3:1 bei den Bayern

Zweimal Roord, einmal Waßmuth: Wolfsburgs Fußballerinnen wieder im Pokal-Finale!

Wolfsburger Jubel in München: Alexandra Popp (M.) und Doppel-Torschützin Jill Roord (r.).

Wolfsburger Jubel in München: Alexandra Popp (M.) und Doppel-Torschützin Jill Roord (r.).

München. Es bleibt dabei: Im DFB-Pokal sind die Fußballerinen des VfL Wolfsburg das Maß aller Dinge – und nun seit 2013 ungeschlagen! Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft von VfL-Trainer Tommy Stroot am Ostersonntag mit 3:1 beim FC Bayern München durch – und kann zum achten (!) Mal in Folge den Cup gewinnen. Jill Roord (2) und Tabea Waßmuth sorgten in einer umkämpften Partie für den am Ende verdienten Sieg. Das Finale steigt am 28. Mai in Köln, Gegner wird dann entweder Turbine Potsdam oder Bayer Leverkusen sein, das zweite Halbfinal-Duell steigt Montagabend (18.30 Uhr, Sky).

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Almuth Schult, die in den vergangenen Tagen noch mit einer Schulterreizung zu kämpfen hatte, wurde doch noch rechtzeitig fit und stand im Tor der Wolfsburgerinnen, auch Lena Lattwein startete nach auskurierter Oberschenkel-Verletzung. Die Bayern konnten nach überstandener Corona-Welle zwar wieder auf ihre Top-Spielerinnen zählen, Starstürmerin Lea Schüller saß aber überraschend nur auf der Bank. Wenige Stunden vor Anpfiff gab es trotzdem eine Hiobsbotschaft: Trainer Jens Scheuers Corona-Schnelltest war positiv an, der 43-Jährige konnte sein Team nicht vor Ort unterstützen, dafür übernahm Co-Trainer Jerome Reisacher das Kommando an der Seitenlinie.

Beide Mannschaften hatten nach der langen Länderspielpause Anlaufschwierigkeiten, die Gäste wirkten dabei aber souveräner. Bereits nach zehn Minuten hatte der Titelverteidiger die erste Großchance: Lynn Wilms bediente Sveindis Jonsdottir im Strafraum mit einem langen Ball, FCB-Keeperin Janina Leitzig kam nicht ran, den Hinterkopfball der Isländerin musste Carina Wenninger in letzter Sekunde zur Ecke klären.

Dann ein VfL-Schockmoment: Lena Oberdorf knickte bei einem Zweikampf mit Lineth Beerensteyn mit dem Knie weg und musste raus, für sie kam in der 18. Minute Alexandra Popp. Unmittelbar danach die verdiente Führung: Lattwein legte vorm Strafraum völlig frei zentral auf Roord ab, die nach kurzer kurzen Drehung aus 21 Metern zur Führung traf.

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Bayern steckte den Gegentreffer gut weg, den ersten Torschuss gab es aber erst nach 30 Minuten, Klara Bühl zielte knapp daneben. Richtig brenzlig wurde es kurz vor dem Halbzeitpfiff, als Jovana Damnjanovic völlig frei im Wolfsburger Strafraum zum Schuss kam, Popp aber noch einen Fuß dazwischen bekam. Im Anschluss an die Ecke köpfte Glodis Viggosdottir aus fünf Metern freistehend über das Tor.

Nach Wiederanpfiff hatte Beerensteyn den Ausgleich auf dem Fuß, ihr Hacken-Versuch kullerte Zentimeter am Tor vorbei. Dann brachte der VfL die Münchnerinnen zurück ins Spiel: Nach 50 Minuten legte Dominique Janssen Damnjanovic ungeschickt im Strafraum, die Serbin verwandelte den Elfmeter mit Wucht in die Mitte – 1:1! Die Wolfsburgerinnen hatten fortan eine Druckphase zu überstehen, antworteten aber eiskalt: Saki Kumagai verpasste eine Flanke von Svenja Huth, Roord war zur Stelle und machte das wohl wichtigste Tor des Spiels – 1:2!

Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, Huth und Roord hatten weitere Chancen. Die Münchnerinnen gingen in der Schlussphase volles Risiko, brachten mit Schüller, Caro Simon, Giulia Gwinn und Viviane Asseyi frische Offensiv-Power. Doch die Bemühungen waren vergebes, denn die eingewechselte Waßmuth stach zehn Minuten vor Schluss mit ihrem 19. Pflichtspiel-Tor (erster im Pokal) wieder zu. Nach Zuspiel von Huth nahm die Stürmerin von halblinks Maß, der Ball knallte vom rechten Pfosten zum 3:1 ins Netz – die Entscheidung.

Wolfsburgs Doppel-Torschützin Roord war nach dem Abpfiff überglücklich: „Wir haben seit langer Zeit schon einen Flow. Ich hoffe, dass wir das noch ein paar Wochen beibehalten, gerade klappt alles bei uns.“ Am Freitag steht das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Barelona an, in der Liga ist Wolfsburg drei Spieltage vor Schluss vorn. „Das Triple bleibt der Traum, ich glaube, momentan ist alles möglich. Wir sind sehr selbstbewusst und habe keine Angst vor unseren Gegnern.“

Doch der Cup hat für die Niederländerin auch einen Wert an sich: „Als Fußballerin willst du alles gewinnen, und der Pokal ist in Deutschland etwas ganz Großes, auch für den Verein. Da ist auch viel Druck - aber wir hätten schon gerne, dass jetzt der achte Erfolg in Folge dazukommt...“

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Bayern: Leitzig – Glas (69. Gwinn), Wenninger, Kumagai, Viggosdottir (76. Simon) – Magull (77. Asseyi), Zadrazil, Lohmann (46. Dallmann) – Beerensteyn, Damnjanovic (69. Schüller), Bühl.

VfL: Schult – Wilms, Janssen, Hendrich, Rauch – Oberdorf (18. Popp), Lattwein – Huth, Roord, Jonsdottir (90. Bremer) – Pajor (61. Waßmuth).

Schiedsrichterin: Michel (Gau-Odernheim). – Zuschauende: 2350.

Tore: 0:1 (19.) Roord, 1:1 (50.) Damnjanovic (Foulelfmeter), 1:2 (61.) Roord, 1:3 (80.) Waßmuth.

Von Jasmina Schweimler

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