„Sea-Eye 4″

„Terroristentaxifahrer“: Autor Tobias Schlegl wird nach Buchveröffentlichung angefeindet

Tobias Schlegl arbeitet als Radio- und Fernsehmoderator, Reporter, Autor, Musiker sowie Notfallsanitäter.

Tobias Schlegl arbeitet als Radio- und Fernsehmoderator, Reporter, Autor, Musiker sowie Notfallsanitäter.

Der Moderator und Notfallsanitäter Tobias Schlegl wird derzeit im Netz angefeindet. Der 44-Jährige war im Mai 2021 für mehrere Wochen ehrenamtlich auf einer Seenotrettungs-Mission der „Sea-Eye 4″ auf dem Mittelmeer unterwegs, um geflüchtete Menschen vor dem Ertrinken zu retten und medizinisch zu versorgen. Über die Zeit hat er das Buch „See.Not.Rettung.“ geschrieben, welches am 24. Februar erschien.

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Das Cover des Buches "See.Not.Rettung." von Tobias Schlegl.

Das Cover des Buches "See.Not.Rettung." von Tobias Schlegl.

Tobias Schlegl: „Mein Mittelfinger war nie länger“

Für seine Absicht, den Menschen in Europa das Leid der Geflüchteten aufzuzeigen, wird der 40-Jährige nun angefeindet, wie er selbst auf Twitter schreibt. „An alle, die mich als ‚Schlepper‘, ‚Terroristentaxifahrer‘ oder sogar als ‚N*fänger‘ bezeichnen: mein Mittelfinger war nie länger und meine Lust zu blocken nie größer. Danke für die Aufmerksamkeit. Auf die Menschlichkeit“, kommentiert er die Beleidigungen, die ihn zuletzt erreicht haben sollen.

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Gordon Isler, Crewmitglied der „Sea-Eye 4″, äußert sich ebenfalls zu den Anfeindungen. „Wir sind dankbar, dass du ein Teil der ‚Sea-Eye 4′ bist! Gerade die sogenannten Kritikerinnen und Kritiker der Seenotrettung sollten dein Buch lesen“, schreibt er auf Twitter.

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Schlegl fordert Umdenken der Politik

Schlegl wünscht sich mit Blick auf die Seenotrettung von geflüchteten Menschen im Mittelmeer ein Umdenken der Politik. In der Politik gebe es meist nur viele Absichtserklärungen ohne wirkliche Veränderungen, sagte der Wahlhamburger der Deutschen Presse-Agentur. Immerhin stehe im Koalitionsvertrag der neuen Regierung, dass es eine rechtliche Verpflichtung sei, Menschen nicht ertrinken zu lassen. „Was ja schon erstaunlich ist. Das stand noch nie im Koalitionsvertrag drin.“

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Insgesamt 33 Tage lang war Schlegl auf dem Mittelmeer unterwegs. 408 Menschen hat er in der Zeit gemeinsam mit der Crew an Bord der „Sea-Eye 4″ aus teils völlig maroden und überfüllten Booten vor dem Ertrinken gerettet und medizinisch versorgt. „See.Not.Rettung.“ sei das Persönlichste, was er je veröffentlicht habe. „Ich habe dabei keinen Deckmantel der Fiktion mehr, wie bei ‚Schockraum‘, wo niemand weiß, was echt ist und was nicht.“ Dass er sich dennoch für das Buch entschieden hat, liege schlicht am Thema, sagte er. „Ich mache es für die Sache. Ich hoffe, dass ich dadurch diese ganze Tragödie erfahrbarer mache.“ Eine 30-Sekunden-Meldung in der „Tagesschau“ reiche eben schlicht nicht aus für Veränderung.

RND/nis mit dpa

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