Im Indischen Ozean entsteht ein Hotel auf einer Insel aus recyceltem Plastik

„Recycled Ocean Plastic Resort“: Im Indischen Ozean soll das schwimmende Hotel aus recyceltem Plastikmüll entstehen.

„Recycled Ocean Plastic Resort“: Im Indischen Ozean soll das schwimmende Hotel aus recyceltem Plastikmüll entstehen.

Riesige Strudel aus Plastik sind oft nur die Spitze des Müllbergs, der in den Ozeanen herumtreibt. Doch allein ihr Anblick schockiert viele Menschen – so wie die Architektin Margot Krasojevic. „Ich habe das Meer schon immer geliebt. Doch die zunehmende Verschmutzung bricht mir das Herz“, sagt sie gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gleichzeitig haben die Müllmassen die Londonerin auch inspiriert: Sie hat ein schwimmendes Hotel entworfen, das auf einer Insel aus recyceltem Plastik steht. Das „Recycled Ocean Plastic Resort“ soll künftig Reisende vor der Küste der Kokosinseln beherbergen – einem Urlaubsidyll im Indischen Ozean, das zu Australien gehört und besonders unter dem Plastikmüll leidet.

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Auf den ersten Blick erinnert der futuristische Bau, oder vielmehr sein Entwurf, ein wenig an ein überdimensioniertes Spielzeugraumschiff, das in einer riesigen Badewanne treibt. Die Insel besteht aus miteinander verwobenen Netzbündeln, die unter anderem mit recycelten Flaschen, Reifen und anderem Meeresplastik gefüllt sind. Ein bepflanztes Mangrovenfeld soll der Konstruktion Halt verleihen. Zusätzlich steht das Resort auf Holzpfählen, die im Meeresboden verankert sind. Das Resort soll als schwimmende Barriere zudem Strömungen abmildern und damit zum Hochwasserschutz beitragen.

Schwimmende Insel erweitert sich automatisch

Mehrere Segel, die über Kohlefaserarme gespannt sind, bilden das geschwungene Dach des Hotels. Aus den Duschen soll später einmal gefiltertes Meerwasser fließen, das mithilfe von Solarenergie in die Anlage gepumpt wird. Zur Grundfläche des Resorts gehören außerdem längliche Strukturen, die wie Tentakel geformt sind. Diese Arme sollen im Meer treibenden Müll auffangen können und ihn direkt in neue Netzbündel weiterleiten – sodass die Insel automatisch wächst.

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Auf Stegen sollen die Touristinnen und Touristen künftig über das Meer spazieren. Die „Tentakel“ fischen zudem Müll aus dem Wasser, mit dem die Insel automatisch erweitert wird.

Auf Stegen sollen die Touristinnen und Touristen künftig über das Meer spazieren. Die „Tentakel“ fischen zudem Müll aus dem Wasser, mit dem die Insel automatisch erweitert wird.

Die Architektin will in dem Resort auch einen Beitrag zu nachhaltigerem Tourismus leisten. „Vielen Menschen geht es nicht mehr nur darum, aus dem Urlaub Instagram-Storys von entlegenen, exklusiven und zurückgezogenen Orten zu posten. Sie wollen Verantwortung für den Planeten übernehmen und sind bereit, etwas zu verändern“, sagt Krasojevic.

Auftraggeber des „Recycled Ocean Plastic Resort“ ist eine Firma, die durch ihre Arbeit der Natur eher schadet: Ein südafrikanisches Bergbauunternehmen finanziert das Bauprojekt und will so einen Teil zum Umweltschutz beitragen. Laut einem Bericht der britischen „Daily Mail“ könnte das Resort bis 2025 fertiggestellt sein.

„Plastik ist eigentlich das Gegenteil von Nachhaltigkeit“

Aber ist es wirklich eine gute und vor allem aus ökologischer Sicht sinnvolle Idee, eine riesige Insel aus Kunststoff zu bauen? „Mir ist bewusst, dass Plastik eigentlich das Gegenteil von Nachhaltigkeit ist“, sagt die Architektin. „Aber indem wir es recyclen, nutzen wir es, ohne es zu verbrennen, zu vergraben oder anders in die Umwelt abzugeben. Ich persönlich halte das für eine bessere Alternative, als das Plastik auf einer Deponie zu entsorgen.“

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Krasevic, die bei ihren bisherigen Projekten bereits oft 3-D-Druck eingesetzt hat, weist auf die vorteilhaften Eigenschaften von Kunststoffen hin: Sie seien formbar, flexibel und ließen sich dadurch zerlegen und wieder neu aufbauen. Aufgrund seiner Belastbarkeit sei Plastik zudem für den Bau einer Unterkonstruktion gut geeignet.

Auch unangenehme Gerüche sollten kein Problem sein, so die Architektin. Wenn die Plastikteile am Resort angespült werden, hätten Salz und Sonne sie bereits so weit zersetzt, dass sie keinen unangenehmen Duft mehr verströmen.

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