Erneuter Dämpfer für die Reisebranche

Russlands Krieg bremst Reisebranche erneut – Türkei und Zypern besonders betroffen

Nach dem Urlaub in der Türkei droht in Schleswig-Holstein momentan eine längere Quarantäne.

Durch den Krieg in der Ukraine werden dieses Jahr weniger Reisende in die Türkei kommen.

Zwei Jahre lang musste die Tourismusbranche wegen der Corona-Pandemie hohe Verluste hinnehmen. Verbote und Hürden hielten viele Menschen vom Reisen ab. Nun, da immer mehr Länder umfassende Reiseeinschränkungen aufheben, steigt die Reiselust wieder. Doch kaum scheint eine Katastrophe in absehbarer Zeit gebannt, bricht die nächste über die Welt und den Tourismus herein: der Krieg in der Ukraine.

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Besonders der Tourismusindustrie in der Türkei drohen empfindliche Einbußen. Bis zum Ausbruch des Krieges am 24. Februar waren Reisen in die Türkei, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, sehr gefragt. „Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei uns zehn Mal mehr Buchungen getätigt“, sagt Deniz Ugur, Besitzer und Chef von Bentour Reisen auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hätten sich die Buchungszahlen halbiert.

Im Jahr 2021 reisten 4,5 Millionen Russen in die Türkei

Wesentlich härter als das Ausbleiben einiger Urlauberinnen und Urlauber aus dem deutschsprachigen Raum trifft die türkische Wirtschaft die Tatsache, dass auf unbestimmte Zeit keine Touristinnen und Touristen aus Russland und der Ukraine in die Türkei reisen werden.

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Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des „Handelsblatts“ insgesamt 4,5 Millionen Türkei-Reisende aus Russland und in diesem Jahr sollten es sogar noch mehr werden. Doch die russische Fluggesellschaft Aeroflot stellte vor dem Hintergrund der Sanktionen gegen Russland am Dienstag alle internationalen Flüge vorerst ein. Zudem hat ein Großteil der russischen Bevölkerung derzeit kein Geld zum Reisen, da der Rubel aufgrund der westlichen Sanktionen erheblich an Wert verloren hat. Aus der Ukraine reisten im Jahr 2021 rund zwei Millionen Menschen in die Türkei. Doch zurzeit wird dort wohl kaum jemand an Urlaub denken.

Zypern: Rückgang der Buchungen um 22 Prozent erwartet

Auch auf Zypern drohen der Tourismusbranche wegen des Krieges hohe Einbußen. Laut „Euronews“ rechnet der zyprische Hotelverband in diesem Jahr mit einem Rückgang der Buchungen um 22 Prozent. Davon entfielen 20 Prozent auf Urlauberinnen und Urlauber aus Russland und zwei Prozent auf Reisende aus der Ukraine. Insgesamt entspreche dies etwa 800.000 Gästen, die Zypern in diesem Jahr fernblieben.

Die Türkei und Zypern wollen sich nun auf andere Zielgruppen konzentrieren: Im Fokus stehen bei beiden der deutsche, skandinavische und osteuropäische Markt. Das beliebte Reiseland Türkei weitet seine Kapazitäten zudem auch für den englischen Markt aus, die Insel Zypern konzentriert sich auch auf die Staaten im arabischen Golf.

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So wirkt sich die politisch instabile Lage auf die Preise aus

Dass Hotels aufgrund des Krieges in der Ukraine plötzlich wieder mehr freie Kapazitäten haben, wirkt sich auch die Preise aus. „Vor dem Konflikt stiegen die Preise für Reisen in die Türkei in diesem Jahr immer weiter nach oben. Jetzt kann es sein, dass es immer mal wieder Special Offers gibt“, so Bentour-Geschäftsführer Ugur.

Dass es so starke Last-Minute-Angebote wie im vergangenen Jahr geben könne, sehe er aber nicht. Er empfiehlt Reisenden, lieber früh zu buchen und einen der Flex-Tarife zu wählen. Dies rät auch Dominik Faber, Geschäftsführer Reise des Vergleichsportals Check24: „Mit den Flex-Tarifen können Kunden bei vielen Anbietern kostenfrei bis kurz vor Reisebeginn stornieren.“

RND/jaf

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