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ERÖFFNUNG Hospizhaus Gifhorn

Hospizhaus Gifhorn: Barrierefrei und funktional, vor allem aber bunt und lebenswert

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Im Hospiz gibt es auch einen Raum der Stille. Fotos: Lea Behrens 

Auch in punkto Ausstattung stehen der Mensch und seine Bedürfnisse im Fokus

Wer in einem Hospizhaus seine letzten Tage verbringt, soll von der dortigen familiären und freundlichen Atmosphäre profitieren - deswegen sind die Wände im Hospizhaus Gifhorn auch nicht nur weiß, sondern großflächige Fototapeten zieren überall im Haus die Wände und zaubern als Hingucker Farbe und gute Laune in Flure und Aufenthaltsräume. Viele kleine Details und liebevolle Dekorationselemente lassen hier erst gar keine Klinikatmosphäre aufkommen - und genauso soll es sein, wie Leiterin Bettina Tews-Harms betont. „Es ist ja nicht so, dass alle unsere Gäste ausschließlich im Bett liegen." Natürlich sei das unterschiedlich, sodass sich die Ausstattung des Hospizhauses an vielen Bedürfnissen orientiert und alle wichtigen Bereiche und Räume auch mit dem Pflegebett erreichbar sind. Hier ist alles barrierefrei, ein Fahrstuhl ebenso vorhanden wie spezielle Pflege-Badewannen, Relax-Sessel und -Betten. „Es soll den Gästen hier an nichts fehlen. Es ist wichtig für uns, dass sie sich wohl und geborgen fühlen", sagt Alexander Michel vom Stiftungsvorstand. „Wir begrüßen es sogar, wenn in einem für das Hospizleben möglichem Rahmen Haustiere mitgebracht werden, die dem Sterbenden Beistand geben können", fügt er hinzu.

Der dreigeschossige Neubau mit einer Gesamtnutzfläche von rund 2.200 Quadratmetern verfügt über alle Einrichtungen, die für eine palliativmedizinische und hospizlich-spirituelle Begleitung in den letzten Wochen, Tagen und Stunden der Gäste und deren Angehörigen erforderlich ist. Die Innenstadtlage direkt an der Aller mit einem vielfältig angelegten Gartenbereich inklusive vieler Sitzmöglichkeiten lädt zu Aufenthalten an der frischen Luft ein. Auch der große Balkon ist bestuhlt und bietet die Möglichkeit zu Zusammenkünften unter freiem Himmel mit An- und Zugehörigen.

Im Eingangsbereich im Erdgeschoss ist viel Raum für Begegnungen, für Information und Beratung sowie für den öffentlichen Publikumsverkehr vorgesehen. Hier befinden sich auch die Büros der Hospizarbeit Gifhorn e. V., des Palliativnetzes Gifhorn e.V., die Schulungsräume für ehrenamtliche Hospizhelfer sowie Beratungs-, Büro- und Verwaltungsräume des Hospizes und der Stiftung. Auch der Speiseraum für mobile Gäste inklusive einer voll ausgestatteten Küche sowie Aufenthaltsräume für Treffen mit Freunden und der Familie stehen zur Verfügung. Ein „Raum der Stille" sowie ein Spielzimmer für Kinder mit Spielzeug und XXL-Sitzsäcken befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss.

Im Obergeschoss, das sowohl über ein Treppenhaus als auch mit dem Fahrstuhl zu erreichen ist, befindet sich der Hospizbereich. Der Betrieb startet hier mit acht Gästezimmern. Alle Zimmer sind mit einem eigenen, barrierefreien Dusch-Bad ausgestattet und durch die großen, bodentiefen Fenster fällt fiel Tageslicht in die Räume. Alle erforderlichen Nebenräume, Lagerflächen und Sanitäreinrichtungen, ein Pflegestützpunkt sowie Räume für den Palliativmediziner und die Pflegedienstleitung befinden sich auch in der ersten Etage. „Darüber hinaus haben wir hier eine zunächst als Aufenthaltsraum vorgesehene Fläche in zwei Gästezimmer umgewandelt", so Michel. Zusätzlich können bei steigender Nachfrage auch zwei Zimmer, die für Angehörige gedacht sind, ohne baulichen Aufwand in Gästezimmer für Sterbende umgewandelt werden. „Somit starten wir in zwei Wochen mit acht Gästezimmern, sind aber in der Lage, bei Bedarf und nach Abstimmung mit den Kostenträgern bis zu zwölf schwerkranke Menschen aufzunehmen", sagt Bettina Tews-Harms.

Öffentliche Vorträge zum Thema Leben und Sterben, seelsorgerische Angebote der Kirchen, Informationen über das Thema Tod und Hospizarbeit in verschiedenster Form und auch für Kinder, Konzerte für Gäste oder auch für alle und Tagungen für Fachleute: „Wir haben schon viele Ideen, wie wir den Alltag im Hospizhaus mit Leben und Abwechslung füllen werden. Die regelmäßigen Angebote, die wir und helfende Ehrenamtliche sowie sicherlich auch viele Menschen von außen hier schon bald anbieten werden, werden sich jetzt gemeinsam mit dem Hospizhaus Gifhorn entwickeln", sagt Stiftungsvorstand Michel, der sich wie alle anderen Beteiligten nun aber erst einmal auf eine gelungene Eröffnung freut. 

Auf ein Wort

„Der letzte Lebensabschnitt ist für viele Menschen schwer und fordernd. Häufig bleibt dann für Zwischenmenschliches zu wenig Zeit. Das Hospiz stellt einen Ort dar, der dem zugewandten Miteinander wieder einen Raum gibt."
Dr. Wigand von Laffert,
Palliativmediziner und Betreiber des Hospizhauses


„Mir ist für das Hospizhaus besonders wichtig, dass es ein Ort ist, wo das Leben im Mittelpunkt steht, an dem alle, sowohl unsere Gäste mit ihren An- und Zugehörigen, als auch unsere Mitarbeitenden sich wohlfühlen können. Gemeinsam im Team sorgen wir hier für eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit und begleiten unsere Gäste mit Herzenswärme und Professionalität auf ihrem letzten Weg im Leben."
                                Katrin Böhme,
                                Pflegedienstleitung