Es drohen Geld- oder sogar Haftstrafen

Vorsicht bei diesen Souvenirs aus dem Urlaub – sie sind illegal

Seepferdchen und einige Muscheln dürfen nicht ohne Weiteres nach Deutschland aus dem Urlaub mitgebracht werden.

Seepferdchen und einige Muscheln dürfen nicht ohne Weiteres nach Deutschland aus dem Urlaub mitgebracht werden.

Gießen. Im Urlaub wollen Reisende Erinnerungen sammeln – oft auch in Form von Souvenirs. Hier eine Muschel, da etwas Sand, eine kleine Pflanze, etwas zum Naschen für zu Hause oder ein exotisches Schmuckstück. Doch wer nicht aufpasst, kann schnell am Zoll Ärger bekommen, im schlimmsten Fall droht eine saftige Geldstrafe. Denn einige Mitbringsel sind illegal. Daher sollten sich Urlauberinnen und Urlauber genau über die Einfuhrbestimmungen informieren.

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Beispielsweise ist Vorsicht bei Muscheln und Schneckenhäusern geboten. Alle Riesenmuscheln stehen unter Artenschutz, sodass für die Einfuhr eine Artenschutzgenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde benötigt wird. Wer das nicht beachtet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen. Auch für mehr als drei Gehäuse der geschützten Fechterschnecke wird eine solche Genehmigung benötigt. Bis zu drei der Gehäuse mit wellenförmigen Rand können unangemeldet eingeführt werden. Sie sind das weltweit häufigste Mitbringsel von Strandurlauben sind.

Um mehr als drei Gehäuse der Fechterschnecke einzuführen, so braucht man in der EU eine Artenschutzgenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörden.

Um mehr als drei Gehäuse der Fechterschnecke einzuführen, so braucht man in der EU eine Artenschutzgenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörden.

Tiere, Essen, Pflanzen: Diese Souvenirs sind in Deutschland verboten

Auch Jagdtrophäen von geschützten Tierarten, exotische Felle und Pelzmäntel, lebende oder ausgestopfte Vögel und Nashornprodukte benötigen für die Einfuhr ein artenschutzrechtliches Dokument. Ebenso wie Schmuck, der zum Beispiel zu Teilen aus Tieren besteht. Dazu gehören unter anderem Ketten oder Ringe aus Elfenbein oder Taschen aus Schlangenleder. Eine genaue Liste aller Dinge, die unter Artenschutz stehen, zeigt die Webseite „artenschutz-online.de“ der deutschen Zollverwaltung und des Bundesamts für Naturschutz (BfN).

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Außerdem gibt es Lebensmittel, deren Einfuhr grundsätzlich verboten sind – unter anderem Kartoffeln aus Nicht-EU-Staaten. Für Fleisch und Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse bestehen aus tierseuchenrechtlichen Gründen Einschränkungen. Sie müssen dieselben veterinärrechtlichen Anforderungen erfüllen wie internationale Produkte aus dem Supermarkt. Skurrile Reisesnacks wie eine gebratene Rohrratte, die erst kürzlich am Münchner Flughafen als Proviant sichergestellt wurde, sind entsprechend verboten und werden vom Zoll entsorgt.

Ebenfalls sind vermeintlich harmlose Pflanze, Früchte und Samen nicht immer erlaubt – die Einfuhr kann schnell teuer werden, teilt der Pflanzenschutzdienst mit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen am Frankfurter Flughafen entsprechende Kontrollen durch. Denn für die Einfuhr vieler Pflanzen und Pflanzenteile gibt es Vorschriften. Das soll den Import von Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten verhindern. Schließlich können in einer einzelnen Frucht mehrere Dutzend Fruchtfliegen oder Larven stecken, die sich weiterverbreiten können. Das kann verheerende Folgen für Umwelt und Landwirtschaft haben.

Leckere Mitbringsel aus dem Urlaub werden vom Zoll untersucht. Nicht alle pflanzlichen Souvenirs dürfen auch mit nach Hause gebracht werden.

Leckere Mitbringsel aus dem Urlaub werden vom Zoll untersucht. Nicht alle pflanzlichen Souvenirs dürfen auch mit nach Hause gebracht werden.

Oft Pflanzengesundheitszeugnis für Obst, Gemüse und Samen von Urlaubsort nötig

Für die Einfuhr pflanzlicher Produkte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union benötigt man in aller Regel ein sogenanntes Pflanzengesundheitszeugnis aus dem Ursprungsland. Hierunter fallen den Angaben nach unter anderem frisches Obst, Gemüse, Schnittblumen und Samen. Ein Behandlungshinweis auf der Ware, zum Beispiel „fumigated“ (deutsch: desinfiziert), reiche alleine nicht aus.

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Fehlt dieses Zeugnis, kommt es für Reisende zu Konsequenzen: „Sie müssen die oftmals teuer bezahlten Urlaubsmitbringsel am Flughafen abgeben und vernichten lassen“, sagt Alexander Grüner vom Pflanzenschutzteam. Zudem fällt eine Gebühr an, die direkt vor Ort bezahlt werden muss. Für fünf Früchte gibt es Ausnahmen: Ananas, Kokosnuss, Dattel, Durian und Banane können auch ohne Gesundheitszeugnis mitgebracht werden.

Haftstrafe beim Mitnehmen von Sand oder Kieselsteinen im Ausland möglich

Teuer kann das ein oder andere Souvenir aber bereits im Ausland werden. Wer in Italien, Griechenland oder der Türkei Sand oder Kieselsteine mitnimmt, muss mit einer Strafe rechnen. In Italien werden bis zu 3000 Euro fällig. In Griechenland droht bei archäo­logisch bedeutsame Steinen eine Haftstrafe von mehreren Jahren, in der Türkei sind es bis zu 10 Jahre Haft.

RND/bv/dpa

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