Vernehmung von Bushidos Frau im Prozess gegen Clanchef beendet: „Sie haben es hinter sich“

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt unter dem Künstlernamen Bushido, sitzt als Nebenkläger im Prozess gegen den Chef eines bekannten arabischstämmigen Clans. (Archivfoto)

Berlin. Die Vernehmung der Ehefrau von Rapper Bushido im Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder ist zunächst abgeschlossen. „Sie haben es hinter sich“, sagte der Vorsitzende Richter Martin Mrosk am Mittwoch nach insgesamt fünf Tagen, an denen Anna-Maria Ferchichi ausgesagt hatte. Zugleich machte er deutlich, dass die 40-Jährige erneut geladen werden könnte, wenn sich weitere Fragen nach anderen Zeugenaussagen ergeben sollten. Rapper Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, ist in dem Prozess Nebenkläger und Zeuge.

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Seit August 2020 beschäftigt das Verfahren gegen seinen früheren Geschäftspartner das Landgericht Berlin. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Clanchef Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung, gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vor. Die drei Brüder des 45-Jährigen sollen Mittäter gewesen sein. Zu den mutmaßlichen Taten soll es gekommen sein, nachdem Bushido die Beziehungen zu seinem langjährigen Geschäftspartner aufgelöst habe. Das habe dieser nicht akzeptieren wollen.

Befragung von Anna-Maria Ferchichi zog sich über Monate hin

Die vier Männer haben bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. 56 Verhandlungstage liegen inzwischen hinter den Beteiligten - bis Ende Juni sind derzeit knapp 30 weitere geplant. Die Befragung von Anna-Maria Ferchichi, die als starke Frau an der Seite Bushidos gilt, hatte sich über Monate hinweggezogen. Vergangenen Juni musste sie wegen ihrer Drillingsschwangerschaft unterbrochen werden - vor rund drei Wochen wurde sie dann fortgesetzt.

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Dabei beschrieb die inzwischen achtfache Mutter wiederholt, wie belastend die Situation insbesondere für die Ehe war, weil ihr Mann sich zunächst nicht habe lösen können von dem Clanchef. Er habe zunächst nicht gewollt, dass die Polizei eingeschaltet wird. Sie habe sich immer wieder mit Trennungsabsichten getragen. „Es waren sehr unangenehme Zeiten“, sagte die 40-Jährige. Sie habe die Vorstellung gehabt: Wenn man sich nicht einigen kann, dann müsse man das gerichtlich klären lassen. „Aber ich habe keine Entscheidungsgewalt gehabt“, erklärte sie.

Der Prozess soll am 19. Januar (9.30 Uhr) in Berlin fortgesetzt werden.

RND/dpa

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