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Finale in Köln gegen Potsdam

4:0! Wolfsburgs Fußballerinnen zum achten Mal in Folge Pokalsieger

Zwei Kopfball-Tore: Ewa Pajor (oben) gewann mit dem VfL wieder den DFB-Pokal.+++

Zwei Kopfball-Tore: Ewa Pajor (oben) gewann mit dem VfL wieder den DFB-Pokal.+++

Köln. Eine der erstaunlichsten Serien im deutschen Mannschaftssport geht weiter: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben zum achten Mal in Folge (!) den DFB-Pokal gewonnen. Im Gegensatz zu vielen Endspielen in den vergangenen Jahren war’s diesmal eine relative klare Sache, in Köln gab es am Samstag einen 4:0-(3:0)-Sieg gegen Turbine Potsdam. 17.531 Zuschauende sahen Treffer von Ewa Pajor (2), Jill Roord und Dominique Janssen. Mit insgesamt neun Pokalsiegen darf sich der VfL nun auch Rekord-Pokalsieger nennen, gleichauf mit dem 1. FFC (jetzt Eintracht Frankfurt). Und: Der VfL, der sich auch schon den Meistertitel gesichert hatte, beendet als einzige deutsche Profifußball-Mannschaft die Saison 2021/22 mit zwei Titeln.

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Fast alle fit - VfL-Trainer Tommy Stroot hatte für die Startelf freie Wahl, entschied sich unter anderem für Lynn Wilms in der Abwehr, für die Doppel-Sechs-Lenas Lattwein und Oberdorf sowie für Tabea Waßmuth auf der offensiven Außenposition. Mit Alexandra Popp, Joelle Wedemeyer und Sveindis Jonsdottir blieben dafür drei Spielerinnen mit viel Startelf-Vergangenheit zunächst auf der Bank.

Wolfsburg startete wie erwartet dominant, aber zunächst etwas fahrig. Nach einer Ecke konterte Potsdam stark, Maria Plattner schickte Karen Holmgaard, die fast allein aufs VfL-Tor zulief und von Kathy Hendrich im letzten Moment geblockt wurde. Bei der nächsten VfL-Ecke lief es dann aus Wolfsburger Sicht deutlich besser, Felicitas Rauch brachte den Ball nach innen, Pajor entwischte Teninsoun Sissoko und köpfte am kurzen Pfosten zum 1:0 ein.

Turbine blieb frech - und war immer dann gefährlich, wenn es mit einem Steilpass nach vorn ging. In der 21. Minute verpasste Plattner eine Hereingabe von Melissa Kössler nur knapp. Auf der Gegenseite hatte der VfL nur selten Platz in der Offensive, aber wenn, dann wurde es sofort gefährlich - völlig freistehend schoss Svenja Huth in der 25. Minute den Ball in die Arme von Torfrau Anna Wellmann.

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Als sich Potsdam immer häufiger auch mal ein höheres Pressing traute, schlug der Titelverteidiger wieder eiskalt zu. Huth bediente Wilms, deren präzise Flanke fand die nur 1,67 Meter große Pajor, die zum zweiten Mal per Kopf traf - 2:0, fast schon eine Vorentscheidung in der 33. Minute. Als Turbines Anna Gerhardt, Schwester von VfL-Fußballer Yannick, den Ball unglücklich genau vor die Füße von Roord köpfte und die Niederländerin zum 3:0 traf, war die Sache durch. „Es begann spannend“, bilanzierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Tribüne vorm ARD-Mikro in der Halbzeit, dann aber habe „Wolfsburg gezeigt, was die Frauen drauf haben.“

Die ersten Ausrufezeichen nach der Pause setzte dann Potsdam, der Bundesliga-Vierte wollte sich keineswegs einfach so einer klaren Niederlage fügen. Kössler jagte den Ball bei einer Freistoß-Variante knapp drüber, Holmgaard zwang per Kopf Torfrau Almuth Schult in ihrem letzten Spiel für den VfL zu einer starken Parade.

Anschließend wurden die Höhepunkte seltener, bis Dominique Janssen in der 70. Minute zeigte, warum sie als die wohl beste Freistoßschützin der Welt gilt - auch wenn ihr Schlenzer aus 20 Metern zum 4:0 noch abgefälscht wurde. Dass es der 40. Sieg der Wolfsburgerinnen nacheinander in einem Pokalspiel werden sollte, stand da schon längst fest. Janssens Treffer aber sorgte für einen weiteren Superlativ - den höchsten Wolfsburger Endspiel-Sieg im DFB-Pokal.

Pauline Bremer und Turid Knaak kamen spät noch ins Spiel, für Knaak war es die letzte Partie ihrer aktiven Karriere - und beide hatten kurz vor dem Abpfiff sogar noch den fünften VfL-Treffer auf dem Fuß, ehe um kurz nach halb sieben der große Jubel auf dem Spielfeld begann.

Am Sonntag werden Wolfsburgs Fußballerinnen für ihr Double gefeiert - auf einer Bühne vor dem Rathaus. Ab 14 Uhr beginnt das Rahmenprogramm auf dem Rathausplatz, gegen 15.30 Uhr wird die Mannschaft erwartet. Stadionsprecher Frank Günther wird moderieren, unterstützt von DJ Bernd Bendig. Spielerinnen und Trainerteam tragen sich vor den Augen der Fans ins Goldene Buch ein.

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VfL: Schult – Wilms (60. Wedemeyer), Hendrich, Janssen, Rauch – Oberdorf (84. Knaak), Lattwein – Waßmuth (72. Jonsdottir), Roord (60. Popp), Huth – Pajor (84. Bremer).

Potsdam: Wellmann - Gerhardt, Barth, Sissoko (82. Kuznezov), Agrez - Mesjasz, K. Holmgaard, Plattner, Weidauer, Orschmann (55. Kerschowski) - Kössler.

Schiedsrichterin: Wacker (Backnang). – Zuschauende: 17.531

Tore: 1:0 (11.) Pajor, 2:0 (33.) Pajor, 3:0 (42.) Roord, 4:0 (69.) Janssen.

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