zu gestalten. Auch Angehörige und Wegbegleiter finden hier Unterstützung und Beistand in den schwierigen Zeiten. Die stationäre Versorgung schwer- und sterbenskranker Menschen ist ein Angebot, dass es in Gifhorn bisher nicht gab, sodass Betroffene entweder auf ambulante Angebote zurückgreifen oder weite Wege zu den Hospizhäusern in Wolfsburg, Braunschweig, Celle oder Uelzen auf sich nehmen mussten. „Und das, wo man doch jede freie Minute für andere Dinge nutzen möchte", weiß Alexander Michel. Nun haben also auch die Gifhorner eine wohnortnahe Versorgung im Falle eines bevorstehenden Abschieds.

Kompetenzen bündeln, Synergien nutzen und die Kontakte untereinander vereinfachen: Auch das Palliativnetz Gifhorn e.V. und die Ambulante Hospizarbeit Gifhorn e.V. haben ihren Sitz ab sofort in der Lindenstraße 33. „Wir freuen uns sehr, dass alle Organisationen, die sich im Landkreis Gifhorn um Schwerstkranke und sterbende Menschen kümmern, nun unter dem wunderbaren Dach des stationären Hospizes zu finden sein werden", betont Ingrid Pahlmann, Vorsitzende der Hospizarbeit Gifhorn. Die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter würden nun neben ihrer Unterstützung in privaten Häuslichkeiten, in Alten- und Pflegeheimen und Krankenhäusern auch im stationären Hospiz wertvolle Aufgaben übernehmen.

„Das Hospizhaus Gifhorn soll ab sofort die zentrale Anlaufstelle für alle palliativen Angelegenheiten werden, für Patienten ebenso wie für deren Angehörige", betont Michel. Schulungen der vielen ehrenamtlich tätigen, ambulanten Hospizbegleiterinnen und -begleiter können hier ebenso stattfinden wie Vorträge für die Öffentlichkeit. „Auch Musiker haben schon angefragt, ob sie im Hospizhaus spielen können", berichtet Michel. Es soll ein stets offenes, helles und freundliches Palliativ-Zentrum werden, „in dem Leben stattfindet und in dem es auf keinen Fall sterbenslangweilig zugehen soll".

Für insgesamt 7,3 Millionen Euro ist innerhalb der zweijährigen Bauzeit ein schmucker Neubau direkt an der Aller entstanden. Acht Gäste können hier ab dem 1. Oktober aufgenommen werden, die Option zur Erweiterung auf zwölf Plätze besteht schon jetzt. Das neue Hospizhaus Gifhorn in der Lindenstraße füllt ab sofort eine echte Lücke, weiß auch Bettina Tews-Harms, die gemeinsam mit Palliativarzt Dr. Wigand von Laffert die Leitung in Form einer gemeinnützigen Betreibergesellschaft, der Hospiz Haus Gifhorn gGmbH, übernommen hat. Beide sind seit Langem im Palliativnetz Gifhorn e.V. in der Versorgung sterbenskranker Menschen zu Hause engagiert und haben viel Erfahrungen in diesem sensiblen Bereich sammeln können. „Es ist ein Segen, dass das Hospizhaus-Projekt jetzt Realität geworden ist", sagt Tews-Harms. „Was die Hospiz Stiftung und vor allem Alexander Michel und Reinhard Jung vom Stiftungsvorstand bis hierher geleistet haben, wieviel Arbeitskraft und -zeit sie ehrenamtlich in dieses Projekt gesteckt haben, ist der absolute Wahnsinn und unbezahlbar."

Nun steht die Eröffnung bevor. Auch ein Großteil der künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünde schon in den Startlöchern, einige wenige Stellen seien noch zu besetzen, berichtet Tews-Harms. Die Pflegedienstleitung werde in den Händen von Katrin Böhme liegen. Bettina Tews-Harms weiß aus Erfahrung, dass es in Hospizhäusern kein Standard sei, dass ein Palliativmediziner den Pflegekräften, den Gästen und auch den Angehörigen regelmäßig zur Verfügung steht. „In Gifhorn wird dies aber durch eine tägliche Visite gewährleistet sein."

Auf ein Wort

Alexander Michel, Vorstand Hospizstiftung

„Unser Projekt ,Ein Haus für ein würdevolles und von Achtsamkeit geprägtes Leben bis zuletzt’ ist Realität geworden. Der Bedarf an stationären Hospizplätzen steigt ständig, deshalb werden wir mit dem Bau des Hospizhauses in der Stadt Gifhorn die Versorgungslücke im Landkreis schließen. Damit sichern wir den Hospizgästen und deren An- und Zugehörigen eine wohnortnahe Betreuung und Versorgung in einem bekannten Umfeld. Es ist aber nicht nur ein Hospizhaus in einer schönen Innenstadtlage entstanden, sondern auch ein palliatives Zentrum für alle Belange der ambulanten und stationären palliativmedizinischen und der hospizlichen Versorgung."

Alexander Michel, Vorstand Hospizstiftung


Bettina Tews-Harms,
Leiterin des Hospizhauses

„In der Konfrontation mit dem eigenen Sterben oder dem von nahen Angehörigen entstehen häufig Fragen und Sorgen, die unbeantwortet vielfältige Ängste auslösen können. Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir im Hospizhaus unseren Gästen und deren An- und Zugehörigen in dieser schweren Situation zur Seite stehen und sie begleiten. Sie sollen die notwendige Sicherheit und Geborgenheit finden, um sich mit dieser großen Lebensaufgabe so auseinandersetzen zu können, wie es zu ihnen und ihrem Leben passt. Dafür braucht es die Gewissheit, dass Symptome vorausschauend und gut behandelt werden, dass Wünschen und Belangen eines jeden Gastes mit Respekt und Akzeptanz begegnet sowie das Recht auf Selbstbestimmung geachtet wird."

Bettina Tews-Harms, Leiterin des Hospizhauses


Kontaktdaten auf einen Blick

Das stationäre Hospizhaus Gifhorn, das Palliativnetz Gifhorn und die Gifhorn sind ab sofort folgendermaßen erreichbar: 

• Hospizhaus Gifhorn
Lindenstraße 33 in Gifhorn
Telefon: 05371 7247-0
Pflegedienstleitung: Katrin Böhme
E-Mail: Info@hospizhausgifhorn.de
www.hospizhausgifhorn.de

• Palliativnetz Gifhorn e. V.
Lindenstraße 33 in Gifhorn
Telefon: 05371 9415260
E-Mail: info@palliativnetz-gifhorn.de
www.palliativnetz-gifhorn.de

• Hospizarbeit Gifhorn e. V.
Lindenstraße 33 in Gifhorn
Telefon: 05371 9907901
E-Mail: info@hospizarbeit-gifhorn.de
www.hospizarbeit-gifhorn.de

Auch das Verwaltungsbüro der Hospizstiftung ist ab sofort besetzt. Dort berät Cord Tiedeken insbesondere Spender und Zustifter und organisiert die Hausverwaltung.

• Hospiz Stiftung für den Landkreis Gifhorn
Lindenstraße 33 in Gifhorn
Telefon: 05371 7436366
E-Mail: info@hospiz-gifhorn.de
www.hospiz-gifhorn.de