Passagierlimit, Ticketverkaufsstopp, Streiks

Airport-Chaos in London und Amsterdam: Weitere Beschränkungen für Reisende

Der Flughafen Schiphol verlängert das Passagierlimit um drei Monate.

Der Flughafen Schiphol verlängert das Passagierlimit um drei Monate.

Deutschland, Großbritannien, Niederlande – der Reisesommer 2022 bleibt auch im August weiterhin chaotisch. Während Deutschland wohl ab Mitte August auf ausländische Hilfskräfte zur Entzerrung der Warteschlangen an den Flughäfen setzt, verschärfen die Airports in London und Amsterdam erneut die Maßnahmen, um das Chaos zu beenden.

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In Großbritannien verkauft die größte britische Fluglinie British Airways mindestens bis zum 8. August keine neuen Tickets für Kurzstrecken sowie in die EU, aber auch über Marokko und Kairo mehr ab London-Heathrow. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Maßnahme bis zum Ende des Sommers ausgedehnt werde, sagten Branchenexperten der „Times“. Bereits Mitte Juli teilte der Airport mit, dass bis zum 11. September täglich nur noch 100.000 Passagierinnen und Passagiere abfliegen dürfen. Auch hier sind in erster Linie Kundinnen und Kunden der British Airways betroffen. Die Fluglinie hat mittlerweile fast 30.000 Verbindungen aus ihrem Sommerflugplan gestrichen.

Nun folgte der Verkaufsstopp für Flugtickets. Die Airline sprach „angesichts der uns auferlegten Einschränkungen und den andauernden Herausforderungen, vor denen die gesamte Luftfahrtindustrie steht“, von einer „vernünftigen“ Reaktion. Nun stünden mehr Umbuchungsoptionen für bereits gebuchte Kundinnen und Kunden zur Verfügung, deren Flüge zuvor gestrichen worden waren.

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Flughafen Amsterdam-Schiphol verlängert Passagierlimit bis in die Herbstferien

Auch der Flughafen Amsterdam-Schiphol hat seit Juni ein Passagierlimit. Das soll bis Ende Oktober verlängert werden. Die maximale Zahl der Passagierinnen und Passagiere, die im September abfliegen, wird aktuell auf 67.500 begrenzt, teilte der Flughafen in einer Erklärung mit. Diese Zahl wird im Oktober auf 69.500 pro Tag erhöht. Die Fluggesellschaft KLM kündigte dennoch an, den Ticketverkauf im Herbst drosseln zu müssen.

Frankfurt/Main: Reisende warten in langen Schlangen und dichtgedrängt im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens am Check-In.

Frankfurt/Main: Reisende warten in langen Schlangen und dichtgedrängt im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens am Check-In.

An den Flughäfen in Köln und Frankfurt standen Reisende in den vergangenen Wochen immer wieder stundenlang bei der Sicherheitskontrolle an. An neun Deutschen Flughäfen legte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch, 27. Juli, mit einem Warnstreik zusätzlich nahezu das komplette Lufthansa-Flugprogramm lahm. Mehr als 1000 Flüge fielen aus, etwa 134.000 Passagiere mussten ihre Pläne ändern. Verdi droht bereits mit weiteren Warnstreiks zur Hauptreisezeit, falls die an diesem Mittwoch beginnende Verhandlungsrunde ohne Durchbruch bleibt.

So will Deutschland dem Flughafenchaos entgehen

Zumindest dem Chaos an den Sicherheitskontrolle und bei der Abfertigung sollen ausländische Hilfskräfte ein Ende setzen – so der Plan. Damit sie an deutschen Flughäfen arbeiten können, müssen die Unternehmen Bedarf anmelden und den Bewerbungsprozess in die Wege leiten. Doch auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) meldet der Boden- und Sicherheitsdienstleister Wisag sowie das Unternehmen Aeroground keinen Bedarf an weiterem Personal. Wisag ist unter anderem an den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und dem BER tätig, Aeroground am BER für die Abfertigung zuständig.

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Hingegen räumte Fraport, die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, ein, noch mehrere Hundert neue Beschäftigte zu brauchen. Ob man bei den Neueinstellungen allerdings auf türkische Beschäftigte zurückgreife, hänge „maßgeblich“ von ihrer Qualifikation ab. Das prüfe man natürlich, so ein Fraport-Sprecher.

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In einem nächsten Schritt folgt die Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) der potentiellen Hilfskräfte, für die die Länder zuständig sind. Dafür seien ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Wohnsitzbestätigung der vergangenen zehn Jahre und Nachweis der beruflichen Tätigkeiten in den vergangenen fünf Jahren nötig. Der Flughafenverband ADV kritisiert aber, dass durch die mehrwöchigen ZÜP-Bearbeitungsdauer viele potenzielle Bewerberinnen und Bewerber abspringen.

Thomas Richter, Vorstandsvorsitzender vom Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL), findet es dennoch realistisch, dass bis Mitte August 250 ausländische Hilfskräfte in Deutschland arbeiten werden. Besonders in der Südhälfte Deutschlands könnten sie an den Flughäfen München, Nürnberg oder auch Frankfurt dann wirklich Abhilfe verschaffen, so Richter. Für den Norden komme das mit Blick auf den baldigen Schulanfang allerdings zu spät. „Da hat uns der Kalender eingeholt“, sagt er dem RND.

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RND/bv/dpa

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