Konflikte

Deutsch-Ukrainisches Forum fordert massive wirtschaftliche Hilfen für Ukraine

In Berlin forderten am Dienstag Demonstranten vor der russischen Botschaft ein Ende des Krieges in der Ostukraine.

In Berlin forderten am Dienstag Demonstranten vor der russischen Botschaft ein Ende des Krieges in der Ostukraine.

Berlin. Das Deutsch-Ukrainische Forum hat die völkerrechtswidrige Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk durch Russland und die Präsenz russischer Truppen auf ukrainischem Gebiet auf das Schärfste verurteilt und zugleich massive Wirtschaftshilfen für die Ukraine gefordert.

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Wie es in einer Mitteilung des in Berlin ansässigen Vereins heißt, müsse Deutschland „klare Zeichen der Solidarität“ mit der Ukraine setzen. „Wir fordern vor allem eine massive Aufstockung der wirtschaftlichen Hilfe für die Ukraine, die auch dazu beitragen soll, eine humanitäre Katastrophe für die ukrainischen Staatsbürger diesseits und jenseits der in Minsk vereinbarten Waffenstillstandslinie zu verhindern“, heißt es. Deutschland müsse entschlossen an der Seite der Ukraine stehen.

„Was die Ukraine jetzt braucht, das sind ungebundene Finanzhilfen und Investitionen aus der Europäischen Union“, sagte der Vorsitzende des Deutsch-Ukrainischen Forums, Rainer Lindner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Vor dem Hintergrund von Kapitalflucht beklagt das Forum, der russische Truppenaufmarsch entlang der gesamten ukrainischen Grenze habe schon jetzt enormen Schaden verursacht. Trotz der bereits eingetretenen negativen Effekte bleibe die ukrainische Landwirtschaft, der Bergbau, die Schwerindustrie und der Maschinenbau eine erste Adresse für die europäische Wirtschaft, betonte Lindner, der selbst Chef des mittelständischen Stahlhandelsunternehmens Heine & Beisswenger mit Sitz in Fellbach (Baden-Württemberg) ist.

Linder warnte vor dem Zusammenbrechen von Lieferketten zwischen der Ukraine und der Europäischen Union, was auch für Deutschland Folgen hätte. So produziert beispielsweise die Leoni AG mit Sitz in Nürnberg als ein führender deutscher Hersteller im Bereich Bordnetz-Systeme an zwei Standorten in der Ukraine Kabelbäume und beliefert damit fast die gesamte deutsche Autoindustrie. Die Ukraine gehört weltweit zu den Top 5 der Weizenexporteure, sie liefert Stahl und andere Rohstoffe nach Deutschland und Europa.

Das Deutsch-Ukrainische Forum wurde 1999 auf Initiative des damaligen Außenministers Joschka Fischer (Grüne) gegründet und engagiert sich bilateral in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur und Hilfsprojekte. Zu den Mitgliedern gehören in der Ukraine engagierte Firmen wie die Metro AG, die Münchner Messer Group und die Hamburger Hafengesellschaft HHLA, aber auch ehemalige Diplomaten, Wissenschaftler und Historiker.

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