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25 Jahre Bundesliga

"Wir haben uns einfach von Spiel zu Spiel gewürfelt"

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Aufstiegshelden mit der Aufstiegs-AZ/WAZ: Roy Präger (links) und Holger Ballwanz im VfL-Stadion am Elsterweg - und in alten Trikots. FOTOS: ROLAND HERMSTEIN/IMAGO IMAGES/RUST

Am 11. Juni 1997 stieg der VfL Wolfsburg durch ein 5:4 gegen Mainz in die Bundesliga auf. Wie war das damals? Und wie ging es dann weiter? Holger Ballwanz und Roy Präger reden drüber.

WOLFSBURG. Der eine ist Markenbotschafter, Organisator der Traditionsmannschaft und Mitarbeiter der Abteilung CSR (Corporate Social Responsibility). Der andere ist Fanbeauftragter des VfL Wolfsburg. Für dieses Interview schlüpfen Roy Präger und Holger Ballwanz aber noch mal in eine andere Rolle - die der Aufstiegshelden von 1997. Gemeinsam standen sie auf dem Platz, als das Wolfsburger Team mit einem 5:4 gegen Mainz am letzten Zweitliga-Spieltag vor 25 Jahren den Sprung in die Bundesliga schaffte. Und als es in der Eliteklasse losging, waren sie auch da; aus einem langen Ball von Ballwanz machte Präger das Tor zum 1:0-Auftaktsieg in Rostock. Im Jubiläums-Interview sprechen beide über das legendäre Mainz-Spiel, den Aufstieg und die Anfangszeit in der Bundesliga.

Letzter Zweitliga-Spieltag vor 25 Jahren, das alles entscheidende Spiel gegen Mainz stand an. Welche Erinnerung kommt da zuerst in den Sinn? Ballwanz: Haus Rhode, Abfahrt am Montag, zwei Tage vorm Spiel. Dass wir so früh in eine Art Mini-Trainingslager gehen, war schon extrem ungewöhnlich.

Und wie war es dort? Präger: Es war kein Fünf-Sterne-Hotel (lacht), aber wir hatten immerhin Einzelzimmer.

Es soll dort gut gefüllte Kühlschränke mit Wein und Bier gegeben haben... Präger: Es gibt Dinge, über die redet man auch nach 25 Jahren besser nicht. Wir hatten unsere Würfel dabei, lasst uns lieber darüber reden.

Würfel? Präger: Klar, wir haben immer gewürfelt, die ganze Saison. Damals gab es diese Vitamin-Infusionen, und wir haben dem Doc jedes Mal gesagt: Komm', nimm den linken Arm, den rechten brauchen wir fürs Würfeln.

Ballwanz: Wir haben mit dem Schlauch im Arm gewürfelt. Links die Infusion, rechts der Becher, das ging schon.

Was wurde gespielt? Präger: Kniffel, das ging richtig ab. Vor allem, wenn wir im Bus unterwegs waren.

Um Geld? Präger: Ja, aber nichts Großes. Pfennig-Skat-Tarife. Aber das Prinzip war: Verlierer zahlt alle anderen aus, das hat dann schon den Ehrgeiz angestachelt.

Wie groß war der Ehrgeiz aufzusteigen? Ballwanz: Ich hatte ja schon beim HSV ein paar Bundesliga-Spiele gemacht und ehrlich gesagt gar nicht mehr damit gerechnet, dass ich noch einmal die Chance auf die 1. Liga bekomme. Gleichzeitig war mir aber auch klar: Ich bin fast 30, das ist wahrscheinlich meine letzte Gelegenheit, noch mal aufzusteigen.

Was hat Trainer Willi Reimann dem Team für das Spiel gegen Mainz mit auf den Weg gegeben? Ballwanz: Vor allem, dass wir ja nicht auf die Idee kommen sollten, an ein Unentschieden zu denken. Präger: Das hätte ja gereicht.  Ballwanz: Aber jeder Trainer sagt bei so einer Ausgangslage, dass man auf Sieg spielen soll. Präger: Gegen wen hast du gespielt? Ballwanz: Ich meine, gegen Ouakili. Und soweit ich mich erinnern kann, kam der mit meiner Härte nicht so gut zurecht. Präger: Das kenn' ich (grinst).

War er im Training etwa auch so? Präger: Ich sage mal so... Ballwanz: Sag' ruhig die Wahrheit. Für einen Tunnel von dir gab's drei Grätschen von mir. Präger: Wir waren eine super Truppe, aber im Training ging es zur Sache. Ballwanz: Schon beim Kreisspiel zum Warmmachen wurde manchmal hingelangt. Ich kannte Trainer Willi Reimann ja noch aus meiner HSV-Zeit und ich wusste, er steht auf harte Spielweise. Daheim bei meinen Eltern hängt an der Kellertreppe immer noch eine alte Schlagzeile: ,,Ballwanz knüppelt sich zum Stammplatz". So war ich eben. Hart, aber fair. Präger: Hart stimmt (lacht).

Dann sagen wir lieber: Hart und erfolgreich. Ballwanz: Einverstanden.

Zur Pause gegen Mainz lag der VfL 3:1 vorn, der Gegner war nach Gelb-Rot nur noch zu zehnt. Da schien die Sache gelaufen, oder? Ballwanz: Ich glaube schon, dass der eine oder andere da vielleicht schon bei der Aufstiegsfeier war. Präger: Ich weiß noch, dass irgendwer in der Halbzeit gesagt hat: Denkt an Hannover! In der Saison davor hatten wir gegen 96 nach 3:1-Führung noch 3:3 gespielt. Ballwanz: Unser war Glück eigentlich, dass Mainz gegen unsere Antworten immer recht schnell kamen. Das frühe 0:1 war zwar ein kleiner Knick - aber dann machte Roy das 1:1, dann noch eines, dann der Elfmeter. Und als es dann nach der Pause plötzlich 3:3 stand, bekamen wir wieder schnell einen Elfmeter.

Berechtigte Elfmeter? Präger: Der erste auf jeden Fall. Der zweite zumindest aus meiner Sicht auch. Wir hatten vorher im Training Offensiv-Zweikämpfe extra noch geübt - und ich wusste, dass ich in manchen Situationen wahrscheinlich nur durch ein Foul zu bremsen war.

War klar, dass Dammeier die Elfmeter schießt? Ballwanz: Mir schon. Ich weiß aber nicht, ob das vorher abgesprochen war. Ich glaube, Jens Keller war noch im engeren Kreis.

Was ist nach dem Abpfiff passiert? Ballwanz: Da habe ich verzweifelt nach Mitspielern gesucht, die ich umarmen kann, aber keine mehr gefunden, weil so viele Leute aufs Feld gelaufen kamen. Und dann habe ich nur noch gehofft, dass mir keiner die Klamotten vom Leib reißt. Präger: Von mir gibt's ja dieses berühmte Foto, auf dem mich ein Fan hochhebt. Dann sind wir alle irgendwann auf die Bühne neben dem Eingang. Und am Ende waren wir im Holiday Inn zur Aufstiegsparty. Was schade war: Uns hatte keiner erzählt, dass es ein Public Viewing im Allerpark mit großer Leinwand gab. Sonst wären wir da bestimmt noch hin, das wäre auch geil geworden.

Ab wann war der Mannschaft in der Rückrunde eigentlich klar, dass es mit dem Aufstieg klappen kann? Präger: Schwer zu sagen. Natürlich haben wir darüber auch irgendwann geredet. Wir wussten, dass wir vor allem eine richtig starke Abwehr hatten. Wenn wir gut gespielt haben, haben wir gewonnen und wenn wir nicht so gut waren, haben wir 0:0 gespielt. So sind wir lange Dritter geblieben. Das war ein Thema bei uns. Beim Würfeln im Bus hatten wir auch viel Zeit zu quatschen, auch über die Tabelle. Ballwanz: Aber da ging es dann meistens um das nächste Spiel, den nächsten Gegner. So abgedroschen das klingt: Wir haben wirklich von Spiel zu Spiel gedacht. Präger: Im Grunde haben wir uns von Spiel zu Spiel gewürfelt (lacht). Aber ganz ernsthaft: Zusammen unterwegs sein, würfeln, ein bisschen Spaß haben - auch darum waren wir ein ziemlich verschworener Haufen.

Die Bundesliga ist noch mal ein anderes Level als die 2. Liga, es kamen einige neue Spieler. Wie groß war die Angst um den Stammplatz? Ballwanz: Die Vorfreude auf die Bundesliga war größer als die Angst um den Stammplatz. Da war schon ein hohes Euphorie-Level in der ganzen Aufstiegsmannschaft, das konnten wir mit in diese erste Saison nehmen. Präger: Ich war bei den Vorbereitungsspielen immer auch mal wieder draußen, da macht man sich schon so seine Gedanken. Aber am Ende war uns ja auch klar, dass wir die Neuen brauchen werden. Ballwanz: Ich sage mal so: Hätte Volkswagen damals schon so starkes Interesse am VfL gehabt, wäre im Kader vielleicht mehr passiert. Und ich weiß nicht, ob das der Mannschaft gutgetan hätte - und ob wir dann in den ersten Bundesliga-Jahren so erfolgreich gewesen wären. Präger: Außerdem merkst du schnell, ob ein neuer Spieler eine echte Verstärkung ist. Ich weiß noch, wie Waldi Kryger das erste Mal mittrainiert hat. Da hat man schon nach ein paar Minuten gesehen: Der hilft uns.

Dann Rostock, das erste Spiel, der erste Bundesliga-Sieg durch ein Tor in der 90. Minute. Präger: Ich war vorher schon nervös, das gebe ich zu. Vorm Spiel habe ich mit meinem Berater Jörg Neubauer zusammengesessen, der sagte mir: Roy, völlig egal, was du machst, du fällst sowieso auf. Also bleib' locker." Ballwanz: Und ich habe zu dir gesagt: „Du machst heute dein Tor."

Können Sie sich noch an das Siegtor erinnern? Präger: Haargenau, jedes Detail. Ballwanz: Erst schlägt Zimbo den Ball lang... Präger: Dann kommt er zurück zu dir, du schlägst ihn wieder nach vorn. Und dann sehe ich, dass Perry Bräutigam aus dem Strafraum raus muss, um an den Ball zu kommen. Also bin ich hinterher. Er zögert, der Ball springt ihm unglücklich ans Knie und plötzlich bin ich vorm leeren Tor. Das waren nur Sekundenbruchteile, aber ich weiß noch ganz genau, wie mein Fuß in dem Moment gezittert hat. Erstes Bundesliga-Spiel, kurz vor Schluss, den darfst du nicht versemmeln. Eigentlich unglaublich, was einem in so einem winzigen Moment tatsächlich durch den Kopf gehen kann. Und als ich dann beim Jubeln hochgucke, sehe ich mitten zwischen den Rostock-Fans einen einzelnen Typen, der vor Freude hochspringt-offenbar hatte sich da ein VfL-Fan hin verirrt.

Dem Siegtor in Rostock folgte ein Präger-Tor im ersten Heimspiel gegen den HSV, dazu freche Interviews - plötzlich hatte der VfL einen Bundesliga-Star. Wie war das für den Rest der Mannschaft? Ballwanz: Es war schon ein bisschen überraschend, dass Roy so einen Lauf kriegt. Und dann passierten ja Dinge, die kannten wir nicht. Plötzlich landete hier ein Hubschrauber, damit du pünktlich zum ZDF kommst... Präger: Ich habe versucht, mich auf Fußball zu konzentrieren und die anderen Sachen trotzdem nebenbei mitzunehmen. Es hat ja auch Spaß gemacht. Und weil ich nun mal so rede, wie ich rede, hat das den VfL ja auch fürs Fernsehen noch ein bisschen interessanter gemacht. Die Mannschaft fand es glaube ich - ganz gut, dass da einer so war wie icke, der seine Nase hingehalten hat. Ballwanz: Das stimmt. Bei uns gab es echt keinen Neid. Wir wussten ja auch alle, was wir an dir hatten und wie wichtig deine Tore waren. Und weil du so viel Aufmerksamkeit bekommen hast, hatten wir unsere Ruhe.

In den ersten Spielen lebte die Mannschaft vor allem vom Einsatz und vom Kampf. Ballwanz: Und von unserer Heimstärke. Es ist ja keiner gern nach Wolfsburg gefahren, vor allem wegen der Gäste-Kabine. Die war alles andere als der damalige Standard. Präger: Erinnerst du dich noch an das Duisburg-Spiel? Ballwanz: Ja (lacht), aber erzähl' du! Präger: Wir standen in diesem kleinen Spielertunnel am Elsterweg, da geht ja direkt die Tür zur Gäste-Kabine ab. Vorm Spiel habe ich geklopft... Ballwanz: Du hast nicht geklopft, du hast gehämmert! Präger: Meinetwegen. Und dann ganz laut gebrüllt ,,Osthoff, komm raus!"

Markus Osthoff, Duisburger Linksaußen - warum gerade er? Ballwanz: Kein besonderer Grund. Er war damals einfach ein super Kicker, ein wichtiger Spieler für Duisburg.

Warum muss man da an die Tür hämmern? Präger: Das hatte nichts mit Respektlosigkeit zu tun, wir wollten uns auch nicht über die Duisburger lustig machen. Wir waren vor den Spielen voller Adrenalin, eine bessere Erklärung habe ich da auch nicht. Wenn ich heute auf alten Videos sehe, wie ich da nach meinen Toren abgegangen bin, staune ich manchmal. Aber wir haben uns als Mannschaft immer so gepusht. Ballwanz: Hast du nicht auch gegen die Tür getreten? (grinst) Präger: Komm', du warst auch kein Kind von Traurigkeit. Wenn ich daran denke, was du deinem Gegenspieler manchmal schon vorm Auflaufen ins Ohr geflüstert hast... Ballwanz: Gehört dazu, gerade im eigenen Stadion. Du brauchst auch dieses Bewusstsein, dass dich die anderen unterschätzen - und dass du Bock hast, dich zu wehren. Präger: Diese ganzen Schlagzeilen, in denen es hieß, die sind nach einem Jahr sowieso wieder weg. Das war wahnsinnige Motivation für uns. Ballwanz: Als Trainer hättest du da nur Zeitungsausschnitte in die Kabine hängen müssen, das hätte gereicht.

Die Rückrunde fing dann nicht so gut an, Willi Reimann musste gehen. Wie war das für die Mannschaft? Ballwanz: Ich weiß noch, dass ich in Reislingen auf dem Sportplatz stand, ich hatte Kumpels in der Bezirksliga-Mannschaft. Da rief Peter Pander an und sagte, dass er einen Termin beim NDR absagen musste, weil der Trainer weg ist. Stattdessen musste ich dann ins Studio. Als Spieler ist ein Trainerwechsel nie toll, weil du ja auf dem Platz stehst, die Spiele verlierst und dadurch mit dafür gesorgt hast, dass der Trainer weg ist. Ich weiß auch nicht, was damals der ausschlaggebende Grund war. An der Fitness lag es sicher nicht, eher nur an den Ergebnissen. Präger: Wir hatten damals schon Probleme. Wenn du immer 120 Prozent geben musst, um in der Liga mithalten zu können, dann bist du mental irgendwann ziemlich fertig. Und das kriegst du dann auch nicht durch hartes Training in den Griff. Das macht dann auch der Körper nicht mehr mit. Ich weiß noch, wie ich zusammen mit Stammi, Jens Keller und anderen beim Laufen plötzlich ganz hinten war-dabei waren wir die, die sonst immer vorn liefen.

Wie ist die erste Erinnerung an Reimann-Nachfolger Wolfgang Wolf? Präger: Ich hatte eine kleine Torflaute. Und Wolf sagte gleich zu mir: Wir beide machen nach dem Training noch ein bisschen Torschuss. Es kann ja nicht sein, dass du das verlernt hast. Das fand ich gut. Ballwanz: Ich war verletzt, kam aus der Reha. Einmal sagte er zu mir: Komm', wir gehen zusammen laufen. Und da hat er mich ein bisschen ausgefragt. Er wollte zum Beispiel wissen, wer so die Raucher in der Mannschaft sind.

Und wie war die Antwort? Ballwanz: Ich habe nur gesagt: „Einer läuft gerade neben Ihnen..." Präger: Kann man sich heute auch nicht mehr vorstellen. Wenn du jetzt als Profi irgendwo mit einer Zigarette erwischt wirst, haste das Bild gleich überall im Internet. Ballwanz: Klar, eine andere Zeit. Aber es war auch die Stadt. Ich kannte ja vorher Hamburg mit den ganzen Boulevard-Medien. In Wolfsburg war es ruhiger, die Leute haben einen mal in Ruhe gelassen. Wenn wir da nach dem Spiel im Kaufhof waren, haben wir da mit Journalisten quatschen können, ohne dass die unsere Biere gezählt hätten. Ich habe mich hier sehr schnell wohlgefühlt bis heute. Präger: Wir haben es ja auch nicht übertrieben. Natürlich machst du in dem Alter auch mal Party, aber in erster Linie waren wir Berufssportler. 

Der Klassenerhalt unter besonderen wurde dann Umständen gefeiert. Der VfL verlor am vorletzten Spieltag der ersten Bundesliga-Saison 0:4 in Kaiserslautern, der FCK stand dadurch als Meister fest. Und Wolfsburg war trotz der Pleite gerettet, weil gleichzeitig Bielefeld gegen Köln gewann. Ballwanz: Ich musste gegen Olaf Marschall spielen und habe ziemlich alt ausgesehen. Präger: Wir waren platt, alle. So kurz vor Saisonende war nichts mehr im Tank. Zum Glück hatten wir eine Woche vorher in Duisburg den Punkt geholt, den wir am Ende gebraucht haben. Sonst wäre das schiefgegangen. Ballwanz: Aber als wir dann nach dem Abpfiff in Kaiserslautern hörten, dass wir durch sind, war das egal. Wir haben uns einfach nur wahnsinnig gefreut, dass wir es allen gezeigt haben, die uns den Klassenerhalt nicht zugetraut hatten. Danach hat irgendwer schnell klargemacht, dass wir unsere Hotelzimmer noch bis zum nächsten Tag behalten können - und dann haben wir zusammen mit den Lauterern gefeiert. Einige haben die Zimmer dann gar nicht gebraucht, die Party war schon vergleichbar mit der Aufstiegsfeier ein Jahr davor.

Ballwanz noch mal kurz bei Hannover 96, Präger zwischendurch beim HSV - trotzdem sind Sie beide, aufgewachsen in Schleswig-Holstein und Brandenburg, Wolfsburger geworden. Wieso? Präger: Weil wir hier Erfolg hatten, der uns den Menschen nahe gebracht hat. Erst der Aufstieg, dann der Klassenerhalt, ein Jahr später sogar der Einzug in den UEFA-Cupdas war ja alles sensationell. Das verbindet dich mit der Stadt, in der du sowas erlebt hast, auch wenn es zwischendurch sportlich vielleicht auch mal nicht so lief. Ballwanz: Mir hat sich irgendwie nie die Frage gestellt, ob ich noch mal was ganz anderes machen will. Ich war dann ja auch über 30. Und ich habe mich beim VfL und in Wolfsburg einfach immer wohlgefühlt. Präger: Man muss ja nur auf die Spieler gucken, die hier in der Region geblieben sind. Ob das wir beide sind, Mathias Stammann oder Michael Spies - wir haben hier was Besonderes erreicht, das verbindet uns mit dem VfL und mit der Stadt.

Und wenn man sieht, was aus dem VfL geworden ist... Ballwanz: ...dann erfüllt einen das auch mit Stolz, das können wir schon zugeben. Präger: Und Dankbarkeit. Das ist ja auch der Grund, warum wir mit dem Jubiläumsspiel nach Vorsfelde gehen, auf einen schönen Sportplatz statt in ein Stadion. Da ist mehr Nähe, mehr Kontakt - und das ist ja genau das, was uns hier starkgemacht hat, als es damals mit der Bundesliga losging.

5:4 vor 25 Jahren gegen Mainz - Die Tore

Wolfsburgs letztes Zweitliga-Tor: Sven Ratke trifft gegen Mainz.

0:1 - Lars Schmidt flankt von rechts, Sven Demandt zieht am langen Pfosten volley ab, schnelle Mainzer Führung in der 7. Minute. 

1:1 - Mathias Stammann legt den Ball von rechts in den Strafraum, Roy Präger zieht aus 13 Metern direkt ab - der Ausgleich in der 14. Minute. 
2:1- Michael Spies schickt Präger in den Strafraum, der trifft flach ins lange Eck, Wolfsburgs Führung in der 24. Minute. 
3:1- Steffen Herzberger reißt in der 27. Minute Präger im Strafraum um, Detlev Dammeier knallt den Elfer oben links rein. 
3:2 - Freistoß-Flanke von Schmidt, Jürgen Klopp ist per Kopf zur Stelle und sorgt in der 51. Minute für den Anschluss. 
3:3 - Marco Grevelhörster überlupft nach Pass von Bruno Akrapovic VfL-Torwart Uwe Zimmermann, Abderrahim Ouakili staubt in der 59. Minute ab. 
4:3 - Mainz-Torwart Dimo Wache holt Präger von den Beinen, wieder tritt Dammeier an, verwandelt den Elfer in der 67. Minute diesmal unten rechts.
5:3 - Klopp verliert in der 77. Minute den Ball gegen Sven Ratke, der von halblinks in den Strafraum geht und sicher abschließt. 
5:4 - Demandt will aus 19 Metern schlenzen, der abgefälschte Ball senkt sich ins Wolfsburger Tor - Anschlusstreffer in der 89. Minute, zu spät für Mainz.