Angriff unweit von Polen

USA warnen eindringlich: Russischer Angriff auf Nato-Gebiet bliebe nicht folgenlos

Soldaten nahe der ukrainischen Stadt Irpin.

Lwiw. Mit einem massiven russischen Raketenangriff auf einen Militärübungsplatz im Westen der Ukraine ist der Krieg an Nato-Gebiet herangerückt. Fast drei Dutzend Menschen wurden bei der Attacke auf die unweit der Grenze zu Polen gelegene Basis in der Nähe von Lwiw getötet, sagte Gebietsgouverneur Maxym Kosyzkyj.

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Der folgenschwere Angriff veranlasste die US-Regierung zur Warnung an Moskau, dass jegliche Attacken auf Nato-Mitgliedsstaaten eine Reaktion des Westens nach sich ziehen würden. In Städten im Osten und Süden der Ukraine sowie im Großraum Kiew gingen die Gefechte mit unverminderter Härte weiter. Seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als zwei Wochen wurden nach UN-Angaben vom Sonntag bisher mindestens 596 Zivilisten getötet, die tatsächliche Opferzahl dürfte deutlich höher liegen.

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Der am Sonntag attackierte Truppenübungsplatz Jaworiw liegt weniger als 25 Kilometer vom nächsten Grenzpunkt zu Polen entfernt. Die meisten abgefeuerten russischen Marschflugkörper seien abgeschossen worden, weil das Flugabwehrsystem funktioniert habe, sagte Kosyzkyj, der Gouverneur von Lwiw. Die Raketen, die dennoch durchgekommen seien, hätten mindestens 35 Menschen das Leben gekostet. 134 weitere seien verletzt worden. Laut Kosyzkyj wurden mehr als 30 russische Raketen abgefeuert.

Der russische Angriff im äußersten Westen der Ukraine hatte immense Symbolkraft, zumal der weitläufige Truppenübungsplatz seit langem für die Schulung von ukrainischem Militärpersonal und für internationale Nato-Manöver genutzt worden war. Oft lehrten dort Ausbilder aus den USA und anderen Nato-Ländern. Über Polen gelangt im Krieg zudem westliche Militärhilfe in die Ukraine. Erst kürzlich warnte Moskau, dass es solche Lieferungen als ein legitimes Angriffsziel betrachte.

Russische Truppen beschossen auch den Flughafen der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk, weniger als 150 Kilometer nördlich der Grenze zu Rumänien und 250 Kilometer von Ungarn entfernt. Die Nachbarstaaten gehören beide der Nato an. Schon am Freitag war der Airport, zu dem Militärflugplatz und eine Landebahn für zivile Flüge gehört, ins Visier genommen worden.

Der nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, warnte Russland eindringlich vor jeglichen Angriffen auf ein Nato-Land. US-Präsident Joe Biden habe wiederholt klargestellt, dass die USA gemeinsam mit ihren Verbündeten „jeden Zentimeter des Nato-Territoriums verteidigen“ würden, sagte Sullivan im Sender CBS News.

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Bei einem Militärangriff auf Nato-Territorium würde Artikel fünf des Nordatlantikvertrages greifen, wonach Mitgliedsstaaten der Allianz der attackierten Nation Beistand leisten müssten. Eine Reaktion werde es auch dann geben, wenn ein versehentlich abgegebener Schuss Nato-Territorium treffe, warnte Sullivan.

Bidens nationaler Sicherheitsberater will am morgigen Montag mit Chinas ranghöchstem außenpolitischen Berater Yang Jiechi in Rom zusammentreffen, wie Sprecherin Emily Horne ankündigte. Das Treffen werde sich um Bemühungen drehen, „mit dem Wettbewerb zwischen unseren Ländern umzugehen“. Thema würden auch die Auswirkungen des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf die regionale und globale Sicherheit sein.

Das Weiße Haus warf Peking zuletzt eine Verbreitung von falschen russischen Behauptungen über Labore für chemische und biologische Waffen vor, die die Ukraine angeblich mit US-Unterstützung betreibe. Amerikanische Regierungsmitarbeiter sehen darin mögliche Versuche Chinas, einen Vorwand für potenzielle Angriffe mit biologischen oder chemischen Waffen auf Ukrainer durch das russische Militär zu schaffen.

RND/AP

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