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„Schlag ins Gesicht“: Ärger in Australien über Einreise des ungeimpften Tennisstars Novak Djokovic

Novak Djokovic darf ohne Impfung zu den Australian Open reisen (Archivbild).

Wer zu den Australian Open nach Australien reisen will, muss gegen Covid-19 geimpft sein, egal ob Spieler oder Spielerin oder Mitarbeiter oder Mitarbeiterin des Turniers. Wer diese Bestimmung umgehen will, braucht eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Und genau so eine Ausnahme wird nun für den Titelverteidiger Novak Djokovic gemacht.

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Laut Craig Tiley, dem Chef der Australian Open, ist Djokovic zwar nicht der Einzige: Insgesamt sollen 26 Spieler einen derartigen Antrag gestellt haben und „eine Handvoll“ soll tatsächlich genehmigt worden sein, darunter auch die für Djokovic. Dies gestand dieser Anfang der Woche sogar selbst ein, als er auf Twitter schrieb: „Ich habe in der Weihnachtspause eine fantastische Zeit mit meinen Lieben verbracht und heute fahre ich mit einer Ausnahmegenehmigung nach Down Under.“

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Die russische Spielerin Natalia Vikhlyantseva hingegen, die mit dem russischen Vakzin Sputnik V geimpft ist, darf nicht einreisen, wie sie auf Twitter selbst berichtet. Der Grund: Der Impfstoff ist in Australien nicht anerkannt. Dass gleichzeitig ein gar nicht geimpfter Spieler einreisen darf, wirkt da doch sehr willkürlich.

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„Man hat uns wirklich zum Narren gehalten“

In Australien hat die Nachricht, dass der serbische Tennisspieler, der aktuell die Nummer eins der Weltrangliste ist, ohne Impfung eingelassen wird, jedoch für enormen Ärger gesorgt. „Nach allem, was die Viktorianer durchgemacht haben, ist eine Impfbefreiung für Novak Djokovic nichts als ein Schlag ins Gesicht“, schrieb die Australierin Kate Miller auf Twitter. „All diese Lockdowns, all das Leiden. Ernsthaft?“

Und Kevin Bartlett, ehemaliger australischer Footballspieler, zählte süffisant die Erfolge Djokovics auf, die dieser offensichtlich trotz eines ernsthaften medizinischen Problems errungen habe. „Man hat uns wirklich zum Narren gehalten“, meinte er.

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Australien schottete sich zwei Jahre lang ab

Dass die Australier und Australierinnen mit so viel Unwillen auf die Entscheidung reagieren, einen ungeimpften Tennisstar ins Land zu lassen, hat damit zu tun, dass der Inselstaat sich in den vergangenen zwei Jahren so sehr abgeschottet hat, dass selbst die eigenen Bürgerinnen und Bürger das Land nur mit einer Ausnahmegenehmigung verlassen konnten. Auch die Reise zwischen den einzelnen Bundesstaaten war zeitweise unmöglich. Selbst jetzt hat sich Westaustralien nach wie vor vom Rest des Landes abgeschottet, wo die Covid-Zahlen aufgrund der Omikron-Variante und der gelockerten Restriktionen inzwischen explodieren.

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Vor allem die Bürger und Bürgerinnen in den Millionenstädten Melbourne und Sydney hatten in den vergangenen zwei Jahren zudem extrem lange und strenge Lockdowns hinnehmen müssen, weil man die Pandemie weitestgehend von dem Land fernhalten wollte. Melbourne gilt gar als eine der Städte, die über die vergangenen zwei Jahre summiert die längste Ausgangssperre weltweit ausgerufen hat. Auch die fünf Millionen Sydneysider verbrachten den gesamten letzten Winter auf der Südhalbkugel im Lockdown, insgesamt 15 Wochen am Stück.

Auch „Aussiewood“ sorgte bereits für Verärgerung

Zuvor hatte auch die Entscheidung der australischen Regierung, Hollywoodstars, die der Pandemie entfliehen wollten, in Australien zu begrüßen, zu Verärgerung in der Bevölkerung geführt. Teilweise versuchte man zudem bewusst, Hollywoodproduktionen nach Australien zu locken. Zwischenzeitlich nannten die Stars ihre neue Heimat wohl sogar „Aussiewood“.

Doch das neue Hollywood Down Under verärgerte viele Einheimische stark. Als der beliebte neuseeländische Schauspieler Sam Neill beispielsweise ein Foto von sich mit seinem „Jurassic Park“-Co-Star Jeff Goldblum auf Twitter lud und scherzend dazu kommentierte, „Jeff Goldblum wurde gestern mit einem billigen Reiseführer in Sydney gesichtet“, reagierten viele mit Verärgerung. „Genießt ihr Sydney?“, schrieb ein Internetnutzer. „Ich frage für 40.000 gestrandete Aussies, die nicht nach Hause in ihr Land kommen können, nachdem sie seit zwölf Monaten ohne Unterstützung oder Essen oder auch nur ein Dach über ihrem Kopf leben.“

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Selbst Australiern wurde die Rückreise in die Heimat verwehrt

Denn auch viele Australier und Australierinnen, die im Ausland leben und während der Pandemie eigentlich zurück in ihre Heimat kommen wollten, taten sich in den vergangenen zwei Jahren schwer, dies zu tun. Denn die Anzahl der Passagiere, die pro Woche in den großen Zentren wie Sydney oder Melbourne ankommen durften, war lange Zeit begrenzt – Tickets und die bis November staatlich vorgeschriebenen Quarantänehotels waren extrem teuer. Dazu kam, dass Reisende immer wieder umgebucht wurden und selten den Flug nehmen konnten, den sie eigentlich ins Auge gefasst hatten.

Dass ausländische Stars dagegen ohne Probleme einreisen durften, stieß vielen unangenehm auf. „Das Geld regiert“, schrieb ein Internetnutzer deswegen auch unter den Tweet von Sam Neill.

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