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12. MAI 2022 - INTERNATIONALER TAG DER PFLEGE

Umzug ins Pflegeheim: Woran ist zu denken

Genug Zeit einplanen - Versicherungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen

Umzug ins Pflegeheim: Woran ist zu denken Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Wenn die eigenen vier Wände keine ausreichende Lebensqualität mehr bieten, kann der Umzug ins Pflegeheim sinnvoll sein.  Foto: Fred Froese/iStock.com

Wenn die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen immer weiter abnimmt und Angehörige die Pflege nicht übernehmen können, entscheiden sich viele Betroffene für ein Pflegeheim. Der Umzug ist ein großer Einschnitt in das Leben aller Beteiligten und sollte gut geplant sein. Pflegeexperte Birger Mählmann informiert, was Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Wohnungsauflösung beachten sollten, welche Verträge und Versicherungen sie kündigen können und was mit der Pflegeeinrichtung im Vorfeld zu klären ist.

Abschied vom alten Zuhause

So schwer der Abschied von der eigenen Wohnung auch fällt: Sobald die Zusage für einen Platz im Pflegeheim vorliegt, sollten Betroffene mit den Umzugsvorbereitungen beginnen. Denn meist bedeutet dieser Schritt auch, sich von vielen Dingen trennen zu müssen. Dafür brauchen die meisten Menschen Zeit", so Mählmann. Und der Wechsel des Lebensmittelpunkts bringt zahlreiche Veränderungen mit sich, die vorbereitet werden sollten.

Der Pflegeexperte fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

• Wohnung fristgerecht kündigen Falls noch nicht geschehen: Pflegekasse über den Umzug in das Pflegeheim informieren und Antrag auf Übernahme der Kosten für vollstationäre Unterbringung ausfüllen Klären, ob und welche Möbel mit ins Pflegeheim können

• Falls noch nicht geschehen: Pflegekasse über den Umzug in das Pflegeheim informieren und Antrag auf Übernahme der Kosten für vollstationäre Unterbringung ausfüllen

• Klären, ob und welche Möbel mit ins Pflegeheim können

• Hilfe fürs Entrümpeln organisieren

• Nachsendeantrag bei der Post stellen

• Beim Pflegeheim erfragen, welche Dokumente dort benötigt werden, etwa ärztliche Verordnungen, Medikamentenpläne oder Patientenverfügungen, und diese rechtzeitig zusammenstellen

• Mit dem Hausarzt klären, ob die Betreuung auch in der Pflegeeinrichtung weitergeführt wird

Verträge und Versicherungen überprüfen

Verträge, die die alte Wohnung betreffen, beispielsweise für  Telefon, Strom, Gas sowie den Rundfunkbeitrag, sollten gekündigt werden. Dabei darauf achten, auch Daueraufträge, wenn vorhanden, zu beenden", ergänzt der Experte der IDEAL-Versicherung

Sein zusätzlicher Rat: Eine Liste der laufenden Versicherungen erstellen und prüfen, welche gekündigt werden können und welche im Heim weiterhin not- wendig sind. Da in manchen Pflegeheimen zum Beispiel der Hausrat der Bewohner über das Heim versichert ist, ist es ratsam, sich dazu frühzeitig mit der Heimleitung abzusprechen. Versicherungen, die Heimbewohner behalten sollten,  sind – wenn vorhanden – die private Kranken- und Unfallversicherung, die Sterbegeldversicherung und die private Haftpflichtversicherung. Bietet das Heim einen gemeinsamen Privathaftpflichtschutz an, empfiehlt der Pflegeexperte, die Versicherungskonditionen zu vergleichen, insbesondere die Deckungssumme und gegebenenfalls den Selbstbehalt. Einige Versicherer bieten auch spezielle und kostengünstige Seniorentarife an.

Außerdem gut zu wissen: Mit dem Einzug ins Pflegeheim können Bewohner ihre Heimkosten als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.