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DIE EIGENEN 4 WÄNDE

Aufwärtstrend Photovoltaik setzt sich fort

Experten halten das Ausbautempo dennoch für nicht ausreichend

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Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen in Niedersachsen bis 2040 ca. 50 Gigawatt (GW) Photovoltaik auf Dachflächen installiert sein. Foto: Pixabay

Der Zubau von Photovoltaik-Anlagen in Niedersachsen ist 2021 erneut gestiegen. Mit 455 Megawatt (MW) neu installierter Leistung im Vergleich zu 404 MW im Jahr 2020 setzte sich der Aufwärtstrend fort, so dass jetzt insgesamt knapp 5.100 MW installiert sind. Die Zahl der neu hinzugekommenen Anlagen erhöhte sich von rund 17.400 (2020) auf 25.000 (2021) Das ergab eine Auswertung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN).

Das Ausbautempo sei trotz der erfreulichen Entwicklung bei weitem nicht ausreichend, erklärte Lothar Nolte, Geschäftsführer der KEAN. Insbesondere die Bestückung von großen Dachflächen auf Firmen- und öffentlichen Gebäuden komme nicht schnell genug voran. Die Ursachen hierfür seien vielfältig. Oftmals würden die Chancen einer günstigen Stromerzeugung und des Eigenverbrauchs nicht erkannt. Bürokratischer Aufwand und eine sehr niedrige Vergütung für eingespeisten Reststrom wirkten als weitere Hemmnisse. Die von der neuen Bundesregierung aktuell vorgelegten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ließen eine Vereinfachung und bessere Rahmenbedingungen für den PV-Ausbau erwarten. Die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien werde in der jetzigen politischen Lage noch einmal mehr deutlich: „War PV schon in den letzten Jahren für die meisten Unternehmen wirtschaftlich interessant, um die Stromkosten zu senken, gilt das erst recht nach der aktuellen Verschärfung des Konfliktes mit Russland“, erläutert Lothar Nolte.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sollen in Niedersachsen bis 2040 ca. 50 Gigawatt (GW) Photovoltaik auf Dachflächen installiert sein. „Das bedeutet,“ so Lothar Nolte, „eine Verzehnfachung gegenüber der in den letzten 20 Jahren installierten Leistung in nur 18 Jahren. Dafür ist ein Turbo bei allen Beteiligten notwendig.“

Von den 455 MW neuer Photovoltaik-Leistung wurde mehr als die Hälfte (231 MW) auf 24.000 kleineren Dächern mit Anlagengrößen von höchstens 30 kW errichtet. Dass davon 20.000 Anlagen von privaten Haushalten errichtet wurden, bestätigt den Aufwärtstrend der Vorjahre in diesem Segment. Zudem hat die 2021 beschlossene Befreiung von der EEG-Umlage für Anlagen bis 30 kW dazu geführt, dass die Dächer von Ein- und Zweifamilienhäusern großflächiger belegt werden. Die Förderung des Landes Niedersachsen für Batteriespeicher hat dafür gesorgt, dass der Strom vom Dach auch weitgehend vor Ort verbraucht wird und der Bezug aus dem Stromnetz sinkt. Bei den Anlagen bis höchstens 10 kW haben sich 64 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer für einen Speicher entschieden. Im Jahr 2020 waren es nur 46 Prozent. Bezogen auf alle neu installierten Anlagen wurden 2021 sogar 67 Prozent mit einem Speicher kombiniert, im Jahr 2020 waren es nur 42 Prozent. Inzwischen ist das Förderprogramm für Batteriespeicher beendet, da die Mittel ausgeschöpft sind.

Um viel fossilfreien Strom zu ernten, sind große Dachflächen besonders wichtig.

Die KEAN bietet speziell für Unternehmen kostenfreie Solarberatungen an, um den Weg für mehr Anlagen auf Unternehmensdächern zu bahnen. Bewährt hat sich auch der Testlauf für eine sogenannten „Umsetzungsbegleitung“, die Unternehmen gezielt die Unterstützung von Experten für professionelle Umsetzung ermöglicht.