Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Anzeige
25 Jahre Bundesliga

Wolfsburg, deine Trainer

Wolfsburg, deine Trainer Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Keiner saß in der Bundesliga so oft als Trainer auf der VfL-Bank wie er: Wolfgang Wolf. FOTO: BORIS BASCHIN

Von Rettern und Meistermachern: Ein Vierteljahrhundert Übungsleiter-Geschichte beim VfL im Schnelldurchlauf

WOLFSBURG. Am Ende war auch die Bilanz von Florian Kohfeldt eine vollständige - weil sich die Wege des Trainers und des VfL nach der 25. Wolfsburger Bundesliga-Saison trennten. Der 39-Jährige verlängerte damit die Liste der Kurzzeit-Übungsleiter in den Allerwiesen, schaffte keine vollständige Saison. Andere waren länger da - und vor allem erfolgreicher. Ein Vierteljahrhundert Wolfsburger Trainer-Geschichte im Schnelldurchlauf.

Der erste Trainer: Sein Bundesliga-Debüt gab der VfL in der Saison 1997/98 unter Willi Reimann. Mit Platz neun zur Winterpause übertraf man die eigenen Erwartungen. Nach lediglich einem Sieg aus den ersten acht Partien der Rückrunde wurde aus Reimann für rein Spiel Uwe Erkenbrecher, bevor eine der schönsten Be-ziehungen zwischen Trainer- und Vereinsname in dieser Sportart begann.

Der Rekordtrainer: 166 Partien - und damit so viele wie kein anderer - verbrachte Wolfgang Wolf als Leitwolf in Wolfsburg. Unter ihm gelang 1998/99 mit Platz sechs die erstmalige Qualifikation für den UEFA Cup. Nach einer kurzen Ära unter Jürgen Röber wurde es 2004 erstmals in der Bundesliga auf der VfL-Bank international.

Die Internationalen: Zur Winterpause 2004/05 stand der VfL unter Erik Gerets überraschenderweise auf Platz vier. So erklärt sich auch der Punkteschnitt von 1,44 - ebenfalls Rang vier im internen Ranking. Nach Streitigkeiten mit Manager Thomas Strunz trat Gerets schließlich zurück. Er sollte bei weitem nicht der einzige Internationale bleiben. Mit Steve McClaren (England), Martin Schmidt (Schweiz), Valérien Ismaël (Frankreich, mit deutschem Pass), Andries Jonker sowie Mark van Bommel (beide Niederlande) folgten ihm fünf weitere als Cheftrainer nach.

Der Retter: Nachdem sich der damals junge Holger Fach als ungeeignet erwies und der VfL Mitte der Nullerjahre im Abstiegskampf steckte, wurde mit Klaus Augenthaler ein Trainer verpflichtet, der zweimal die Klasse hielt - 2006 zu Ungunsten Wolfgang Wolfs mit Kaiserslautern - aber vor allem medial Bundesliga-Geschichte schreiben sollte. „Meine Herren, es gibt vier Fragen, vier Antworten. Die Fragen stelle ich. Und die Antworten gebe ich auch." 42 Sekunden dauerte die legendäre Pressekonferenz von Augenthaler. Dann stand er auf und verließ den Raum. Im Mai 2007 dann auch den Verein. 51 Partien bedeuten den fünfthöchsten Wert der Vereinsgeschichte.

Der Meistermacher: Die Saison 2007/08 schloss Wolfsburg unter Felix Magath auf Rang fünf und damit dem Einzug in den UEFA-Cup ab. Wie soll man das überbieten? Zum Beispiel mit dem Titel. Elf Punkte Rückstand zur Winterpause holte der VfL unter Magath auf - Bundesliga-Rekord.

Der Pokalsieger: Dass es nicht leicht ist, erfolgreiche Trainer zu ersetzen, musste auch der VfL lernen. Erst im Dezember 2012 gab es mit Dieter Hecking wieder eine langfristige Lösung. Unter ihm gewann Wolfsburg 2015 den Pokal und wurde Vizemeister. Und in der Champions League ärgerte Heckings VfL Real Madrid mit einem 2:0-Heimsieg. Sowohl nach Partien (126) als auch Punkten pro Spiel (1,62) liegt Hecking auf Platz zwei. Er, Magath (118) und Wolf sind die einzigen mit über 100 Bundesliga-Spielen für den VfL.

Der Erfolgreichste: Nicht Wolfs, nicht Hecking, nicht Glasner Lorenz-Günther Köstner hat den besten Punkteschnitt aller VfL-Trainer. Zweimal übernahm der VfL-IICoach die Profis, gewann zwölf seiner 24 Spiele und ist somit der Erfolgreichste.

Die Ingenieure: Nach Hecking dauerte es abermals es einige Jahre, bis man wieder etwas Neues aufbauen konnte. Das tat Bruno Labbadia und führte den VfL von der Relegation 2018 in die Europa League. Oliver Glasner wusste das Projekt nicht nur fortzuführen, er brachte den VfL 2021 sogar in die Champions League.

Der Jüngste: So kommt man über Mark van Bommel und Florian Kohfeldt wieder in die Gegenwart. Kohfeldts Assistent Vincent Heilmann stellte übrigens auch noch einen Rekord auf: Als er seinen Chef Corona-bedingt vertrat, wurde er zum jüngsten Trainer der VfL-Bundesliga-Geschichte - mit genauso vielen Jahren, wie der VfL im Oberhaus verbracht hat. Statistik: Muras Faktory VICTOR CATALINA

Die Länge der Balken zeigt die Zahl der Spiele an. Nicht berücksichtigt sind die Interimstrainer mit nur einem Spiel: Uwe Erkenbrecher, Michael Oenning und Vincent Heilmann.