Spritpreise auf Rekordhöhe – wie teuer wird der Urlaubsflug im Sommer?

Ein Flugzeug landet am Flughafen Hannover (Archivfoto). Die Reiselust der Menschen in Deutschland ist nach zwei Pandemiejahren Umfragen zufolge bislang groß. Der Sommerurlaub dürfte allerdings stärker ins Geld gehen als im vergangenen Jahr.

Ein Flugzeug landet am Flughafen Hannover (Archivfoto). Die Reiselust der Menschen in Deutschland ist nach zwei Pandemiejahren Umfragen zufolge bislang groß. Der Sommerurlaub dürfte allerdings stärker ins Geld gehen als im vergangenen Jahr.

Der Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen bereitet Autofahrenden in Deutschland Kopfschmerzen. Erstmals in der Geschichte Deutschlands ist der Spritpreis auf über 2 Euro gestiegen. Für einen Liter Superbenzin der Sorte E10 mussten die Menschen am Mittwoch im Durchschnitt 2,174 Euro zahlen, bei Diesel waren es 2,268 Euro, wie der ADAC mitteilte.

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Grund sind die Preise für Rohöl, die im Zuge des Krieges in der Ukraine nach oben geschossen sind. Auch der Flugzeugtreibstoff Kerosin wird daraus gewonnen. Klettern analog zu den Spritpreisen jetzt auch die Preise für Flugtickets in die Höhe? Nicht unwahrscheinlich, sagt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) am Dienstag auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB). Der Krieg in der Ukraine treibe die Preise nach oben. „Energiekosten werden auf lange Sicht Auswirkungen auf Reisepreise haben“, sagt Fiebig voraus.

Wie sich der Krieg konkret auf die Flugpreise in diesem Jahr auswirke, sei derzeit allerdings noch unklar, sagt DRV-Sprecherin Kerstin Heinen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ob die Preise jetzt, später oder gar nicht steigen, könne man noch nicht konkret sagen. Der Einfluss auf die Preisgestaltung der Fluggesellschaften sei dafür zu individuell. Heinen erklärt: Einige Airlines betreiben Fuel Hedging, eine Absicherung an den Finanzmärkten. Dabei wird der Kaufpreis für Kerosin für einen gewissen Zeitraum festgelegt. Damit könnten die Verbraucherpreise zunächst stabil bleiben, zumindest für die Dauer dieser Verträge.

Die Menschen in Deutschland haben nach der Corona-Pandemie wieder Lust zu verreisen. Doch die Preise für Treibstoff schnellen derzeit in die Höhe. Wirkt sich das auch auf Flugtickets aus?

Die Menschen in Deutschland haben nach der Corona-Pandemie wieder Lust zu verreisen. Doch die Preise für Treibstoff schnellen derzeit in die Höhe. Wirkt sich das auch auf Flugtickets aus?

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Pauschalreisen bislang eher preisstabil

In der Vergangenheit haben Urlauberinnen und Urlauber wegen extremer Preisanstiege bereits Kerosinzuschlägen zahlen müssen, sagt Heinen. Immerhin: Zumindest Pauschalreisen haben sich bislang als preisstabil herausgestellt. Bei Einzelflugsitzen sei das anders.

„Die Preisgestaltung orientiert sich am Wettbewerb über das gesamte Angebot. In kaum einer anderen Branche haben Angebot und Nachfrage in Verbindung mit Wettbewerb eine so starke, dynamische und schnelle Auswirkung auf die Preise“, erklärt Jörg Waber, Pressesprecher der Lufthansa. Für Fluggäste sei der Endpreis eines Tickets maßgebend für die Kaufentscheidung.

Für das Reisejahr 2022 rechnet Waber dennoch mit kostspieligeren Tickets. „Aufgrund der derzeitigen Entwicklung des Rohölpreises sind weitere Preisanpassungen bei Flugreisen dieses Jahr wahrscheinlich“, sagt er auf Anfrage des RND.

Tui schließt nachträgliche Treibstoffzuschläge aus

Aufatmen können hingegen alle Frühbucherinnen und Frühbucher. Tui hat nach eigenen Angaben die Verträge für Hotels und Flüge für den Sommer bereits weitestgehend unter Dach und Fach. Treibstoffzuschläge für bestehende Buchungen schließe er zumindest für diesen Sommer aus, sagt Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert.

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Auch Ralph Schiller, Chef der FTI-Group, empfiehlt eine frühzeitige Urlaubsplanung, denn „mit den gestiegenen Treibstoffkosten erhöhen sich dieses Jahr auch die Flugpreise. Wir gehen davon aus, dass es vor allem im weiteren Jahresverlauf zu Steigerungen kommen kann.“ Sicher sei das jedoch noch nicht: „Dabei spielt unter anderem die Entwicklung der aktuellen politischen Lage eine wichtige Rolle.“

RND/vhs/dpa

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